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„Lassen uns nicht unterkriegen“

Heute findet ein internationaler Schulstreik für das Klima statt. Auch in Bozen werden Schüler wieder auf die Straße gehen.

Tageszeitung: Herr Walder, heute findet die zweite Klimademonstration in Bozen statt. Rechnet man mit ähnlich vielen Teilnehmern wie das letzte Mal?

Max Walder (Mitorganisator der Demonstration): Das können wir absolut nicht einschätzen. Vor allem ist es dieses Mal so, dass die Schulen unterschiedlich damit umgehen. Manche erlauben die Teilnahme an der Demo, andere nicht. Wir freuen uns über jeden, der mitdemonstriert.

Bei der letzten Demonstration gab es im Nachhinein auch viel Kritik. Auf sozialen Medien hat man Bilder gesehen und Berichte gehört, wonach Schüler ihren Müll einfach haben liegen lassen…

Diesen Vorwurf müssen wir zurückweisen. Die Plakate wurden ganz bewusst bei den Jersey-Blocks abgelegt. Das war eine Art Kunstaktion, die so geplant war. Die Plakate wurden spätestens zwei Tage danach aber weggeschmissen.

Andere haben kritisiert, dass der Streik nur für lustlose Schüler dagewesen wäre, die nicht in die Schule gehen wollten…

Zumindest über die Schüler, die bei der Demonstration mitgegangen sind, kann man das nicht sagen. Denn auch dabei konnte man etwas lernen. Durch die Demonstration lernen wir, uns politisch zu beteiligen. Ganz viele Leute haben durch den Streik eine politische Seite in sich entdeckt, die sie so vorher nicht bemerkt haben. Man kann durch die Demonstration direkt sicher nichts verändern, aber wir hoffen, zu zeigen, was passieren kann, wenn man sich zusammentut. Beim letzten Mal haben die meisten Direktoren die Fehlstunden aufgrund der Demonstration genehmigt. Dieses Mal werden einige Direktoren die Fehlstunden nicht entschuldigen. Auch daran wird man erkennen, dass es sich nicht nur um eine Gelegenheit zum Schule schwänzen handelt, sondern um ein wirkliches Anliegen.

Die Schüler werden sich von der Kritik also nicht unterkriegen lassen?

Wir haben gemerkt, dass es bei der zweiten Demonstration mehr Gegenwehr gibt. Vor allem von Seiten einiger Lehrer und Direktoren einzelner Schulen. Wir haben aber nicht vor, uns unterkriegen zu lassen. Wir sind der Meinung, der Klimawandel ist das wichtigste Problem unseres Jahrhunderts. Wenn wir nicht bald etwas unternehmen, wird uns die beste Bildung der Welt nichts nützen.

Wird es noch weiter Klimastreiks geben?

Das wissen wir noch nicht genau. Innerhalb der Organisationsgruppe haben wir verschiedene Meinungen dazu. Einige sind der Meinung, dass man unbedingt weitermachen müsste, andereglauben, man müsste andere Projekte starten. Dazu kommt, dass wir allesamt Schüler sind, lernen müssen und dementsprechend nicht unbedingt ganz so viel Zeit haben, dauerhaft Demonstrationen zu organisieren.

Interview: Markus Rufin

Die Organisationsgruppe

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