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Christa Laner-Kräutner verstorben

Christa Laner-Kräutner als Claudia de Medici- Landesfüstin von Tirol im Schauspiel Der Kanzler von Tirol, von Josef Wenter, Freilichtspiele Südtiroler Unterland, Neumarkt, 1973 (Foto: Max Paul Walter)

Die Schauspielerin Christa Kräutner-Laner, bekannt aus zahlreichen Auftritten bei den Freilichtspielen Südtiroler Unterland, ist in Wien verstorben. Ein Nachruf von Luis Walter.

Christa Kräutner entstammt einer Bozner Hoteliersfamilie, ist in Bozen  geboren und aufgewachsen. Nach der Matura der HOB in Bozen besucht sie in Wien eine Schauspielschule, kehrte wieder in ihre Heimat Südtirol zurück, studiert weiter und promoviert. Sie wird  Landesbeamtin, heiratet Jul Bruno Laner. Die Ehe haltet nicht lange, doch bleiben sie ein Leben lang gute Freunde.

Bald schon kommt sie in Südtirol mit den Theaterleuten in Berührung,  übernimmt 1972 bei den blutjungen Freilichtspielen in Neumarkt nun als Christa Laner in der legendären „Jedermann-Aufführung!“ die  stimmgewaltige, prestigeträchtige Rolle des „Glaubens“, die beim Salzburger Jedermann Helene Thimig und Paula Wessely verkörperte. Der bei der Premiere anwesende Starjedermann von Salzburg ,Walther Rayer, meinte  in seinen ORF Interwiev, diese Aufführung „sei nicht angekränkelt von des Berufes Blässe“

1973 ist Christa Kräutner  wieder bei den Freilichtspielen in Neunmarkt dabei, diesmal als Claudia de Medici im „Der Kanzler von Tirol“.Auch in dieser Interpretation gibt sie der Figur der Tiroler Landesfürstin durch Sprache und Auftreten Ausdruck und fürstliche Würde.

1977 schreibt Jul Bruno Laner für die Freilichtspiele  in Neumarkt das Schauspiel „ Kardinal Cusanus und der Enneberger Streit“.Die sehr weltliche, herrische Äbtissin Verena von Stuben auf der Sonnenburg im Pustertal,  der Gegenpol von Kardinal Cusanus (unvergessen Karlheinz Böhme) verkörpert  Christa Laner- Kräutner, wiederum wortgewaltig.

1977 überraschen die Freilichtspiele  in Neumarkt  mit einer Uraufführung, wieder im Sinne Themen aus unserer Tiroler Geschichte zu zeigen: “Margarete Maultasch“,geschrieben vom   österreichischen PEN-Club -Vizepräsidenten Dr. Siegfried Freiberger, Wien. Freiberger zeichnete die „Maultasch“ als eine hässlich, abstossende Frau, was Margarethe Maultasch nach neueren Erkenntnissen nicht war. Die Freilichtlspiele in Neumarkt schreiben das Stück um, machen eine begehrenswerte Landesfürstin Margarethe Maultasch und Christa Kräutner-Laner spielt eine souveräne, schöne Landesfürstin von Tirol.

Wenn die Freilichtspiele Südtiroler Unterland im Laufe der Jahre weit über unsere Landesgrenzen hinaus bei Presse und Publikum geachtet und geliebt wurden, so ist es nicht zuletzt auch das Verdienst von Christa Laner- Kräutner, die sich immer selbstlos, ehrenamtlich und professionell, wie auch der Rest des Ensembles für die gute Sache zur Verfügung stellten. Christa Laner-Kräutner hat sich für die Freilichtspiele Südtiroler Unterland und somit für das kulturelle Leben in Südtirol Verdienste erworben, weil Theaterkultur nun einmal zu den schönsten Manifestationen des Geistes gehört, besonders für eine Minderheit in einem fremden Staat.

Christa Kräutner hat  im Laufe der Jahre zurückgezogen gelebt, wohl auch die Sesshaftigkeit  in Südtirol verloren, es zog sie nach Wien, in die Stadt ihrer Träume. Nach Südtirol kam sie von Zeit zu Zeit auf Besuch, für endgültig kam vor ein par Tagen ihre Asche nach Südtirol und wurde im Familiengrab in Lengmos am Ritten im kleinsten Kreise beigesetzt. Möge sie ruhen in Frieden.

Christa Kräutner  war ein bescheidener, im Grunde einsamer Mensch. In Theaterkreisen ohne Allüren, stets ruhig, zu allen freundlich und Hilfsbereit. So wird man Christa Laner-Kräutner wohl auch in Erinnerung behalten.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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