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Arnos Frauen

Erstmals in der Geschichte Südtirols dürften der Landesregierung drei Frauen angehören. Die Lega beansprucht die Agenden für Energie, Soziales, Tourismus und Wirtschaft.

Von Matthias Kofler

Heute (und, falls nötig, auch morgen) kommen die Unterhändler von SVP und Lega ein letztes Mal zusammen, um ums Regierungsabkommen zu feilschen. Es stehen noch drei Kapitel aus, jene über die Wirtschaft (Tourismus, Handwerk, Industrie), die Landwirtschaft und über den geförderten Wohnbau. „Die Verhandlungen sind bislang gut verlaufen. Meiner Meinung nach könnten wir durchaus schon am Donnerstag abschließen“, zeigt sich Lega-Kommissär Massimo Bessone zuversichtlich.

Am Montag wird der erweiterte Parteiausschuss der SVP über den fertigen Text abstimmen. Bereits am Samstag soll Lega-Spitzenexponent Roberto Calderoli sein Placet erteilen. In der nächsten Woche werden Lega und SVP über die Kompetenzen und die Regierungsmitglieder verhandeln.

Nach derzeitigem Stand deutet vieles darauf hin, dass der neuen Landesregierung drei Frauen angehören – so viele, wie noch nie in der Geschichte Südtirols. Neben den SVP-Landesrätinnen Waltraud Deeg und Maria Hochgruber Kuenzer schlägt Massimo Bessone seine Parteikollegin Rita Mattei für ein Regierungsamt vor. Bessone selbst beansprucht für sich selbst den Posten als Vize-Landeshauptmann. Immerhin sei er der mit Abstand meistgewählte Kandidat der Lega, sei Kommissär, habe die Liste erstellt, vier Sitze für die Lega eingefahren und die Koalitionsverhandlungen geleitet. Als diplomierter Gewerbetechniker würde Bessone auch gerne die Informatik- und Energie-Agenden des Landes übernehmen. Und den Tourismus, wenngleich er letzteres als äußerst unwahrscheinlich einschätzt. „Man sagt mir, dass ich gleich gut den Weltfrieden einfordern könnte, weil die SVP nie den Tourismus an einen Italiener vergeben würde“, so Bessone.

Als zweites Lega-Regierungsmitglied schlägt Bessone seine Meraner Kollegin Rita Mattei vor. Diese sei eine versierte Wirtschafts- und Finanzexpertin, käme aber auch als mögliche Soziallandesrätin in Frage. Zwar ist der Leiferer Giuliano Vettorato der Lega-Kandidat mit den zweitmeisten Stimmen. Dennoch legt Bessone dem Landeshauptmann eine Berufung Matteis ans Herz. „Vettorato ist ein braver Mann, doch er steht dem italienischen Mitterechtslager nahe und ist ein Mann von Christian Bianchi. Unter meiner Führung hat sich die Lega von Mitterechts emanzipiert und geht einen eigenen Weg“, so Bessone. Die Entscheidung, ob Rita Mattei oder Giualiano Vettorato in die Landesregierung einziehen soll, habe aber ausschließlich die SVP zu treffen.

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