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„Das Vulgäre siegt“

Wahrheit, neue Medien und die Zeit der „likes“: Am Tag des Heiligen Franz von Sales, dem Patron der Journalisten, hat Bischof Ivo Muser ein Plädoyer für Good News gehalten.

Der 24. Jänner ist der Gedenktag des Heiligen Franz von Sales, des Patrons der Journalisten.

Auch heuer wieder lud Bischof Ivo Muser an diesem Tag alle Medienschaffenden Südtirols in das Bozner Pastoralzentrum zu einer Wortgottesfeier und zum gemeinsamen Dialog.

Im Folgenden der Wortlaut der Ansprache des Bischofs:

„Franz von Sales, der heilige Kirchenlehrer, der uns heute zusammengeführt hat, fühlte sich in seinem Tun und Schreiben vor allem der Wahrheit verpflichtet. „Wahrheit“ und „Wahrhaftigkeit“ sind Anliegen, die uns in seinen Briefen und Schriften häufig begegnen.

Er war ein Mann des offenen Wortes. Er scheute sich nicht, Missstände in Politik, Kirche und Gesellschaft offen beim Namen zu nennen. Ihm war klar: Um die Sünde auszumerzen, darf sie nicht vertuscht, sondern muss angesprochen und kritisiert werden, ohne jedoch dem Sünder seine Würde abzusprechen. Was ihn besonders auszeichnet, ist sein Respekt gegenüber Andersdenkenden. Und das war im polemischen Kontext der konfessionellen Auseinandersetzungen des 16. und 17.Jahrhunderts, in dem er lebte, alles andere als selbstverständlich.

Seine Devise war: „Behandle die Sünde scharf, den Sünder aber milde.“ „Ich muss“, so Franz von Sales, „beim Tadeln eines Fehlers so viel wie möglich die Person dessen schonen, der ihn begangen hat.“ Und ein anderes Zitat, vor allem an das Innere der Kirche gerichtet: „Ich will keine absonderliche, unruhige, traurige und verdrossene Frömmigkeit, sondern eine milde, sanfte, angenehme und friedliche, mit einem Wort: eine freie und fröhliche Frömmigkeit, die liebenswürdig ist vor Gott und den Menschen.“

Am Tag Ihres Patrons möchte ich jetzt diese Gedanken mit Ihnen allen teilen.

Die Botschaft des Papstes zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel 2019

„Wir sind als Glieder miteinander verbunden. Von Community zu Gemeinschaft“lautet das Motto für den Welttag der sozialen Kommunikationsmittel (Mediensonntag), der in unserer Diözese Bozen-Brixen am 27. Jänner 2019 begangen wird.

Das Motto, das dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser (4,25) entnommen ist, soll die Notwendigkeit betonen, die vielfältige mediale Kommunikation wieder auf ihr Ziel auszurichten: Gemeinschaft zu schaffen. Angesichts mancher vorherrschender Trends in den so genannten sozialen Netzwerken gilt es, die mediale Interaktion wieder stärker als Dialog und Gelegenheit der Begegnung zu verstehen. Es gilt, Community nicht mit Gemeinschaft zu verwechseln.

In einer Gemeinschaft werden Inhalte geteilt, es wird am Zusammensein gearbeitet und das Gemeinwohl in den Mittelpunkt gestellt. Gerade deshalb muss der Einsatz in den Social Media Beziehungen gelten, die auf dem Zuhören aufbauen, auf Dialog und Verantwortung für die verwendete Sprache.

Die Risiken sozialer Netzwerke

Das Landesstatistikinstitut ASTAT hat 2018 erhoben, dass in Südtirol jeder zweite Internetuser soziale Netzwerke nutzt, also etwa Facebook, Twitter, Youtube oder Instagram. Diese digitalen Marktplätze sind als Gesprächsplattformen entwickelt worden, als Plattformen, die es uns ermöglichen, mit unseren Freunden in Kontakt zu bleiben. Leider verwandeln sie sich heute immer mehr in die einzige Informationsquelle der Nutzer – mit dem Risiko, die Welt auf Slogans zu reduzieren.

All jene, denen die Mittel fehlen, um sich dagegen zu wehren, riskieren nun, nicht mehr zwischen richtig und falsch unterscheiden zu können. So werden Nachrichten verbreitet, die nicht wahr sind, und nur solche konsumiert, die man lesen oder hören will. Statt des Dialogs geht es um Konfrontation – mit drei drastischen Folgen: Diskussionen werden im Keim erstickt; Das Vulgäre siegt; Menschen, die sich nicht aufs Schreien verstehen, bleiben außen vor.

In die neuen Medien einzutauchen, vermittelt ein Gefühl der Intensität, worum es aber wirklich geht, ist die Gemeinschaftserfahrung. Auch wenn wir in der Zeit der „likes“ leben, des „Gefällt mir“ oder des „Gefällt mir nicht“, sind für eine Gemeinschaft doch Nachdenken und eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit Themen und Menschen notwendig. Nur sie helfen, neue Beziehungen zu schaffen.

Aufruf an die Journalisten

Das Problem der Wahrheit und ihrer Beziehung zur Information ist zu einem der zentralen in der heutigen Welt geworden. Einer Welt, in der Nachrichten über unterschiedlichste Kanäle verbreitet werden. Deshalb wünsche ich den Kommunikationsprofis, dass

–       sie sich nie mit dem zufrieden geben, was den Anschein von Wahrheit hat,

–       sie sich weiter dafür einsetzen, nicht nur richtige von falschen Nachrichten zu scheiden, sondern auch wichtige Informationen von solchen, mit denen nur Einzelinteressen bedient werden,

–       sie nie ihre besondere Verantwortung vergessen und offen sind für die Good News, die guten Nachrichten,

–       sie in diesen guten Nachrichten besonders auf jene in der Gesellschaft achten, die keine Stimme haben und daher von den jungen Menschen oft nicht wahrgenommen werden. Deren Geschichten müssen erzählt, über deren Bedürfnisse, Träume und Hoffnungen muss berichtet werden.

–       sie weiter ihren Beitrag zu einem gelungenen Zusammenleben leisten, zu einer Gemeinschaft von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Muttersprache.

Aufruf an die Bürger und Bürgerinnen

Gut zu kommunizieren hat wenig damit zu tun, effizient zu kommunizieren. Eine gute Kommunikation trägt zum Zusammenleben bei und dazu, dass aus einer Community eine Gemeinschaft wird. Das muss als User des Internets unser aller Ziel sein.

Ich wünsche mir, dass jeder von uns Entscheidungen und Einstellungen kommuniziert, die mit dem Evangelium im Einklang stehen, und zwar nicht nur auf digitalen Plattformen. Dabei müssen sich die Inhalte unserer Kommunikation stets an drei Grundwerten ausrichten: Am Respekt vor dem Menschen (was Hass, Intoleranz und Herabwürdigung ausschließt); am Dialog (als ehrliche Suche nach der Wahrheit); an der Begegnung (als Aufeinander-zu-gehen, das immer ein Geben und Nehmen ist).

Die Kirche und die sozialen Netzwerke

Auch die Kirche muss in den sozialen Netzwerken zuhause sein. Sie zu ignorieren, ist keine Option. Deshalb muss die Kirche die notwendigen Kompetenzen erwerben, wir müssen zulassen, dass die sozialen Netzwerke zu einem Teil unseres heutigen Christseins werden. Das beginnt in den Priesterseminaren und theologischen Hochschulen und Fakultäten, umfasst aber auch einen aktuellen Internetauftritt der Diözesen. Der neue Auftritt unserer Diözese wird in wenigen Wochen online gehen.

Wir müssen uns klar werden, dass die neuen Medien nicht nur Verstärker der christlichen Botschaft sind. Sie sollten vielmehr dazu dienen, die Art und Weise der Verkündigung zu überdenken und sie in eine der heutigen Kultur entsprechende Sprache zu kleiden.

Die neuen Medien helfen demnach nicht nur, die Verkündigung effizienter zu gestalten, sondern sind notwendig, wenn wir möglichst viele Menschen erreichen wollen, wenn wir auch die Kirchenfernen ansprechen und sie dazu einladen wollen, sich der Schönheit des Wortes Gottes und der Werte der Evangelien zu öffnen. Die größte Versuchung – auch für die Kirche – bleibt die Selbstbezogenheit, das Kreisen um sich selber. Auch deshalb lädt uns der Papst ein, uns zu öffnen und hinauszugehen – als Voraussetzungen dafür, dass wir Gläubige die sozialen Netzwerke und unsere Zeit zu unserem Zuhause machen.

Die Gesellschaft braucht guten, professionellen Journalismus dringender als je zuvor, weil im digitalen Zeitalter mit seinen fast unbegrenzten Möglichkeiten eine Flut von Informationen auf die Menschen losgelassen wird. Es braucht eine wertorientierte Auswahl, Bewertung der Fakten, und es braucht Zusammenhänge, die Orientierung geben. Das Internet vermehrt das Wissen wie nie zuvor in der Geschichte. Das weltweite Netz geht in die Breite; laufend wird Masse produziert. Qualitätsjournalismus hat einen anderen Zugang zu den Dingen und Ereignissen; er geht in die Tiefe.

Franz von Sales, der Patron eines guten, gründlichen und menschengerechten Journalismus, helfe Ihnen und uns allen, in Wort, Bild, Stil und Ton der Wahrheit und damit dem Menschen zu dienen.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (25)

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  • marting.

    Hat er sonst nichts zu tun? Wann kümmert er sich um die vielen Mißbrauchsfälle in der Kirche? Oder wäre das zuviel Bad News?

    • pingoballino1955

      Er hat genug zu tun um die MISSBRAUCHSFÄLLE ZU VERTUSCHEN,das ist Fakt! Was mischt er sich überhaupt in alles ein,wer ist er??? Soll auf seine davonlaufenden Schäfchen schauen,wäre sinnvoller für ihn,sonst sind in absehbarer zeit die Kirchen noch l e e r e r !!! Priester haben sie auch keine mehr,warum wohl???

  • yannis

    Ach so, nur good news wären die Lösung um das Volk ruhig zu halten.
    Hat früher recht gut funktioniert, von der Kanzel runter good news über sich selbst und hinten herum nicht besser wie alle anderen Gauner auch.
    seit die Welt viel kleiner geworden halt sind die Zeiten halt vorbei.

  • gestiefelterkater

    Die Himmelreichsverkäufer, Gaukler und Hütchenspieler sehen wohl ihre Felle davon Schwimmen.
    Es kommt noch so weit, dass die erlauchte Gesellschaft irgendwann höchst selbst für ihren Unterhalt sorgen muss, wenn man diesem üblen Treiben nicht bald mit einem Gesetz ein Ende setzt. Wer soll denn morgen noch die ganzen Käseblätter kaufen, wer schaut sich noch die Tagesschau an? Wahrlich, wahrlich, sie sagen uns, wenn der gewöhnliche Bürger glaubt er könne sich gar selbst eine Meinung bilden, ohne Bischöflichen und der Schmierenblätter Beistand, so werden sich die Höllenpforten öffnen und es wird ein Übles Ende nehmen.

    • kurt

      @kater
      Ja mit den Höllenpforten haben diese Leute schon immer ein gutes Geschäft gemacht ,nur wer´s glaubt wird nicht mal selig!.
      Dieses Grab haben sich die hohen Herrn der Geistlichkeit selber geschaufelt weil sie mit ihrer Glaubenstheorie für Jahrhunderte die einfachen Leute beschissen haben und jetzt gibt es ein böses Erwachen und es ist gut so !!!!.

  • checker

    Ach der Muser.
    Mit der Aussage, dass die Leute nicht mehr von wahr und falsch unterscheiden können, hat er wohl recht. Aber die Schuld rein den sozialen Medien zuzuschieben ist einfach nur naiv und falsch. Der gesamte Medienbereich, und damit auch die herkömmliche Presse ist starken Veränderungen ausgesetzt und die Zeitungen sind die ersten die immer reisserischer und heuchlerischer auftreten.
    Eine ausgewogene Presse kann es nur geben, wenn sie unabhängig ist, heisst öffentlich. Da kann er dann in Südtirol gleich zu Herrn E. laufen und sagen was zu tun ist. Hat es ja einfach und einen einzigen Ansprechpartner allein in Südtirol.
    Ausserdem: Die Kirche ist momentan an Heuchlertum nicht mehr zu überbieten, die halbe Welt versinkt in (völkerrechtswidrigen) Kriegen und von der Kirche wieder einmal nichts zu hören. Stattdessen kritisiert man das Internet. Da werden wohl einige Menschen im aufmüpfig und das hat man als „Gott“ gar nicht gern. Deshalb die ganze Kritik…Muser ist profillos und ein reiner Verfechter der grossen Machtgruppen. Können wir abhaken. Next.

  • franzbach

    Dem Muser ist das Internet und die Sozialen Medien nur deshalb ein Dorn im Auge, weil da des öfteren die Meinung der Mitbürger bezüglich seiner Person nachzulesen ist, nämlich, dass er den allermeisten Südtirolern unsympathisch ist.

  • moto

    Von der Missionierung der Katholischen Kirche spricht der Herr Mulser nie. Dabei war die Katholische Kirche die Erfinderin der Fake News.

  • checker

    Sehe ich auch so, denn plötzlich kann man die Mächtigen kritisieren und durchaus auch Gehör finden. Wir können nur froh sein, dass die Kirche nicht mehr die Macht wie früher hat (zumindest nicht dem kleinen Bürger gegenüber), rein vom FInanzkapital sind sie wohl weltweit ganz vorne dabei.
    Grundsätzlich ist das Internet immer mehr Machtgruppen ein Dorn im Auge und die Entwicklung geht dahin, dass man sich in Zukunft wohl im Internet registrieren muss und das Verhalten der Leute über Vergabe von „Sozialpunkten“ verknüpft wird, wer brav ist, bekommt Punkte und damit in den Himmel.
    Man wird jeden Hackerangriff dazu verwenden um „Sicherheitsmassnahmen“ einfordern zu können, ähnlich wie bei den Terroranschlägen. Muser macht schon mal den Anfang…

  • goggile

    Ihr vollpfosten! Seit oht christen? Ja? Warum tretet ihr nicht aus der kirche aus? Hier meckern und sonst schleimis? Ihr vollpfosten. Der bischof hat recht.

    • kurt

      @goggile
      Seit wann sprichst du denn mit dir selber ?????.Du bist doch der Bischof -Schleimer .

    • yannis

      @goggile,
      Muss Dich Entäuschen, habe schon lange bevor das Internet-Zeitalter begann, diesen „Schmarotzer-Verein“ gekündigt und mir damit den Zorn einiger Gläubiger in meinen näheren Umfeld eingehandelt.
      Nun ob die bereits verstorbenen davon jetzt im Himmel sind ? Mir jedenfalls wurde von all denen die Hölle prophezeit.

      • kurt

        @yannis
        Der Hetz wegen ist aber doch die Hölle vorzuziehen .
        Stell dir vor auf einem Gemütlichen Ratscher mit einem Glasl Weißen und da kommt einer und stellt sich als der andreas vor ,da könnte man Tatsächlich vergessen das man sich in der Hölle wieder gefunden hat ,mit ein bissl Phantasie !?!?.
        Für einen herzhaften Lacher wäre das allemal gut .

    • pingoballino1955

      Wer ist hier wohl ein Vollpfosten???? Freie demokratische Meinungsäusserungen der Bürger/innen wohl unbequem,weil es die Wahrheit ist! VOLLPFOSTEN!

  • ostern

    Die Migranten aufnehmen und nach 1 Woche laufen lassen.
    Ist das das gute Beispiel das uns die Kirche vermitteln will.
    Ist diesen Herrn wohl zu teuer gekommen diese zu verköstigen,
    deshalb hat man uns klar machen wollen dass sie abgehauen sind.
    Hr. Bischof warum nehmen sie nicht einige solcher Migranten zu sich.
    Von den anderen verlangen aber selber ………………..

  • kleinlaut

    Don Ivo di Gais, Boss der Institution Kirche in Süditiol…sie sollten für den Rest ihrer Tage Buße tun für die ganzen Unwahrheiten und Märchen die sie Tag—täglich den Armen im Geiste zu vermitteln versuchen.

  • morgenstern

    Wie hätten sies denn gern Herr Muser??????

  • hells_bells

    Muser redet von Fake News und verbreitet täglich selbst die grösste Lüge der Geschichte, was für ein Heuchler!

  • pingoballino1955

    Übrigens schon dieses scheinheilige-heuchlerische-diktatorische Gesicht ist u n e r t r ä g l i c h!!!!

  • rota

    Warum denke ich immer an Franz Pahl wenn ich ein Bild von Ivo Muser sehe? Umgekehrt passiert es genauso.

  • kleinlaut

    Wen wunderts, dass dieser zutiefst unsympathische Typ das Priesterseminar soweit heruntergeputzt hat, dass sich kein einziger Student mehr dorthin verirrt.

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