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Die Onlinekäufer

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Mit 47 Prozent liegt der Anteil der Onlinekäufer in Südtirol unter der Quote der meisten EU-Länder.

Laut einer aktuellen Untersuchung des Landesinstituts für Statistik ASTAT liegt mit 47 Prozent der Anteil der Onlinekäufer in Südtirol unter der Quote der meisten EU-Länder, insbesondere jener des benachbarten Österreichs (60 Prozent). Hervorzuheben ist dabei, dass 40 Prozent der Onlinekäufer Ausgaben für Übernachtungen und Verkehrsmittel tätigen.

„Keine Frage: Heutzutage bestimmt das Internet das Einkaufsverhalten mit. Die schnelle Verbreitung von Geräten der neuesten Generation, wie Smartphones und Tablets, tut ihr Übriges“, erklärt Philipp Moser, Präsident des hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol. „Schon heute lassen sich aber Online-Umsatz und stationärer Umsatz nicht mehr sauber voneinander trennen. Viele Kunden informieren sich online, bevor sie stationär kaufen und umgekehrt“, so Moser.

Als Einzelhändler und Dienstleister könne man nun diese Entwicklung verteufeln oder sie als Chance erkennen, man könne sich ihr entgegensetzen oder auf den Zug aufspringen und sich dem Konsumentenverhalten anpassen. Dabei müsse es nicht immer gleich E-Commerce sein. „Doch die Präsenz im Netz ist eine Entwicklung, vor der man die Augen nicht ganz verschließen kann. Ein intelligenter Internetauftritt und das schnelle Finden in der virtuellen Welt sind bereits gute Voraussetzungen“, meint Moser.

Entscheidend für jeden stationären Händler bleibe auf jeden Fall weiterhin die Umsetzung der eigenen Stärken. „Dazu gehören persönlicher Kontakt, Freundlichkeit, persönliche, fachkundige Beratung, Service, Vertrauen gegenüber dem Händler und dem Produkt, Nähe sowie die Emotionen und der Erlebnisfaktor im eigenen Umfeld/Geschäft, in der Einkaufsstraße und im Ort. Denn für viele Kunden wird etwa das Angreifen und Ertasten eines Produktes immer wichtiger“, so der hds-Präsident.

Der hds fordert in diesem Zusammenhang mehr Steuergerechtigkeit zwischen Online und stationären Betrieben. „Derzeit entrichten viele, vor allem kleine Unternehmen ihre Steuern im Land, in welchem sie sich befinden bzw. in welchem sie die Wertschöpfung versteuern. Die großen internationalen Kolosse hingegen, die im Einkauf und in der Logistik bereits große Vorteile durch Skaleneffekte haben, holen sich einen noch weit größeren Vorteil durch Steueroptimierung und -verschiebungen in andere Länder heraus“, erläutert der hds-Präsident. Hier könnten vor allem die kleinen Betriebe nicht mehr mithalten. Es führt zu einer Wettbewerbsverzerrung und zu einer Konzentration auf die Großen. Der Aufruf geht somit an die EU, hier den Weg zur Steuergerechtigkeit zu beschleunigen. „Die multinationalen Anbieter sollten auch dort zahlen, wo sie verkaufen“, so Moser.

Abschließend meint der hds-Präsident, dass „in dieser Zeit der schnellen Entwicklung eines sicher ist: Ein Blick in die Geschichte des Einzelhandels zeigt, dass neue Formen des Handels in der Regel die alten Formen nicht verdrängt haben, aber auf jeden Fall ergänzen.“

 

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