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Das Ausweis-Problem

Weil es immer noch technische Probleme hinsichtlich der Zweisprachigkeit gibt, wird die elektronische Identitätskarte in den Südtiroler Gemeinden frühestens Ende 2019 ausgestellt.

von Heinrich Schwarz

Obwohl schon seit vielen Jahren darüber gesprochen wird, ist es in den Südtiroler Gemeinden noch immer nicht möglich, eine elektronische Identitätskarte zu erhalten. „Im Großteil des restlichen Italiens ist die elektronische Identitätskarte hingegen bereits Realität“, sagt Riccardo Dello Sbarba, Landtagsabgeordneter der Grünen. Er reichte eine Landtagsanfrage ein, um von der Landesregierung die Gründe für die Verspätung zu erfahren.

„Bisher“, so Dello Sbarba, „hieß es immer, dass es Schwierigkeiten bei der Berücksichtigung der verschiedenen Sprachen gibt. Das sind aber Probleme, die lösbar sein müssten – mit den modernen Technologien, mit etwas Phantasie und mit dem Willen, auch der lokalen Bevölkerung ein wichtiges Instrument anzubieten, das ein Mittel für neue Dienstleistungen werden und den Abbau von unnützer Bürokratie ermöglichen kann.“

Der für die Gemeinden zuständige Landesrat Arnold Schuler schreibt in seiner Antwort: „Die Gründe für die Verspätungen in der Einführung der elektronischen Identitätskarte in den Südtiroler Gemeinden sind technischer Natur. Die Ausstattung der technischen Arbeitsgeräte und deren Installation sowie die Aktivierung des Dienstes erfolgt über das Innenministerium. Die Ausgabe der elektronischen Identitätskarte kann erst erfolgen, wenn die Vorlagen in der mehrsprachigen Version zur Verfügung stehen. Das Innenministerium war bisher noch nicht in der Lage, die Probleme beim Druck der zweisprachigen Version zu lösen.“

Wie bereits früher berichtet, fordert das Land, dass die vorgedruckten Wörter auf der Identitätskarte in den Landessprachen gleich groß geschrieben werden.

Weil sie keine Zuständigkeit habe, könne die Landesregierung nicht viel tun, um die Sache zu beschleunigen und der Südtiroler Bevölkerung innerhalb kurzer Zeit „diesen wichtigen Dienst anzubieten“, erklärt Schuler. Die Produktion, die Personalisierung und der Druck der elektronischen Identitätskarte sei dem „Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato“ vorbehalten.

Das Innenministerium habe zwar vorgesehen, dass die Ausgabe der elektronischen Identitätskarte innerhalb des Jahres 2018 in allen italienischen Gemeinden aktiviert wird. „Aber“, so Arnold Schuler, „voraussichtlich werden die ersten Südtiroler Gemeinden innerhalb Jahresende 2019 damit beginnen können, die Bürger mit der elektronischen Identitätskarte auszustatten.“

Wie der Landesrat auf Nachfrage von Riccardo Dello Sbarba erklärt, ist die elektronische Identitätskarte mit einem Mikroprozessor ausgestattet. Dieser biete einerseits einen Schutz vor Fälschungen der Personenangaben, des Fotos und des Fingerabdruckes des Inhabers – und andererseits solle er die Authentifizierung des Bürgers für Dienste im Internet ermöglichen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (24)

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  • annamaria

    Südtirol!! mal hinter den anderen Provinzen. Ist es dem Land nicht zu minder!! Wollen sonst immer an erster Stelle sein!

    • saustall_kritiker

      @Annamaria: Nicht nur hinter den anderen Provinzen, sondern hinter allen anderen Ländern Europas, auch den „armen“ Ländern.
      Es gibt in Europa und weit darüber hinaus schon lange keine Identitätskarten mehr in der Form wie sie in Italien immer noch üblich waren und in Südtirol noch sind.
      Das merkt man jedes Mal, wenn man in Europa unterwegs ist und bei Kontrollen die Polizisten immer ungläubiger auf das nur mehr in Italien übliche Ausweisformat schauen…. Als wollten sie sagen, Italien ist aus dem Mittelalter noch nicht heraus und ist allein dort hängen geblieben ….. 🙂 🙂

  • gestiefelterkater

    Ja wozu denn überhaupt noch Identitätskarten?

    Die Grenzen sind sowieso für alle offen, es kann doch jeder kommen der will. Und das Wort Bürokratieabbau kann man schon gar nicht mehr hören. Wenn Bürokraten von Bürokratieabbau schwafeln erzeugt dies allenfalls Brechreiz!
    Außerdem wird den Südtirolern wieder mal vor Augen geführt dass diese weltbeste Autonomie keinen Pfifferling wert ist.

    „Weil sie keine Zuständigkeit habe, könne die Landesregierung nicht viel tun“!!!

    Die Landesregierung kann nur dann tätig werden, wenn es um ihr eigenes persönliches Profitchen uns Fortkommen geht. Bei Eigeninteresen wird schon mal ein Gesetz so zurechtgezimmert so dass es stimmig und zum eigenen Vorteil gereicht.

  • huwe

    @gestiefelterkater
    Ganz deiner Meinung.

  • vogel

    Wegen dem blöden grünen Ausweis habe ich in Ungarn den Flieger verpasst.
    Gebt uns wenigstens einen weissen Ausweis, so wie allen anderen Italienern!

  • sougeatsnet

    Südtirol und Effizienzsteigerung, das sind Dinge die sich nicht vertragen. Gerade in der öffentlichen Verwaltung passieren Dinge, von denen man glaubt, dass sie niemals passieren könnten. Beispiele: Sanität (Anmeldung zu Facharztvisiten, Abholungen von Befunden,…), Bürokratie bei einfachen Bauvorhaben (Klimahausagentur,…), einfache Anschaffungen in der öffentlichen Verwaltung. Es ist einfach zum Davonlaufen.

  • andreas

    Das Innenministerium mit dem Chef Selfini, welcher nebenbei gestern Abend cotechino mit lentichie gegessen hat, bekommt eine Lappalie nicht auf die Reihe und Südtirols geistige Elite sucht die Schuld bei der Landesregierung.
    Wie muss man eigentlich ticken, um auf so etwas zu kommen?

    • gestiefelterkater

      Was hat der Papagei gestern Abend gegessen da er schon am frühen Morgen halluziniert? Da waren wohl Tollkirschen im Vogelfutter.

      • yannis

        @kater,
        Was der wohl gegessen hat ist wirklich die Frage, wenn seine Salvini-Phobie dazu herhalten muss den Südtiroler Bürokratie-Moloch zu beschönigen und Salvini damit NULL Komma Nichts zu tun hat, weil dieses Problem samt und sonders von seinen „Arbeitgebern“ über Jahrzehnte geschaffen wurde.
        Aber was kann man von dem „Relotius“ (siehe Wiki) innerhalb dieser Kommentar-Plattform schon anderes erwarten ?

        • mannik

          Die Art und Weise wie Personalausweise ausgestellt werden liegt nicht im Ermessen des Landes. Was hat das also mit dem „Südtiroler Bürokratie-Moloch“ zu tun?

          • yannis

            >>>Die Art und Weise wie Personalausweise ausgestellt werden liegt nicht im Ermessen des Landes……….
            Liegt aber nicht selten. Im Ermessen eines arroganten / sturen Gemeinde „Bleistiftspitzers“ dem dann schon mal die mitgebrachten Bilder nicht passen, weil man sie nicht im Fotogeschäft GEGENÜBER seiner Amtsstube hat anfertigen lassen.

    • leser

      Anderle
      Siehsttt du
      Zeit vergeden fur uberflüssigen schmarrn

    • kurt

      @andreas
      Wichtig ist nur das man nicht so tickt wie du ,dann ist schon einmal viel geholfen .

  • gestiefelterkater

    Der Papagei ist ein leuchtendes Beispiel eines heimatlosen Fähnchen im Wind. Er fühlt sich immer da zu hause wo die vermeintlichen Vorteile überwiegen. Ein geschmeidiger Enddarmbewohner.

    • yannis

      @kater,
      Genau, damit wird seine italienische Mentalität vermischt mit deutscher Gründlichkeit ganz offensichtlich, immer da mit laufen (mein Vater sagte dazu immer „zuischeissen“) wo es vermeinlich am besten her geht.

      • mannik

        Zu Ihrem Kommentar weiter oben: Wie meistens total deplatziert. Sie haben sich offensichtlich nicht vorgenommen, sich im neuen Jahr zu bessern.

        Das Problem ist Angaben auf zwei Sprachen auf der neuen ID-Karte anzubringen und nicht der Beamte, dem das Foto nicht passt.

  • itler

    Fingerabdruck? Sonst gehts noch gut?

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