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Das mitgebrachte Küchenmesser

Foto: 123RF

Der Mann, der am vergangenen Freitag seine Ehefrau auf offener Straße niederstach, erinnert sich nach Angaben seines Anwaltes kaum an das Geschehene. Warum aber hatte er dann ein Küchenmesser mitgebracht?

Von Thomas Vikoler

Wer nicht weiß, was er vor drei Tagen getan hat, der könne schwerlich gegenüber einem Staatsanwalt und einem Richter eine Aussage machen. Diese Begründung von Nicola Nettis, dem Anwalt des 41-jährigen Bozners, der am vergangenen Freitagmorgen seine 29-jährige Ehefrau an der Ecke Claudia Augusta-Straße-Filzistraß in Bozen, mit einem Messer niederstach, entbehrt nicht einer gewissen Logik.

Auch wenn weiter unklar ist, ob der gebürtige Albaner sich doch bewusst ist, dass er einen Mordversuch verübt hat. Einen vorsätzlichen Mordversuch, wie ihn die Staatsanwaltschaft einstuft.

Die Haftprüfung mit Richter Andrea Pappalardo am Montag im Bozner Gefängnis dauerte jedenfalls wenige Minuten. Der Tatverdächtige machte auf Anraten seines Verteidigers von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch. Angeblich, weil die genaue Tatdynamik bisher nicht rekonstruiert ist und der ärztliche Bericht über den Zustand des Opfers fehlt.

Der Mann bleibt, so verfügte der Richter zu Mittag, wegen Gefahr einer Tatwiederholung im Bozner Gefängnis in U-Haft.

Das Opfer der Messerattacke befindet sich derweil im Spital in einem stabilen, aber weiterhin kritischen Zustand. Sie sei aber außer Lebensgefahr, sagen die Ermittler.

Der 41-Jährige hatte seine Frau, die mit der zehn Monate alten Tochter unterwegs war, nachdem sie die beiden anderen Kinder zur Schule gebracht hatte, am Gehsteig aufgelauert. Zuerst schlug der Mann der 29-Jährigen mit der Faust mitten ins Gesicht.

Dann zückte er ein Messer und stach mindestens fünf Mal auf sie ein. Ein Stich verfehlte die Halsschlagader nur knapp. Die Frau klagte gegenüber den Rettern über Atemnot.

„Ich wollte meine Kinder sehen“, das war laut Verteidiger Nettis die Begründung seines Mandanten, warum er sich um 8.00 Uhr morgens in Oberaus Hauptstraße aufhielt.

Seine Ehefrau und die drei gemeinsamen Kinder befanden sich seit einem Monat in einer geschützten Einrichtung, nachdem sie bei der Polizei Anzeige gegen den Ehemann wegen Misshandlung in der Familie erstattet hatte. Auch dies ein mögliches Motiv für die Messerattacke auf offener Straße.

Verteidiger Nettis betonte auch nach der gestrigen Haftprüfung, dass bei seinem Mandanten nichts daraufhin gedeutet habe, dass er zu einer derartigen Handlung fähig sei. Er hatte sich vor einigen Wochen an den Anwalt genannt, um über eine Trennung von seiner Frau zu sprechen.

Dass der 41-Jährige sich zu allererst an seiner Frau rächen wollte (und nicht, wie er selbst sagt, die Kinder sehen), darauf deutet der Umstand, dass er ein Küchenmesser mit einer rund 20 Zentimeter langen Klinge zum Tatort mitgebracht hatte. Aus diesem Grund geht die Staatsanwaltschaft von einer Planung der Tat aus.

Was passiert als nächstes? Der Verteidiger kündigt ein Verhör mit dem Staatsanwalt an, sobald sein Mandant psychisch in der Lage sei, eine Aussage zu machen.

Und bei ihm die Erinnerung an das Geschehene zurückkehre.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (17)

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  • fcpichler

    Ein 41 jähriger Bozner? Aus Albanien?

  • carlotta

    Hat men Worte für so eine Schweinerei? Er erinnert sich an nix?! Dai dai … prima balla! Es geht ihm um die Kinder… zwoate balla…. er isch no unter Schock … dritte und größte balla
    Am meisten geat mir Ober aufn Nerv, dass i den Schwein a no an Pflichtverteidiger zohl und dass es so skrupellose Anwälte gib, de so uan vertreten.. zum Kotzen…
    Fakt isch , dass er seine Frau ostechen hot gewellt!

  • watschi

    er braucht sich nicht erinnern, ist nicht notwendig. es gibt eine schwer verletze frau und genug zeugen. einige hatten sogar den mut ihn aufzuhalten, so dass er seine tat gotseidank nicht vollenden konnte. was mir dann am meisten auf die e……geht ist, wenn der anwalt sagt, wie er jetzt weint und sich sorgen um frau und kinder macht. das macht irgendwoe wùtend, weil er ja der verursacher dieses leides ist, das ja schon vor langer zeit begann. ich hoffe, dass er lebenslang mit anschliessender ausweiung bekommt. denn doese frau hat jetzt das recht in zukunft angstfrei zu leben und ihre kinder grosszuziehen.

  • billy31

    Meine gute Carlotta, in einem Rechtsstaat hat nun mal JEDER das Recht auf einen Verteidiger, wenn du diesen zahlen musst so ist das eben der saure Apfel in den du beissen musst.
    Im übrigen denke ich, dass der Täter schon seine gerechte Strafe bekommen wird, zuzuglich Ausweisung und Aberkennung der Vaterschaft.
    Ist aber noch lange nicht garantiert….

    • carlotta

      Der hat für mi kein Recht auf Verteidigung! Was genau gehört hier noch verteidigt? Ist doch offensichtlich was er der Mutter seiner 3(!) Kinder antun wollte..
      und zwecks gerechte Strafe.. ich habe komplett meinen Glauben an die gerechte Strafe verloren..

      • mannik

        Jeder hat das Recht auf Verteidigung. Dabei geht es darum, dass er die gerechte Strafe für sein Tun bekommt, nicht, dass er ungeschoren davonkommt (unmöglich in besagtem Fall) Oder sind Sie sicher, dass Sie nicht Ihre Meinung ändern würden, wenn es in Zukunft Sie treffen würde?

    • yannis

      Ob er in seinen Herkunftsland auch ein Recht auf einen Verteidiger hätte ? oder gar Mitbringen des Küchemessers sich strafmildernd auswirken würde ?

  • gestiefelterkater

    Der schwer traumatisierte Bozner aus Albanien hat Erinnerungslücken, na dann wird der Herr Richter bestimmt, Milde walten lassen und der Herr Anwalt wird sich für Freispruch und Wiedereingliederung in die Gesellschaft einsetzen. Zahlen kann der Steuerzahler.
    Es wird bestimmt auch bald ein Stellvertreter Gottes mahnende Worte finden und so die Verlorenen messerstechenden Schafe in Schutz nehmen.
    Mann ist außerdem vollkommen fasziniert, dass fußballspielende Migranten, den von ihnen benutzten Umkleideraum sauber hinterlassen, bei Einheimischen undenkbar, wenn das kein Grund zum Feiern ist.
    In der Zwischenzeit wird fleißig an einem neuen Nazimonster gebastelt, schließlich muss doch vor jeder anstehenden Wahl immer, eine böser, brauner, Wolf gebastelt, bereitgehalten und durchs Dorf getrieben werden, nur so kann sich das Wahlschaf auch für den richtigen Gatter entscheiden.
    Steter Topfen, höhlt der Wahlschafsköpfe!

  • gestiefelterkater

    Der schwer traumatisierte Bozner aus Albanien hat Erinnerungslücken, na dann wird der Herr Richter bestimmt, Milde walten lassen und der Herr Anwalt wird sich für Freispruch und Wiedereingliederung in die Gesellschaft einsetzen. Zahlen kann der Steuerzahler.
    Es wird bestimmt auch bald ein Stellvertreter Gottes mahnende Worte finden und so die Verlorenen messerstechenden Schafe in Schutz nehmen.
    Mann ist außerdem vollkommen fasziniert, dass fußballspielende Migranten, den von ihnen benutzten Umkleideraum sauber hinterlassen, bei Einheimischen undenkbar, wenn das kein Grund zum Feiern ist.
    In der Zwischenzeit wird fleißig an einem neuen braunen Monster gebastelt, schließlich muss doch vor jeder anstehenden Wahl immer, eine böser, brauner, Wolf gebastelt, bereitgehalten und durchs Dorf getrieben werden, nur so kann sich das Wahlschaf auch für den richtigen Gatter entscheiden.
    Steter Topfen, höhlt der Wahlschafsköpfe!

  • goggile

    die frauen halten nicht zusammen. so einer muss lebenslaenglich weggesperrt werden. ja spinnen wir komplett? ist euch bewusst was dieser angestellt hat?
    die frau kann mit den momentanen skandaloesen gesetzen nur hoffen dass er sie nicht nochmals attackiert.
    wo sind frauen die ptotestkundgebungen machen und die gesetze aendern wollen? in rom die pappn groas aufreisen bei nebensaechlichen themen? eine schsnde solch eine gesellschaft!

  • goggile

    veroeffentlicht endlich die pflichtverteidigerkosten die wir zahlen. namen der anwaelte mit summen. muss toll sein wenman sich der zahlung sicher sein kann.

    aendert gesetze dass moerder lebenslang und auch versuchsmoerder; und die pflichtverteidigerkosten steckt sie ins pensionssystem. keine verteidigung fuer schwerstkriminelle!

    die taeter solken nur entscheiden koennen ueber knast ohne fernsehr und zubehoer oder einem giftspritzele. der ein oder andere der sie annehmen wuerde; wuerde die gefaengnisse leeren und billiger machen.

    • ollaweilleiselber

      Pflichtverteidiger werden nach Tarif entlohnt.
      Ich wage zu bezweifeln, dass RA. Nettis zum Pflichtverteidiger ernannt wurde. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um den Wahlverteidiger handelt, und den zahlt nicht die Staatskasse.

      • gestiefelterkater

        „Der Verteidiger kündigt ein Verhör mit dem Staatsanwalt an, sobald sein Mandant psychisch in der Lage sei, eine Aussage zu machen.“
        Der Herr Mandant giebt hier also die Spielregeln vor, dann kann ja nichts mehr schief gehen und der „Gerechtigkeit“ wird bestimmt Genüge getan.

        Des Opfers, Küchenmesserträgers wird sich doch bestimmt die Caritas annehmen und ihm einen guten Anwalt beiseitestellen, nicht dass der Ärmste hier noch als für schuldig befunden wird.

  • ollaweilleiselber

    Die Tat ist fürchterlich aber es steht außer Zweifel, dass der Täter zur Rechenschaft gezogen werden muss und auch wird.
    Dass er dabei wie jeder andere einen Rechtsbeistand haben MUSS ist nun mal so vorgesehen.

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