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Endlose Schleife

Wenn ein Grundbesitzer seine Zustimmung verweigert, darf der Sportverein dort keine Langlaufloipe spuren: Geschehen heuer in Pfalzen, wo der Streit kuriose Blüten treibt.

von Silke Hinterwaldner

„Das ist schon sehr bedauerlich“, sagt Siegfried Gatterer. Der Vizebürgermeister von Pfalzen ist selbst Bauer und im Ausschuss für den Bereich Landwirtschaft zuständig. Er kommt zum Schluss: „Es ist freilich wichtig, dass eigener Grund und Boden respektiert werden. Aber gleichzeitig entsteht dem Grundbesitzer kein Schaden, sobald im Winter die Loipe über sein Feld läuft.“ Wenn die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten, den Bauern, den Tourismustreibenden und den Zuständigen beim Sportverein gut funktioniert, dann ist das auch kein Problem.

Jedes Jahr im Winter lassen unzählige Grundbesitzer die Loipen über ihre Felder laufen. Aber immer wieder – nicht nur in Pfalzen – führt eine Auseinandersetzung dazu, dass der Bauer die Durchfahrt eines Tages untersagt. „Dass man die Loipe immer öfter als Druckmittel einsetzt, um einen Streit in einer ganz anderen Angelegenheit auszufechten, finde ich nicht richtig“, sagt Gatterer, „gerade jetzt, wo wir endlich wieder einmal Schnee haben, wäre es schön, wenn man auch die Loipe zwischen Pfalzen und Issing spuren könnte.“

Seit es in Pfalzen heuer zum ersten Mal richtig geschneit hat, wird hinter den Kulissen ein Streit ausgefochten, der dazu geführt hat, dass der Grundbesitzer noch mehr erbost ist als er es ohnehin schon war. Der Grund: Beim Sportverein hat man zu einem ungewöhnlichen Mittel gegriffen, um auf die Sperre der Loipe und dem Streit mit dem Grundbesitzer hinzuweisen. Auf dem Nachbargrundstück wurde vor zehn Tagen ein Schild aufgestellt, auf dem man lesen kann:

„Ab hier können wir leider keine Loipe machen, da Herr Winding Peter die Durchfahrt nicht erlaubt. Wir bitten um Verständnis. Es tut uns leid! Es ist uns zwar unverständlich, da wir mit einer Loipe keinem einen Schaden verursachen.“

WAS DER GRUNDBESITZER SAGT, LESEN SIE IN DER MITTWOCH-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (13)

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  • goggile

    was ist genau mit der pfalzner katze geschehen?

  • ahaa

    Winding Peter? Pension und viel Zeit 🙂

  • rota

    Ja schaut euch mal um im schönen Südtirol wieviel es an ersessenen Rechten und Nutzungsdiebstahl gibt.

    Alle müssen zusammenhelfen um dem Ort mehr Sichtbarkeit zu geben und irgendwelche neue Veranstaltung zu unterstützen. Alle waren dabei und stellten kostenlos für ein Dankeschön ihren Grund und Boden begrenzt für die Veranstaltung zur Verfügung. Nach einigen Jahren der Gewohnheit vergaß man auch das Dankeschön. Dann hat man von den Besuchern Parkgebühren kassiert. Den Eigentümern wurde es zu präpotent und zu arrogant und ließen deshalb nicht mehr parken. Mit Anzeigen und Beschimpfungen und Benachteiligungen wurde gedroht…..
    Bist du zu oft zu nachsichtig wirst du gleich zum Unmenschen verschrien. ( Ich kenne den Fall in Pfalzen nicht)

  • einereiner

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Spur der Loipe im Sommer genau sichtbar ist, da auf diesem Streifen deutlich weniger wächst.
    Ein Bauer aus Weissenbach steht vor Gericht, da eine Aussichtsplattform auf seinem Grund zusammengebrochen ist und eine Frau dadurch tot ist. Der Tourismusverein war für die Plattform und den Wanderweg zuständig.
    Warum sollen die Bauern ihre Gründe zur Verfügung stellen, wenn sie damit Prozesse und Strafen riskieren, für dessen Ursache sie nichts können?
    Schon allein dieser Prozesse wird vielen Bauern zu denken geben. Und sollte er auch noch schuldig gesprochen werden, dann ist Schluss mit Lustig. Dann werden sicher die Hälfte aller Wanderwege, Radwege und Loipen geschlossen werden.

    • silverdarkline

      Aha..und was ist mit den Schipisten, die wohl den größten Schaden verursachen? Da habe ich noch von keinem Bauern gehört, dass er nicht abholzen und eine Schneise ziehen lässt, warum wohl? Wo ihr groß abkassieren könnt wird Grund und Boden gerne zur Verfügung gestellt, gell??

      • rota

        @silverdarkline
        …und wieviel Natur und Garten um deine Wohnung stellst du gratis deinen Mitmenschen, mit und ohne Hunde, zur freien Verfügung?

      • einereiner

        @lineabuioargento
        Nur weil du es nicht hörst, heißt nicht, dass es nicht existiert. Ich kenne einige, die gegen Schipisten auf ihrem Grund waren und es durchgezogen haben. Andererseits haben Schipisten etwas positives für die Bauern…..Wald wird in Weide umgewandelt und somit erhält die Alm eine Aufwertung. Warum soll man dann dagegen sein?
        Hast du in deinem Leben nichts besseres zu tun als dumme Kommentare zu schreiben?

    • yannis

      @rota & einereiner,

      Meine volle Zustimmung !

  • franz1

    Ich denke der Herr Gatterer hat noch keinen Streifen Grund gesehen wo im Winter die Loipe war. Dort ist das Wachstum später und auch geringer.
    Deshalb gibt es für betroffene Bauern auch meist eine Entschädigung, außer vielleicht fürn
    Berger Hons der ja Hotelier ist.

  • ollaweilleiselber

    Ach, die Welt ist so ungerecht.
    Die vielen Wanderer (Touristen und Einheimische) durchstreifen meinen Wald, werfen Pilze, die sie nicht kennen, um, treten junge Bäumchen nieder, stören die Rehlein und die Hirschen, futtern meine Blaubeeren und Himbeeren, langen über den Gartenzaun und stehlen meine Stachelbeeren, schreien herum und stören damit die Ruhe der Natur, hinterlassen ihre Exkremente und das zum Abputzen benützte Papiertaschentuch, und mir zahlt dafür niemand eine Entschädigung.
    Was ist das nur für eine ungerechte Welt!!

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