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„Keine rosigen Aussichten“

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Die Leidenszeit für Pollenallergiker wird immer länger und intensiver. Am kommenden Wochenende sollten Allergiker in höhere Lagen ausweichen.

von Lisi Lang

Der einsetzende Pollenflug macht Allergikern heuer schon Mitte Februar zu schaffen. Die frühlingshaften Temperaturen der letzten Tage haben dazu beigetragen, dass die Hasel- und Erlenblüte bereits in vollem Gange ist. Außerdem stäuben Zypressen und Ulmen. „Diese vier Bäume bzw. Sträucher bestimmen derzeit das Pollenspektrum in der Luft“, erklärt Alberta Stenico, Direktorin des Biologischen Labors der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz. Auch einzelne Pollen des Silber-Ahorns wurden bereits nachgewiesen.

Die Leidenszeit für Allergiker wird immer länger: „Die Statistiken zeigen, dass die Pollen-Saison immer länger wird“, erklärt Pollen-Expertin Edith Bucher vom Biologischen Landeslabor. Es sei aber durchaus normal, dass im Spätwinter Erlen oder Haseln blühen. „Wann diese Zeit beginnt, bestimmt recht stark das Wetter – im Vorjahr waren wir beispielsweise recht spät dran und dann hatten wir Mitte April eine ziemlich intensive Zeit“, erläutert die Pollen-Expertin.

Besonders pollenreich ist die Luft an warmen, sonnigen, trockenen und leicht windigen Tagen. Für Allergiker bietet der Wetterbericht am Wochenende daher keine rosigen Aussichten, da das Wetter den Pollenflug begünstigt. Das Biologische Labor rät Allergikern daher ihre Aufenthalte im Freien vor allem im Tal weitestgehend einzuschränken. „Derzeit sind vor allem Waldränder und Auwälder zu meiden, wo Hasel und Erle weit verbreitet sind. Für Allergiker ist es besser, am Wochenende in höhere Lagen auszuweichen“, weiß Edith Bucher.

Auch in den kommenden Tagen bleibt das Wetter sonnig und trocken. „In den nächsten Tagen ist aufgrund guter Wetterbedingungen mit einem Anstieg der Pollenkonzentrationen zu rechnen“, so Edith Bucher. Gegen Ende Februar bzw. Anfang März könnten im Etschtal und Unterland dann auch erste Pollen von Pappel, Esche und Weide fliegen. „Der Birken-Pollenflug ist hingegen üblicherweise nicht vor Mitte März ein Thema“, so die Pollen-Expertin.

Gefahr lauert aber nicht nur beim Aufenthalt im Freien. Auch beim Verzehr von Nüssen gilt es Vorsicht walten zu lassen: „Durch eine Kreuzreaktion kann ein Hasel- bzw. Erlenpollenallergiker auch darauf allergisch reagieren“, so Bucher.

Neben den wöchentlichen Pollenflugberichten erstellt der Polleninformationsdienst Südtirol auch die Drei-Tagesprognosen zum Pollenflug. Diese sind für die Betroffenen ein wichtiges Hilfsmittel im Umgang mit ihrer Pollenallergie: Sie helfen einerseits, den Kontakt mit den allergieauslösenden Allergenen zu vermeiden und anderseits die Einnahme von Medikamenten zeitlich einzuschränken. Die Drei-Tagesprognosen werden mehrmals wöchentlich aktualisiert und können auch über die Pollen-App abgerufen werden.

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