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„Zu 60 Prozent Prostitution“

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Am Landesgericht beginnt der Prozess zum Ex-Massagesalon in Leifers, der 2015 als Puff enttarnt wurde.

Von Thomas Vikoler

Die „kriminelle Vereinigung“, als die sie in der Anklage bezeichnet wird, unterhielt zwei Filialen. Eine unter dem Namen „Tui Na“ laufenden Schönheits- und Massagesalon in der Leiferer Kennedystraße und eine im Einkaufszentrum „Ponte Regio“ in Pergine Valsugana.

Filialen, deren Umsatz laut Anklage „zu 60 Prozent“ mit Prostitution erwirtschaftet worden ist.

Am Montag begann am Landesgericht der dazugehörige Prozess gegen drei Personen, die Anfang Juli 2015, als die Carabinieri dort Hausdurchsuchungen durchführten, unter dem Verdacht der Zuhälterei verhaftet worden waren. Es handelt sich um einen 35-jährigen, in Borgo Valsugana wohnhaften Chinesen, einer 43-jährigen in Bozen ansässigen Chinesin und einen 36-jährigen Bozner.

Letzterer war u.a für die Promotion zuständig. Er kümmerte sich um die Bewerbung des Salons im Internet. Für die Werbung in Zeitungen, die bürokratischen Angelegenheiten und die Logistik war der 35-jährige Chinese zuständig. Er brachte auch – immer laut Anklage – die Prostituierten in die beiden Filialen und legte die Preise für die sexuellen Dienstleistungen fest. Dabei half ihm die mitangeklagte Chinesin.

Weil seit kurzem nicht-italienischsprachige Angeklagte bei Prozessen das Recht auf Übersetzung haben (zumindest der Anklageschrift und die Beistellung eines Übersetzers während der Verhandlungen) musste die gestrige Auftaktverhandlung am Landesgericht zu diesem Fall vertagt werden.

Für den Prozess sind auch einige Kunden der beiden Salons als Zeugen aufgerufen. In der Anklageschrift ist von „zahlreichen“ Kundenbesuchen die Rede. Ursprünglich wurden fünf Personen der Zuhälterei beschuldigt worden, zwei von ihnen haben ihr Verfahren mit Strafzumessungen abgeschlossen.

 

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Kommentare (14)

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  • watschi

    so a knackigs madl (im bild) tat i a net von der bettkantn schmeissn.

  • ollaweilleiselber

    und was ist mit den anderen zahlreichen chinesischen „Massagesalons“, die in den einschlägigen Foren im Internet ganz offen Werbung mit sexuellen Dienstleistungen machen? Sind die alle legal unterwegs oder genießen diese einen besonderen „Schutz“?

    • rota

      @ollaweilleiselber…. und was ist mit den notgeilen Möchtegernböcken die diese einschlägige Werbung zwar öffentlich kritisieren… aber dann moralisierend und vollkommen legal in diesem Forum auftreten. Ach ja die genießen als Männer besonderen Schutz.

  • ollaweilleiselber

    @rota
    Sehr geehrte/r Herr/Frau „rote“, Kommentar nicht verstanden?
    War nicht moralisierend, sondern ein Hinweis darauf, dass es einen Grund geben könnte, warum ein Salon vor Gericht verhandelt wird, währen alle anderen ungestört weiter ihr Geschäft betreiben können.
    Im Übrigen braucht es kein Forum, es genügt ein Blick in die „Tageszeitung“ und die Kleinanzeigen in den „Dolomiten“.
    Zur Sache selbst: das älteste Gewerbe der Welt ist nicht umsonst das Älteste; da wird auch ein einzelnes Gerichtsverfahren nichts daran ändern.
    Die Leidtragenden sind die Frauen, welche zu diesem Gewerbe gezwungen werden und dabei von ihren „Beschützern“ oder den Betreibern der Salons ausgenommen werden.
    Wenn eine Frau diesen Beruf freiwillig und selbständig ausübt, dann hat sie recht wenn sie die Blutleere im Hirn ihrer Klienten ausnützt und diesen einen entsprechenden Preis abnimmt.

  • andreas

    @olleweilleselber
    Es ist allgemein bekannt, dass nicht alles was illegal ist, auch konsequent verfolgt wird. Oder hat du schon mal gehört, dass ein Zahnarzt Probleme mit der Finanz bekommen hat?

  • ollaweilleiselber

    Ich muss leider die Frage wiederholen: warum werden einige Betreiber von „Massagesalons“ strafrechtlich verfolgt, viele andere aber nicht?
    @andreas
    # Strafrecht nicht mit Steuerrecht verwechseln
    # die Vorhaltungen in einem Protokoll der Steuerpolizei nicht mit dem verwechseln, was dann am Ende des Steuerstreitverfahrens herauskommt
    # wie „cif“ bereits gesagt hat: es gibt genügend Fälle von Ärzten, auch von Zahnärzten, welche einer Steuerprüfung unterzogen worden sind; allerdings wurde lange nicht bei allen Existenzbedrohendes gefunden

    • andreas

      Der Zahnarzt diente als Beispiel dafür, dass gegen manche Vergehen, trotz des Wissens darüber, nicht konsequent vorgegangen wird.
      Prostitution ist z.B. verboten, Bozner Boden stehen trotzdem seit Jahrzehnten welche.
      Meinst du wirklich, dass Polizei oder Carabinieri nicht wissen, wie das „Problem“ zu lösen wäre? Tägliche Razzia, hohe Strafen, auch die Freier und nach einem Monat steht da niemand mehr. Ist aber nicht gewollt.

  • ollaweilleiselber

    Prostitution, Erbringung sexueller Dienstleistungen, ist in Italien nicht verboten.
    Verboten ist
    # die Begünstigung (favoreggiamento) der Prostitution und
    # die Ausnützung (sfruttamento) der Prostituierten
    Als Begünstigung gilt z.B. das Betreiben eines Bordells oder einer anderen Struktur, in der die Prostituierten ihre Tätigkeit ausüben
    Als Ausnützung gilt auch die Kontrolle über die Tätigkeit einer Prostituierten
    Siehe dazu:
    legge Merlin (l. 20 febbraio 1958, n. 75).
    z.B. Kassationsgericht, Entscheidung Nr. 7076/2012 und 33160/2013 und 38701/2014
    Artt. 533, 536, 600 Stgb. Prostitution Minderjähriger

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