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Lehrer vor Gericht

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Die Staatsanwaltschaft beantragt die Einleitung eines Hauptverfahrens gegen den Südtiroler Grundschullehrer, der im Mai unter Pädophilie-Verdacht verhaftet wurde. Vorverhandlung am 20. März.

von Thomas Vikoler

Die Verwunderung in seinem Freundes- und Bekanntenkreis nach seiner Verhaftung im Mai 2018 war groß:

Wie konnte ein studierter und kultivierter Mann so etwas tun? Sexueller Missbrauch gegen Schülerinnen von acht bis neun Jahren, auch noch während des Unterrichts?

Definitiv bewiesen ist das, was dem Grundschullehrer im Haftbefehl vorgeworfen wird, freilich nicht. Es gilt weiter die Unschuldsvermutung, auch wenn das gegen ihn gesammelte Beweismaterial wenig Interpretationsspielraum offen lässt.

Auf einem versteckt gedrehten Polizei-Video ist zu sehen, wie der Tatverdächtige, auf einer Schulbank sitzend, einer Schülerin von hinten zwischen die Oberschenkel greift. Die wohl belastendste Szene in einem Strafverfahren, das nun in ein neues Stadium getreten ist.

Die Staatsanwaltschaft hat formell Anklage gegen den Lehrer erhoben.

Wegen Verstößen gegen die Strafrechtsartikel 609bis und 609ter, erschwert durch die Umstände, dass ihm die mutmaßlichen Opfer anvertraut worden und unter zehn Jahre alt sind.

In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft sind die Namen von zehn mutmaßlichen Opfern aufgeführt, allesamt Mädchen. Ob sich ihre Eltern als Zivilpartei in das Strafverfahren einlassen werden ist, offen. Die Vorverhandlung wurde für den 20. März vor Richter Emilio Schönsberg angesetzt.

Der Fall wurde im vergangenen Frühjahr offenbar, ausgerechnet nach einem Elternabend. Dort bat der Lehrer die Eltern, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder während des Unterrichts ihm gegenüber „nicht zu anhänglich“ sein sollten.

Den Eltern schien dieser Hinweis sonderbar, eine neunjährige Schülerin erzählte darauf, dass sie der Lehrer unsittlich berührt habe. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet und der Unterricht verdeckt von der Polizei gefilmt.

Mitte Mai, wenige Wochen vor Schulende wurde der Lehrer unter dringendem Tatverdacht verhaftet. Er verbrachte anschließend mehrere Monate im Hausarrest, für seine Tätigkeit als Weiterbildner für Asylwerber erhielt er eine  gerichtliche Ausgeherlaubnis.

 

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