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Schwierige Sortenwahl

Die Sortenwahl für Neuanlagen und das Wassermanagement in den Obst- und Rebanlagen waren zwei große Schwerpunktthemen des vergangenen Arbeitsjahres beim Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau.

Die weltweit größte privatrechtliche Beratungsorganisation für Obst- und Weinbau hat am Dienstag in Nals ihre 58. Ordentliche Generalversammlung abgehalten.

„Die Sortenwahl ist das Wichtigste bei der Erstellung einer neuen Anlage“, erklärt Hansjörg Hafner, Bereichsleiter Weinbau beim Beratungsring. Nicht jede Sorte eignet sich für jeden Standort und auch die Unterlagsrebe muss gut gewählt sein.

Diese schützt nicht nur vor dem Befall mit der Reblaus, sondern beeinflusst den Wuchscharakter der Rebe wesentlich. Daher haben die Weinbauberater des Beratungsrings im vergangenen Jahr die Broschüre mit dem Titel Sorten, Klone, Unterlagen- Anleitung zur standortgerechten Sortenwahl im Südtiroler Weinbau von 2012 überarbeitet, mit neuen Informationen ergänzt und neu aufgelegt. „Die Sorten- und Unterlagenwahl ist auch deshalb so wichtig, weil Rebanlagen eine relativ lange Lebensdauer haben. Hier wollen wir den Weinbauern mit unserer neuen Broschüre eine Hilfestellung bieten“, sagt Hafner im Rahmen der 58. Ordentlichen Generalversammlung.

Robert Wiedmer, Ringkoordinator und Bereichsleiter Obstbau bekräftigt, dass sich auch die Obstbauberater intensiv mit dem Thema Sorten auseinandergesetzt haben. Bei der Apfelfachmesse Interpoma im vergangenen Herbst haben sie auf dem Beratungsring Stand neue Sorten vorgestellt und die Standbesucher über die Anbaueigenschaften der neuen Sorten aufgeklärt.

Außerdem haben sie zusammen mit dem Sortenerneuerungskonsortium Südtirol (SK) und den beiden Vermarktungsverbänden VOG und Vi.P eine Broschüre über die Sortenprojekte der beiden Verbände erarbeitet.

„Die Sortenwahl bei der Erstellung einer neuen Apfelanlage ist mittlerweile sehr schwierig geworden. Jeder Bauer will natürlich die richtige Sorte für seine Anbaulagen finden und pflanzen. Wir begleiten die Sortenprojekte der Vermarktungsorganisationen und machen Lehrfahrten in andere Länder, wie etwa nach Belgien oder in die USA, um die Eigenschaften neuer Sorten in Erfahrung zu bringen. Unsere Kenntnisse präsentieren wir dann den Bauern. Sie sollen die aktuell bestehende Sortenauswahl genau kennen, damit sie eine gute Wahl treffen können“, so Wiedmer.

Auch das Thema Wassermanagement spielte beim Beratungsring im vergangenen Jahr eine wichtige Rolle. So wurde bei der gestrigen Generalversammlung ein Projekt des Beratungsrings, des Versuchszentrums Laimburg und des Energieversorgungsunternehmen Alperia vorgestellt, dessen Ziel es ist, mittels spezieller Sensoren die Bodenfeuchte in einzelnen Obst- und Rebanlagen zu ermitteln.

„Die Daten sollen über eine App auf dem Smartphone der Bauern abrufbar sein. Indem die Bauern genau über die Wasserversorgung ihrer Pflanzen Bescheid wissen, werden sie diese noch effizienter bewässern können als bisher“, berichtet Hansjörg Hafner, welcher das Projekt koordiniert.

Beratungsring und Versuchszentrum Laimburg begleiten das Projekt auf fachlicher Ebene, die Alperia wird die Infrastruktur bereitstellen.

Digitale Angebote und Intensivkurse

Robert Wiedmer

Der Südtiroler Beratungsring setzt seit mehreren Jahren schon auf digitale Hilfsmittel für die Beratung der Mitglieder.

„Bereits 1.597 Mitglieder von den insgesamt fast 6.000 Mitgliedern nutzten Ende 2018 die Beratungsring App“, freut sich Manuel Santer, der Obmann des Beratungsrings. Mit diesem Jahr stehen den Nutzern der App einige Neuerungen zur Verfügung, welche die Anwendung noch nützlicher und deren Bedienung noch einfacher machen. „Auch das Online Betriebsheft wird mittlerweile von über 2.000 Mitgliedern genutzt. Der stete Anstieg an Nutzern bestärkt uns, weiter in diese Richtung zu investieren“, erklärt Santer weiter.

Auch konventionellere Beratungstätigkeiten, speziell die Veranstaltung von Intensivkursen, wurden im vergangenen Jahr weiter ausgebaut. Insgesamt 306 Personen haben im vergangenen Jahr Intensivkurse zu verschiedensten Themen, vom Baumschnitt bis hin zu Hagelnetzen im Weinbau, besucht. Neu ist die Zusammenarbeit des Beratungsrings mit dem Südtiroler Bauernbund bei den Grundausbildungskursen und Auffrischungskursen für den Pflanzenschutzmittelpass. Hierbei referieren die Obst- und Weinbauberater zu verschiedenen Fachthemen.

Grußworte der Ehrengäste

Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler dankte dem Südtiroler Beratungsring für seine über 60 Jahre andauernde Tätigkeit für den Obst- und Weinbau. „Ohne den Beratungsring wäre der Obst- und Weinbau in Südtirol nicht auf dem Niveau, auf dem er sich heute befindet“, so Schuler.

Er betonte außerdem wie wichtig es sei, dass alle in der Landwirtschaft Beteiligten an einem Strang ziehen würden, worum sich der Beratungsring sehr bemühe, um gemeinsam einen Mehrwert zu erzielen. Auch Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler lobte den unermüdlichen Einsatz des Beratungsrings in seinen Grußworten und dankte in besonderer Weise für die gute Zusammenarbeit im Bereich Weiterbildungskurse für die Bauern.

Ehrung

Bei der 58. Generalversammlung wurde Walter Rass, welcher nach 43 Dienstjahren im Juli 2018 in Ruhestand getreten ist, geehrt. Obmann Santer dankte ihm für diese lange Zeit im Dienst des Beratungsrings.

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