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„Finanzieller Schaden“

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Die Inhaber des Gasthauses Post in Kardaun wollen sich gegen die Schließungsverfügung des Quästors wehren. Diese gilt allein für die Zimmer.

Von Thomas Vikoler

Das Geschäft in der Pizzeria am Hauptplatz von Kardaun lief in den vergangenen Weihnachtsfeiertagen nicht gerade berauschend. Aus einem einfachen Grund: Quästor Enzo Giuseppe Mangini hatte am 27. Dezember die Schließung des Gastbetriebs Post in Kardaun für die Dauer von 15 Tagen verfügt.

Allerdings richtete sich die Verfügung allein gegen die Zimmervermietung im Gasthaus Post. Die Bar und die Pizzeria konnten weiterhin geöffnet bleiben.

In der Mitteilung der Quästur an die Medien war diese Unterscheidung freilich nicht präzisiert, was die Inhaber der Post gehörig ärgerte. „Meinem Mandanten ist dadurch ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden“, beklagt der Anwalt Nicola Nettis, an den sich der Wirt inzwischen gewandt hat.

Nettis und seine Kollegin Christine Jöchler prüfen nun eine Anfechtung der Schließungsverfügung des Quästors. Sie halten die Maßnahme selbstredend für überzogen. Dass sich die Verfügung mit einem Eilantrag an das Gericht bis Mitte Jänner kippen lässt, ist allerdings fraglich.

Der Grund für die 15-tätige Schließung: Die Carabinieri hatten mehrmals festgestellt, das die Zimmer im Obergeschoß des Traditionsgasthauses an Prostituierte und mehrfach vorbestrafte Personen – auch Straftaten im Bereich Prostitution – vermietet worden waren.

Vor wenigen Tagen hatte zudem ein älterer Herr die Carabinieri verständigt, weil er in seinem Zimmer ausgeraubt worden war.

Der Mann hatte zuvor in der Bozner Schlachthofstraße eine Prostituierte getroffen und diese mit aufs Zimmer (im Gasthaus Post) genommen. Diese habe dann allerdings gesagt, dass sie noch schnell ein paar Bier holen wolle. Nach ihrem Verschwinden ist laut Angaben der Carabinieri ein Mann, der sich als Bruder der Prostituierten ausgegeben hat, im Zimmer des älteren Herrn aufgetaucht und hat diesem sein Geld und ein Rubbellos gestohlen.

Bereits im Jahr 2017 hatte der Bürgermeister der Gemeinde Karneid eine Schließung für die Dauer von fünf Tagen verfügt.

Im Oktober haben die Beamten der Carabinieri im Gastbetrieb im Rahmen einer Drogenkontrolle verschiedene illegale Substanzen, unter anderem 3,4 Gramm Haschisch und 4,8 Gramm Marihuana sichergestellt.

 

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