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Das fehlende Ossarium

Friedhof St. Ulrich (Foto: Unterillertaler)

Im Prozess wegen einer vermeintlichen Leichenschändung in St. Ulrich treten Bürgermeister und Dekan auf.

Das im Juni 2015 auf dem Pfarrfriedhof St. Ulrich fehlende Ossarium. Das war eines der Themen bei einer prominent besetzten Zeugeneinvernahme vor wenigen Tagen am Bozner Landesgericht. Im Prozess (im verkürzten Verfahren) sind drei Friedhofsarbeiter wegen Leichenschändung angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, die mumifizierten Überreste einer am 12. Juni 1990 im Alter von 71 Jahren verstorbenen Frau – vor Ablauf der 20-jährigen Verwesungsfrist – kurzerhand in das Grab eines soeben beerdigten 73-Jährigen geworfen zu haben. Außerdem wurden im Biomüll des Friedhofs Knochenreste von drei weiteren Leichen gefunden.

Als Zeugen der Verteidigung sagten nun der frühere Bürgermeister Ewald Moroder, der aktuelle Amtsinhaber Tobia Moroder und Dekan Luigi Pitscheider aus. Sie betonten, dass das Ossarium erst im Herbst desselben Jahres bereitstand.

Verteidiger Gianlorenzo Pedron verwies anschließend auf das Fehlen jeglichen Vorsatzes der Friedhofsarbeiter, etwa um sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen.

Richterin Carla Scheidle wird das Urteil am 19. Februar verkünden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (2)

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  • gestiefelterkater

    Wenn das Leichenschändung wäre, was die Friedhofsarbeiter hier begangen haben, wie bezeichnet man dann, wenn mit einer Gletscherleiche Geld gescheffelt wird.
    Leichenrecycling, Wiederbelebungs oder Auferstehungsbusiness?
    Was täten die Fledermäuse, Anwälte und Richter, wenn sie keine solch monströsen Fälle zu bearbeiten hätten, wen würden sie verklagen, die dicken Fische müssen sie alle schwimmen lassen, es bleiben meist nur kleine Fische im Netz der „Gerechtigkeit“ hängen.
    Wahrscheinlich beschäftigen sie sich so gern mit Lappalien damit die großen Schweinereien genug Zeit haben um sich zu verjähren, man hat ja so viel Wichtigeres zu tun.

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