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Tram mit City Maut

Die Bozner Ratsfraktion der Fünf-Sterne-Bewegung macht sich überraschend für das Tram-Projekt des französischen Staatskonzerns RATPDEV stark. Es sieht zwei Linien vor und würde 245 Millionen Euro kosten. DAS VIDEO.

Von Thomas Vikoler

Eigentlich ist die Fünf-Sterne-Bewegung grundsätzlich gegen infrastrukturelle Großprojekte, insbesondere gegen Hochgeschwindigkeits-Zugstrecken (TAV). Aber es gibt auch Ausnahmen: In Rom kämpfen die Grillini für einen Neubau eines Fußballstadions für den AS Rom (Gemeinderatspräsident Marcello De Vito wurde diese Woche unter Korruptionsverdacht verhaftet), in Bozen nun für das Tram-Projekt des französischen Staatskonzerns RATPDEV.

„Unsere Skepsis gegenüber diesem Projekt ist verschwunden, wir sind nun überzeugt von seiner Qualität“, erklärte 5S-Gemeinderätin Maria Teresa Fortini im Rathaus.

Einer der Auslöser für die Begeisterung: Die Bozner Grillini haben sich von RATPDEV in Florenz die von dem italienischen Ableger des französischen Staatskonzerns betriebene Straßenbahn zeigen lassen.

„Wir sind die einzigen, die bisher diese Einladung angenommen haben. Unseres Wissens hat das bisher weder die Gemeinde- noch die Landesverwaltung getan.“, sagt Fraktionssprecher Paolo Giacomoni.

Aus Florenz haben die Grillini gleich einen zwölfminütigen und (angeblich) eine Million Euro teuren Werbefilm von RATPDEV mitgebracht, der die Route der geplanten beiden Tramlinien für Bozen zeigt:

Eine Linie führt vom Zugbahnhof über den Waltherplatz (ohne Oberleitungen), dann quer durch die Neustadt bis zum Krankenhaus und schließlich an die Sigmundskroner Brücke. Die zweite direkt über die Marconi-Drususachse bis nach Sigmundskron, speziell für die Pendler.

Dazu schlägt RATPDEV die Einführung einer City-Maut für diese Strecke vor. „Wie in Mailand können Pendler entscheiden: Entweder öffentliche Verkehrsmittel oder Maut mit dem Privatfahrzeug“, betont Fortini.

Die Grillini halten dagegen wenig vom Hüsler-Projekt mit einer Straßenbahnlinie, das eventuell durch die STA realisiert werden soll. Es würde aber das Pendler-Problem nicht lösen und wohl mehr als die veranschlagten 120 Millionen Euro kosten. Bei den Bozner 5Slern geht man von 180 Millionen Euro aus.

Die Kosten für zwei Linien nach dem im Dezember über einen PPP-Antrag eingebrachten RAPTDEV-Vorschlag belaufen sich auf 245 Millionen Euro. 51 Prozent davon würde der Projekteinbringer übernehmen, den Rest Land und Gemeinde. Die Stadt hat bereits 30 Millionen Euro für die Tram beiseite gelegt, 60 Millionen Euro könnten durch einen Staatsbeitrag finanziert werden.

Die Grillini werfen der Stadt- und Landesverwaltung beim Umgang mit dem PPP-Vorschlag Intransparenz vor. Ein falscher Vorwurf, denn der Antrag wird derzeit von einer Dienststellenkonferenz geprüft. Das Ergebnis soll vor dem Sommer vorliegen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (6)

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  • steve

    Geld ist doch kein Problem bei den Grillini! Einfach ein paar Schulden die Kinder werdens schon zahlen!

  • einereiner

    Für 100 Millionen könnte man die Autobahn zwischen Bozen und Innsbruck für alle LKWs elektrifizieren. Das würde für die Bozner (und Eisacktaler, Wipptaler) Luft eine größere Verbesserung bringen als die Tram.

  • andreas

    Das Video wird gewiss keine Million gekostet haben, doch wenn die Studien im Preis inbegriffen sind, könnte es schon hinkommen.

    Das Konzept ist nicht schlecht, es fehlt aber die Anbindung an die Industriezone und auch kann ich mir bei manchen Straßen nicht vorstellen, wieviel da noch Platz bleibt, da auch noch Fahrradweg vorgesehen wären.
    Auch würden an manchen Stellen Anrainerparkplätze wegfallen, wo sollen die dann parken? Die Parkplätze, wie z.B. in der Dalmatienstraße, gibt es nicht.

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