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Günstige Versicherung

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Am Landesgericht wurden ein Mann und eine Frau wegen Betrugs verurteilt. Sie hatten mit falschen Dokumenten bei einer hiesigen Versicherung Polizzen abgeschlossen.

Von Thomas Vikoler

Eines mag man den beiden Verurteilten, eine 40-jährige Frau und ein 34-jähriger Mann, beide aus der Provinz Neapel, zugute halten: Sie bemühten sich darum, dass ihre Fahrzeuge haftpflichtversichert waren.

Entsprechend überwiesen sie im Jahre 2015 der Bozner Filiale der österreichischen Uniqua-Versicherung die Beträge für Polizzen für insgesamt zehn Fahrzeuge.

Nun sind beide am Landesgericht in einem Hauptverfahren dennoch wegen Betrugs verurteilt worden. Die Frau zu einem Jahr und vier Monate Haft, der Mann zu einem Jahr und acht Monate Haft. Zweiterer war in einem ähnlichen Fall bereits vom Landesgericht Aosta verurteilt worden.

Worin bestand für den zuständigen Einzelrichter Carlo Busato der Betrug?

Das einzige was bei den Angaben der beiden Uniqua-Kunden stimmte, waren die Nummern der Autokennzeichen der zu versichernden Fahrzeuge. Der Rest – Personennamen, Adressen, Fahrzeugscheine – war gefälscht. Auch die Personalausweise der Autohalter, welche die Versicherungsfiliale vor dem Abschluss der Polizzen anforderte. Verräterisch war freilich, dass eine der Adressen auf die Freiheitsstraße 500 in Bozen lautete. Derart hohe Häusernummern gibt es in Bozen nicht.

Warum der ganze Aufwand?

In Südtirol sind die Tarife für die Haftpflichtversicherung rund halb so teuer wie in Neapel, wo Versicherungsbetrug zum täglichen Geschäft gehört. Eine Polizze für Fahrzeuge kann man aber ausschließlich in der Provinz abschließen, in der man wohnhaft ist (Miet- und Leasingautos sind auch hier ausgeschlossen).

Gegen die nun verurteilten Neapolitaner laufen am Bozner Landesgericht weitere Verfahren wegen Betrugs. Zwei Mitangeklagte wurden im nun abgeschlossenen Prozess aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Immerhin: Inzwischen führen Versicherungen vor Abschluss von Auto-Polizzen Kreuz-Kontrollen durch und so sind derartige Tricks nicht mehr möglich.

 

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Kommentare (3)

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  • rota

    Und wie funktioniert das mit den Online-Versicherungen?
    Kann man dies, im positiven Sinne, Versicherungs – Rassismus nennen?

    • ahaa

      Die Gesetzte sind fùr die das, die sich keinen guten Anwalt leisten kònnen.
      Auch bei der Bereifung von Fahrzeugen geniessen einige. hinweg jeder Logik, Sonderrechte.
      Da sind 4 verschiedene Reifen, wenn sie dich aufhalten kein Thema.
      Uns wùrden sie das Fahrzeug abschleppen,wenn sie einen schlechten Tag haben.
      Ps.Die Versicherungen kònnen die Preise machen wie sie wollen.Die Kategorie spielt nicht die grosse Rolle sofern man keine regelmàssigen Schàden hat.
      Auch wenn sie das Gegenteil behaubten.Ich hatte 2 Mal eine Reduktion von fast 50 Prozent.Bin jetzt unter 200 Euro/Jahr mit Rechtschutz bei ùber 100 Ps.
      Alles was sie einem verteuern, verwàhrem,ausreden,nicht ausbezahlen kassiert ein anderer Prozentmòssig mit.Darum glaube ihnen nicht alles!

  • andreas

    Das sind aber hinterlistige Betrüger.
    Die zahlen eine Versicherungsprämie, auch wenn im Schadensfall die Versicherung gewiss nicht zahlen würde, da sie spätestens dann die angegebenen Daten überprüfen würden.

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