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OVERFLOW

 

Im fotografischen Werk von Karin Schmuck geht es um menschliches Mühen und Scheitern, um die Widersprüchlichkeit menschlicher Regungen und die Ambivalenz von Gefühlen und Beziehungen, auch zu und mit sich selbst.

Es handelt sich um inszenierte Fotografie, die in ihrer Farbwahl an die mittelalterliche Tafelmalerei, insbesondere die flämische Malerei erinnert. Durch ein gekonntes Spiel mit Symbolik und Umkehrungen der klassischen Kompositionen, schafft es die Künstlerin diesen Bildern eine Kraft, aber auch eine ungewohnte Aura zu verleihen, die die BetrachterIn berühren und zu einem bewussteren Sehen auffordern.

Stillleben, die erst auf einen zweiten Blick einen entscheidenden Moment offenbaren, wechseln sich ab mit Bildern, die Anschnitte von männlichen und weiblichenFigurenzeigen, die im Begriff sind, eine, oftmals absurde, Handlung zu vollziehen. Dieser performative Aspekt zieht sich seit Jahren durch die Arbeit von Karin Schmuck, eine Praxis, die auf Ihre Erfahrung als Mitglied einer Tanztheater Kompanie zurückgeht, wenngleich in diesem Falle die Akteure ausschließlich für die Kamera performieren.

Wie innere Landschaften oder Traumbilder scheinen Hände, Früchte und Objekte aus einem Dunkel hervorzutreten und evozieren Assoziationen, verneinen sie, spinnen sie weiter.

Je nachdem in welcher Reihenfolge der Bilderzyklus gelesenwird, wechselt die Färbung seiner Perzeption und nicht selten werden wir als Betrachter uns selbst dabei ertappen wie wir unmittelbar Schlüsse ziehen oder in eine bestimmte Richtung denken; Karin Schmuck holt uns wieder zurück und fordert mit ihren Bildern ein Art Innehalten ein.

Diese fotografischen Arbeiten, mit ihrem meist monochromen, neutralen Hintergrund, den menschlichen Körperteilen, ihren symbolträchtigen Elementen sowie kuriosen Objekten, bewegen sich zwischen Gegensätzen wie Ruhe und Spannung oder Leichtigkeit und Schwere. Sie fügen sich in einen Arbeitszyklus ein, der sich mit dem künstlerischen Portrait beschäftigt, ein Thema, das von der Künstlerin seit Jahren vertieft wird.

Termin: Eröffnung am 30. März um 19.00 Uhr im Kunstraum Café Mitterhofer. Diese Ausstellung ist Teil der Ausstellungsserie „Einsamkeit und Zorn – Wege zum Museum 2019“ des Stadtmuseums Bruneck | Museumsverein Bruneck. Weitere Informationen unter www.stadtmuseum-bruneck.it

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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