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Kalter Kaffee

Dürfen die öffentlich Bediensteten in Gemeinden oder Altersheimen bald keine Kaffeepause mehr machen? Im Streit um Freistellungen kam es zwischen dem Gemeindenverband und der Gewerkschaft Agb/Cgil deshalb zum Eklat.

von Silke Hinterwaldner

Hier zeigt sich einmal mehr, wie unterschiedlich die Blickwinkel auf ein- und dieselbe Sache sein können: „Wir haben alles ausgemacht. Es gibt kein Problem“, sagt auf der einen Seite Andreas Schatzer, Präsident des Gemeindenverbandes, „ich verstehe selbst nicht, was plötzlich los ist. Wir wollten lediglich einen Punkt herausnehmen, um ihn später zu verhandeln.“

Auf der anderen Seite steht Angelika Hofer, Generalsekretärin der öffentlich Bediensteten im Agb/Cgil. Sie sagt: „Eine Freistellung auf Antrag der Fachgewerkschaft wurde mit nicht nachvollziehbaren Begründungen prompt abgelehnt. Das kann nicht akzeptiert werden.“ Die Gewerkschaft will den Gemeindenverband deshalb klagen.

Hinter diesem Hick-Hack zwischen Gewerkschaft und Gemeindenverband steckt eine ganz und gar nicht komplizierte Geschichte – aber eine, die für gehörig Zündstoff bei den vielen öffentlich Bediensteten sorgen könnte.

Der Grund: Der Gemeindenverband möchte die 15 Minuten Kaffeepause für die Bediensteten am Vormittag streichen. So etwas könne man dem Steuerzahler nicht länger zumuten, lautet die Begründung. Aber Gewerkschafterin Hofer kann nur den Kopf schütteln. „Wie soll ich“, sagt sie, „so eine Maßnahme den Bediensteten draußen schmackhaft machen? Das geht schlichtweg nicht.“

LESEN SIE DIE HINTERGRÜNDE IN DER WOCHENEND-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (8)

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  • pingoballino1955

    Aber den Rentenskandal kann man dem Steuerzahler zumuten???? Seid ihr noch bei ??????

  • buggler

    Das wäre aber schon sehr ungerecht, die Landesangestellten können eine Pause machen, die Gemeindeangestellten nicht. Die Landesangestellten erhalten die Zweisprachigkeitszulage, die Gemeindeangestellten nicht. Die Gemeindesekretäre und Führungspersonen in den Gemeinden erhalten jährlich ihr Zuckerle, die „normalen“ Gemeindeangestellten werden jahrelang hingehalten, und das über viele Jahre! Macht weiter so, dann werden diese Stellen immer unbeliebter. Auch mit den ganzen Neuerungen in der Buchhaltung und jetzt im Bauamt, die Beamten in dieser Sparte sind dermaßen überbelastet, mit schlecht funktionierenden Programmen, fehlender bzw. schlecht organisierter Assistenz vom Gemeindenverband, ….
    Man könnte diese Liste beliebig fortsetzen. Es werden sich immer weniger Bewerber für diese Stellen melden.

  • george

    Und die Bürgermeister wollten eine eigene Rente haben, das würden sie uns Steuerzahlern auch zumuten, aber für die einfachen Angestellten ja nichts zugestehen. Pfui! Solche Führungspersonen sind nicht tragbar.

  • berni

    Was ist da das Problem liebe Gewerkschaften ? Eine Kaffepause ist eine Pause und zählt eben nicht zur Arbeits Zeit , ist doch logisch oder ? Das gilt für alle Arbeitnehmer und wieso sollten da wieder einmal die öffentlichen die von den Steuergeldern der Privatwirtschaft finanziert werden besser behandelt werden ?

  • tff

    In einem Unternehmen, wo der Chef sich nicht als Sklaventreiber versteht, wird
    auch eine Kaffeepause kein Problem sein.

  • ralf

    Heute muss man sich schon fragen wie es weitergehen doll. Als Gem. Bed. 1500,00 verdienen. Sich vor Rechnungshof, Aufsichtsamtern, Mef ECC. rechtfertigen müssen. Fürchten müssen mit eigenem Besitz für Fehler geradestehen zu müssen.
    Nun dazu noch einen Verbandspräsidenten, der immer wieder gegen seine eigenen Verbandsmitglieder vorgehen will ?!
    Denn als Gem. Bedienteter würde ich mir vorstellen, dass dder Verband einen unterstützt und nicht gegen, die Menschen sich stellt, die die Arbeit in der Gemeinde verrichten….
    Total verrückte Welt ?!

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