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Brüsseler Manöver

Die Grünen werden gemeinsam mit der italienischen Mutterpartei zu den EU-Wahlen antreten. Paul Köllensperger bedauert die Entscheidung: „Mit dem Alleingang erweisen sie nur Herbert Dorfmann und der SVP einen Gefallen.“

von Matthias Kofler

Die Südtiroler Grünen haben in einer Sondersitzung beschlossen, das von den Europäischen Grünen forcierte Projekt zu unterstützen – und in einem Verbund aller sozialökologischen Parteien Italiens zu den EU-Wahlen im Mai anzutreten. Dem Bündnis gehört auch Italia in Comune um den Bürgermeister von Parma, Federico Pizzarotti, an. Die Südtiroler Grünen sind seit fast zwei Jahren Mitglied der Europäischen Grünen und pflegen intensive Kontakte mit den Grünen aus mittel- und nordeuropäischen Ländern. „Dies ist die einzig logische Entscheidung“ meint Tobias Planer, Co-Sprecher der Südtiroler Grünen, „denn als Teil der Europäischen Grünen haben wir einerseits ,familiäre’ Verpflichtungen und andererseits sind wir an der Entwicklung einer starken, italienischen grünen Kraft interessiert.“

Ist damit eine Allianz mit dem Team Köllensperger vom Tisch? Nein, meint Parteichef Planer. „Eine gemeinsame Kandidatur ist nicht gescheitert. Wir laden alle europafreundlichen Bewegungen in Südtirol – und somit auch das Team Köllensperger – ein, sich diesem Projekt anzuschließen.“ Planer weist darauf hin, dass der ehemalige Grillino Pizzarotti, der sich nun dem Projekt der Grünen angeschlossen hat, auch schon in Kontakt mit Paul Köllensperger getreten sei.

Köllensperger selbst hält von einer Allianz der Südtiroler Opposition unter der Schirmherrschaft der italienischen Grünen wenig. „Ich gehe davon aus, dass mit der Entscheidung der Grünen eine gemeinsame Kandidatur für die EU-Wahlen vom Tisch ist“, bedauert der Parteichef den Alleingang der Grünen. „Ich habe aber sowieso nicht auf den Grünen Generalstab gewartet und bin über diese Entscheidung auch nicht im Geringsten überrascht. Es ist aber schade, dass es wieder einmal an Alleingängen scheitert, wenn man die Kräfte einen will. Auf jeden Fall erweisen die Grünen damit Dorfmann und der SVP einen Gefallen“, sagt Köllensperger.

Der stärksten Oppositionspartei bleiben damit noch zwei Optionen offen: eine Allianz mit dem PD oder ein Bündnis mit Emma Boninos Partei +Europa. Problematisch ist der enge zeitliche Rahmen, vor allem beim PD, der erst Anfang März seinen Kongress abhält. Köllensperger stellt klar, dass sein Team mit dem eigenen Symbol antreten will und nicht, wie vor fünf Jahren der Freiheitliche Pius Leitner, einen Kandidaten auf der nationalen Liste unterbringt. Dies gehe auch, ohne dass man zuvor 30.000 Unterschriften sammeln muss, betont Köllensperger. Dafür sei ein sogenanntes „Simbolo composito“ nötig, das man mit jemandem macht, der die Unterschriften nicht sammeln muss, zum Beispiel mit der Allianz der Liberalen und Demokraten, der auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron beigetreten ist.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (21)

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  • andreas

    Köllensperger mit dem PD. 🙂
    Vielleicht merkt jetzt mancher Naivling, wie Politik funktioniert.
    „Wir machen alles besser“ und „die anderen machen alles falsch“ scheint nicht wirklich zielführend zu sein.

    Jetzt kommen aber gewiss kurtl und yannis und erklären mir die Welt….

    • pingoballino1955

      SVP mit PD,was war denn das? SVP mit Lega-Forza Italia und anderen Verrücktheiten,was ist denn das?

    • kurt

      @andreas
      Was sollte man dir schon erklären ,bei dir ist nur etwas richtig wenn SVP draufsteht und mit Edelweiß -Papier verpackt ist !!!.

    • stefan1

      Mit wem sollte soll sich das Team K sonst verbünden ?
      Mitte/Mittelinks ist die einzige wählbare Option.
      Mal ganz abgesehen, dass im Gegensatz zu Fi beim PD/+Europa/Grünen echte Proeuropäer kandideren, nicht Tajani,Mussolini und rechtes Gsindl.

      • andreas

        Mit wen er sich verbündet, ist mir herzlich egal, lustig ist aber, dass er andere Bündnisse kritisiert, selbst aber voraussichtlich keines auf die Reihe bekommt.

        • stefan1

          Welche andere Bündnisse ?
          Er hat lediglich auf die politische Prostitution der SVP aufmerksam gemacht, oder finden sie die Zusammenarbeit mit rechtsextremen,autonomiefeindlichen, minderheitenfeindlichen Parteien logisch ?
          Von Pd/+Europa/Grünen etc hört man auch nicht jeden Tag eine unverteidigbare Aussage zu Andersdenkenden wie bei Rechtsaußen.
          Bis zum 3.März steht sowieso alles in den Sternen, danach wird sich alles zeigen, man weiß ja nicht ob PD,+Europa, Grüne, MDP überhaupt getrennt antreten oder doch eine offene Liste machen, da kann Köllensperger ja gar nichts dafür.

          • andreas

            Ja, aus pragmatischen Gründen finde ich es logisch.
            Und wenn du etwas nachdenkst, wirst auch du merken, dass es für die SVP wenig Alternativen gibt. Ich halte zwar nicht viel von der EVP und noch weniger von Weber, aber in den Not frisst der Teufel halt auch Fliegen… 🙂

          • stefan1

            Die Alternativlosigkeit hat sich die SVP aber selbst zu verdanken…

          • andreas

            Hat sie das? Erkläre doch mal warum.

          • stefan1

            Ja man hätte nicht mit der Lega koalieren müssen und schon wäre Dorfmann dank dem Pd mit 1 1/2 Füßen in Strassburg.
            Da gibts nicht viel zu erklären.
            Oder wenn man es mit dem Proeuropäischen so unfassbar ernst meint, hätte man ja mit Piu Europa eine Lösung suchen können.

    • yannis

      Was soll man Dir erklären, Vielleicht das man mit Blinden nicht über Farben reden kann.

    • ostern

      @andreas
      …..und SVP mit Berlusconi und Biancofiore ist schlimmer.
      Das Blümchen schimpft das ganze Jahr über die SVP und
      plötzlich ist heller Sonnenschein über beide Parteien.
      Dai, dai…………

    • besserwisser

      bis jetzt war die pd immer opportun. wenn sie sie dann mit anderen zusammenarbeiten weil sie von der svp vertrieben wurden dann ist das legitim!
      und nachdem in svp offenbar bald nur mehr windfähnchen sitzen ist es wohl nur normal dass man sich andere partner sucht? das sollte auch eine kluges profil wie jenes des andreas verstehen.

  • rota

    Die beste Autonomie der Welt und dann kommen Europawahlen und niemand will wirklich mit südtiroler Kandidaten was zu tun haben.

  • andimaxi

    Tja Kölle verarscht einmal mehr alle. Mit dem PD? Was hat er doch auf den PD gespuckt. Wer mit Hunden ins Bett geht, wird mit Flöhen aufwachen.
    Ich kann mit den Grünen auch nichts anfangen. Aber die sind wenigstens konsequent. Köllensperger der ist nur mehr peinlich.

  • ostern

    Kölle hofft, dass die alten PD Wähler bei der nächsten
    Gelegenheit seine Partei. Könnte eine Taktik sein.
    Warum nicht. Dann schafft er noch mehr Sitze im Landtag.

  • checker

    Ich sehe immer wieder dass viele das System einfach nicht verstanden haben. Wenn wir ein Verhältniswahlrecht haben, ist man fasti IMMER gezwungen, Koalitionen einzugehen. Anders geht es nicht (ausser ich habe die absolute Mehrheit). Deshalb ist es sinnlos darüber zu reden, ob Kölle mit dem PD zusammengeht oder nicht, wenn es keine Alternativen gibt, muss er. Alles andere wäre unklug. Deshalb ist auch dieser ganze Müll mit links und rechts für die Katz. Politik muss das Leben der Menschen mit konkreten und praktikablen Vorschlägen verbessern und nichts anderes. Die andere Möglichkeit wäre, dass wir ein präsidiales System haben, wie z.b. in Frankreich, wo es mehrere Wahldurchgänge gibt, und der Gewinner dann regiert. Aber auch da würden viele sagen: Ist nicht demokratisch.

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