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Die Zivilschutz-Bilanz

Auskünfte, Brote, Getränke für die stundenlang im Stau stehenden Autofahrer (Foto: LPA/Agentur für Bevölkerungsschutz)

Die außerordentlich starken Schneefällen in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar haben zu enormen Problemen im Straßen- und im Schienenverkehr geführt.

In diesen zwei Tagen waren insgesamt 134 Freiwillige Feuerwehren mit 1.600 Wehrleuten im Einsatz, 23 Polizeistreifen mit 70 Polizisten und 20 Einheiten der Carabinieri. Das Weiße Kreuz war mit 25 Fahrzeugen, darunter zwei Ambulanzen, im Einsatz, mit 55 freiwilligen Helfern und vier Sanitätern; sie verteilten 4.500 Brote, warme Getränke und 200 Decken. Im Lagezentrum waren 35 Personen tätig.

Im Laufe der Nacht auf den gestrigen 2. Februar wurden in verschiedenen Teilen Südtirols 50 bis 70 Zentimeter Schnee verzeichnet. Daraufhin wurde der Bevölkerungsschutz in all seinen Bereichen aktiviert, darunter auch jener im Hinblick auf die Verkehrssituation sowie der Schneenotfallplan. In diesem Zusammenhang wurden am Freitagnachmittag die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden verständigt, in denen die Schwerfahrzeuge geparkt sind, und darauf hingewiesen, dass diese ehestmöglich zum Einsatz kommen sollten.

Die Verkehrslage auf der Brennerautobahn A22 gestaltete sich sofort kritisch, da einige unzureichend ausgestattete Lastkraftwagen nicht mehr weiterfahren konnten. Es waren zahlreiche Lkw unterwegs, um den Brenner vor Eintreten des Fahrverbots ab 7 Uhr am Samstag zu überqueren. Die Verkehrseinsatzzentrale im Lagezentrum in Abstimmung mit der technischen Direktion der Brennerautobahngesellschaft und das Comitato Operativo Autostradale haben die Maßnahmen eingeleitet, um Behinderungen für die Verkehrsteilnehmer vorzubeugen und einzugrenzen und um einen ungehinderten Verkehrsfluss auf der Autobahn wieder herzustellen.

Auf der Autobahn haben infolge der starken Schneefälle die Stürze mehrerer Motorradfahrer, die auf dem Weg zu einem bekannten Treffen in Deutschland (Elefantentreffen) waren, mehrere Schwerfahrzeuge zu abrupten Manövern gezwungen. Dadurch und wegen auf dieser Strecke verbotener Überholmanöver wurden beide Fahrspuren blockiert, Personenkraftwagen wurden dadurch am Weiterkommen gehindert.

Das Zusammentreffen der starken Schneefälle mit dem Urlauberwechsel am Wochenende führte zu einer ungewöhnlich komplexen Situation auf den Straßen. Die ersten Meldungen von hängengebliebenen Fahrzeugen trafen um 6.50 Uhr am Samstag im Lagezentrum ein, das ab 5.00 Uhr früh von der Agentur für Bevölkerungsschutz unter ständiger Einbeziehung des Regierungskommissariats eingerichtet worden war. Das Regierungskommissariat übernahm die Koordination der verschiedenen staatlichen Sicherheitsabteilungen wie Polizei, auch mit Hilfe von Hubschraubern, Verkehrspolizei und Fliegertruppe des Heeres (Aves Altair).

Die ersten Meldungen einer Verkehrsblockade trafen um 7.15 Uhr im Lagezentrum ein und führten umgehend zum Einsatz des Zivilschutz-Versorgungszuges des Weißen Kreuzes. Ab 8.45 Uhr trafen auch Meldungen von medizinischen Notfällen ein, die über mehrere Stunden andauerten. Alle über die Einheitliche Notrufnummer 112 eingelangten Meldungen stellten sich als nicht gravierend heraus und konnten rasch einer Lösung zugeführt werden. Es wurden keine Todesopfer und auch keine Verletzten registriert.

Auch das Schienenverkehrsnetz setzte den Schneenotfallplan in Kraft und sicherte die wichtigsten Verbindungen, wenn auch in eingeschränkter Weise und mit Verspätungen.

Mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehren und des Weißen Kreuzes von Vahrn, Brixen, Klausen, Sterzing, Gossensaß, Schabs und Milland wurden wartende Autoreisende versorgt. Diese Einsätze erwiesen sich als besonders schwierig aufgrund der vollständigen Blockade durch feststeckende Lkw. Einige Autoreisende wurden mit Bussen über die Südspur in Aufnahmezentren in Vahrn gebracht.

Um Mitternacht hat die Tiroler Landesregierung auf Antrag das in Österreich geltende Fahrverbot ausgesetzt und somit den Lkw ermöglicht, über den Brenner zu fahren. Erschwerend kamen der Abgang einer Lawine in Grenznähe hinzu sowie ein schwerer Unfall jenseits des Brenners. Nach Beseitigung dieser Verkehrshindernisse konnte schrittweise die Befahrbarkeit der Nordspur der Autobahn durch Arbeiter der Autobahngesellschaft wieder hergestellt werden.

Alle Einsätze wurden unter Wahrung der Sicherheit der Einsätzkräfte und der Betroffenen durchgeführt.

Im Verlauf dieser Ausnahmesituation wurde auch in Durnholz eine Lawine verzeichnet, durch deren Abgang aber niemand verletzt wurde.

Der Netzbetreiber Edyna verzeichnete um 6 Uhr früh am Sonntag etwa 80 Kunden ohne Stromversorgung, zu diesem Zeitpunkt wurde bereits an der Wiederherstellung der Stromversorgung gearbeitet.

Auf der Nordspur der Brennerautobahn hat sich die Anzahl der zwischen der Fahrspur und der Notspur geparkten Sattelschlepper verringert; die Nordspur der Autobahn ist derzeit auf einer Fahrbahn geöffnet. Zeitgleich wird an der Öffnung der Staatsstraße 12 zwischen Sterzing und Brenner gearbeitet.

Auf der Eisenbahnstrecke ist der Güterverkehr Richtung Norden noch unterbrochen. Auch die Regionalzüge nach Lienz in Osttirol verkehren derzeit nicht.

In der Verkehrseinsatzzentrale und dem bei der Berufsfeuerwehr angesiedelten Lagezentrum wurden Maßnahmen bewertet, um eine reibungslose Wiederaufnahme des Schwerverkehrs in Richtung Norden zu ermöglichen.

Die Lawinenwarnstufe liegt derzeit bei Stufe 3 (Orange), während der Zivilschutzstatus bei der Aufmerksamkeitsstufe Alfa bleibt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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