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„Um’s Haxl gehaut“

Der Ex-Abgeordnete Andreas Pöder kritisiert den schwachen Auftritt der Opposition bei der LH-Wahl – und meint, die Lega habe sich von der SVP abspeisen lassen.

Andreas Pöder schickt voraus, dass er „natürlich befangen“ sei. „Ich hätte bei der LH-Wahl anders agiert“, sagt der BürgerUnion-Politiker, der im Oktober den Wiedereinzug ins Hohe Haus verpasst hat. Obwohl die Opposition aus Team Köllensperger, Grünen, Freiheitlichen und Co. 16 Abgeordnete stellt, legte sie am vergangenen Donnerstag einen auffallend schwachen und farblosen Eindruck hin.

Dieser Auffassung ist auch der Ex-Abgeordnete Pöder: „Man hätte Arno Kompatscher bei den nicht umgesetzten Versprechungen aus der letzten Regierungserklärung packen müssen. Zudem hätte sich die Opposition auf die Hüttenaffäre von Daniel Alfreider einschließen und die Ersetzung der geheimen Wahl durch ein offenes Handlaufheben kritisieren sollen“, findet der Chef der BürgerUnion.

Pöder wirft der SVP vor, die Lega bei der Zusammensetzung der Landesregierung „um’s Haxl gehaut“ zu haben, indem sie den neuen Koalitionspartner mit schwachen Ressorts abgespeist habe. „Die SVP kriegt den Kuchen, der Lega bleibt grad einmal der Teller“, so der Ex-Abgeordnete.

Hochbau, Vermögen und Kataster sowie Statistik seien hauptsächlich technische Zuständigkeiten, in denen ein Landesrat kaum was bewegen oder verändern könne. Es seien „Abnick-Zuständigkeiten“. Energie und Umwelt seien die einzig wichtigen Bereiche für die Lega-Landesräte, „allerdings eingeschränkt dadurch, dass Raumordnung und Landschaftsschutz bei einer SVP-Landesrätin bleiben und alle Wirtschaftsbereiche, die auch in die Energiefrage hineinwirken, ebenfalls bei SVP-Vertretern landen“, so Pöder.

Seiner Meinung nach hätte die Lega auf die Ressorts für Wohnbau und Mobilität pochen müssen. „Denn wer braucht wen mehr? Die SVP braucht einen Koalitionspartner, um ihre Regierung fortsetzen zu können. Wenn die Lega darauf besteht und ansonsten die Koalition in Frage stellt, dann wäre die SVP in einer äußerst schwierigen Lage: Trotz der Sympathien von LH Arno Kompatscher mit den Grünen würde die SVP einen Landesrat Dello Sbarba niemals schlucken. Und auch andere Optionen gibt es nicht. Mit der Lega glaubt die SVP, einen lenkbaren Koalitionspartner zu haben. Also hätte die Lega hier Muskeln zeigen und sich das nehmen sollen, was ihr als stärkste italienische Kraft im Landtag zusteht“, so Pöder. (mat)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (14)

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  • erich

    Guter Pöder, was war dein Erfolgsergebnis nach so vielen Jahren. Warst Weltmeister für Schlagzeilen, anscheinend kannst du das noch immer, aber unter dem Strich gab es mickrige Ergebnisse.

  • brutus

    …was wollen sie Herr Pöder! Die Opposition hat ja einstimmig dagegen gestimmt!

  • mannik

    Pöder ist nach Jahren des Melkens ausgesondert worden. Muss man ihn wirklich noch zu Wort kommen lassen? Ist er wirklich jene moralische Autorität, deren Anschauung man gespannt lauschen muss? Abgesehen von der Tatsache, dass er offensichtlich nicht weiß welches Gewicht „Hochbau“ und „Vermögen“ haben. Und das nach einem halben Leben in der Politik.

  • goggile

    poeder muss zurieck in politik

  • george

    Herr Pöder, sind Sie jetzt plötzlich Sprachrohr für die Lega? Mit solchen Wortmeldungen dienen Sie weder den Südtirolern noch irgendwelchen demokratischen Minderheiten, sondern sprechen einer nationalistischen Partitokratur das Wort, was wir in Südtirol am wenigstens brauchen. Schweigen Sie doch besser, anstatt solche Schwätzereien aufzutischen und der Opposition in den Rücken zu fallen, wo Sie selber dort nicht viel hingekriegt haben.

  • bergsteiger

    Herr Pöder, Sie sind abgewählt worden und sollten sich eigentlich nicht mehr in die Politik einmischen. Ihre Kommentare und Sticheleien fehlen kaum jemanden.

    • kurt

      @bergsteiger
      Den SVP´ LERN glaube ich schon das er nicht mehr fehlt ,den er war der einzige der Macht braucht Kontrolle ausgeübt hat und den Obergscheiden auf die Finger geklopft hat !!:

      • markp.

        Aber beim Rentenskandal ist er – wie die ganze Opposition – auch ganz schön leise gewesen… oder habe ich etwas verpasst?

        Mitgehangen mitgefangen, wenn es um die eigene Brieftasche geht. Das finde ich noch viel schlimmer: ansonsten den Moralapostel spielen, aber selber nicht besser als die SVP sein.

  • drago

    Wenn man das Foto ansieht, dann merkt man, welche Aufmerksamkeit seinerzeit die Kollegen der Opposition den Ausführungen Pöders geschenkt haben.
    Warum sollte jetzt irgendjemand ihm mehr Aufmerksamkeit schenken? Ein Artikel in der TZ zählt diesbezüglich nicht, da die so ziemliche jede Pressemitteilung veröffentlichen und außerdem dürfte dabei etwas Dankbarkeit durchschimmern, da Pöder die TZ ja immer mit Material versorgt hat. 🙂

  • hubi

    Pöder ist zwar nicht gewählt worden, aber geleistet hat er mehr als so mancher Andere der gewählt wurde und dies wissen auch seine ehemaligen Landtagskollegen. Es ist halt nicht immer so, dass derjenige der viel arbeitet auch viele Stimmen bekommt. Viele Kommentare hier entbehren jeglicher Grundlage.

  • kurt

    @hubi
    Bin voll deiner Meinung ,das sind die Folgen der Wahlschaf -Einstellung.

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