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Nähen für die Hoffnung 

Der Landesbeirat für Chancengleichheit hat den Reinerlös für das Projekt „Sewing Hope“ bekanntgegeben. Es wurden insgesamt 56,5 Kilo Laschen gesammelt.

In ganz Südtirol wurdenein Jahr lang Laschen von Getränkedosen gesammelt. Damit unterstützt der Landesbeirat für Chancengleichheit das Projekt „Sewing Hope – Hoffnung nähen“ von Schwester Rosemary Nyirumbe, das von Krieg und Gewalt traumatisierten Mädchen in Uganda Hoffnung geben soll.

„Nach gut einem Jahr haben wir insgesamt 56,5 Kilo Laschen gesammelt, was einer Menge von ca. 180.800 Laschen entspricht. Wenn man davon ausgeht, dass daraus 555 Taschen gefertigt werden, sprechen wir von einem Reinerlös von über 16.000 Euro“, sagt Beiratspräsidentin Ulrike Oberhammer. Dabei sei sie zu Beginn gefragt worden, ob es für sie moralisch vertretbar sei, Müll nach Afrika zu schicken. Schwester Rosemary habe ihr aber von Beginn an deutlich gemacht, dass die Bewertung, ob ein Gegenstand Müll oder Rohstoff sei, immer von der Perspektive abhänge. „Die Laschen stehen als Symbol für diese junge Frauen, die Opfer von Krieg waren und ebenso wie Müll behandelt wurden. Und nun wird aus den Laschen etwas neues, Schönes gestaltet. Auch die Mädchen können mit Hilfe dieser Laschen in ein selbstbestimmtes Leben zurückkehren“, führt Oberhammer weiter aus.

Großes Lob kam auch von der Landesrätin für Chancengleichheit Martha Stocker: „Ich bin begeistert über die rege Beteiligung in unserem Land. Wir sind eine tolle Gemeinschaft und können mit dieser Unterstützung wirklich Hoffnung und vor allem auch Selbstwertgefühl und neuen Lebensmut schenken. Außerdem macht das Sammelprojekt deutlich, dass aus einem augenscheinlichen Abfallprodukt ein neues wertvolles Produkt und damit ein Zeichen für die Zukunft geschaffen werden kann.“ Mit dieser Aktion habe Südtirol wieder einmal viel Herz gezeigt.

Seit 2001 leitet Schwester Rosemary Nyirumbe die St. Monicas Girl’s Vocational School in Gulu, im Norden Ugandas. 500 Frauen und Kinder wohnen heute auf dem Gelände, sie alle teilen traumatische Erfahrungen aus der Zeit des Krieges. Die jungen Frauen lernen dort, aus den Laschen von Getränkedosen Taschen zu nähen, diese werden dann weltweit verkauft – über ein amerikanisches Onlineportal oder über Direktverkauf. „Mit dem Verkaufserlös von nur einer großen Tasche ist das Leben einer Frau und ihres Kindes für sechs Monate gesichert. Sie kann damit eine Matratze kaufen, drei Mahlzeiten am Tag einnehmen und ausreichend Wasser kaufen“, erklärte Oberhammer bei der heutigen Vorstellung. Den Frauen werde mit diesem Projekt zur Selbsthilfe der Weg in die Unabhängigkeit geebnet. Aber nicht nur: Mit dem Verkaufserlös werde auch in die Schul- und Berufsausbildung von Mädchen und jungen Frauen investiert.

Dankende Worte über das Projekt fand auch Andreas Schatzer, Präsident des Gemeindeverbandes: „Wir können hier durch eine kleine Geste Sinn stiften und Menschen helfen, denen es nicht so gut geht wie uns.“ Der Gemeindenverbandund auch viele Gemeinden waren von Anfang an Mitunterstützer des Projektes. In den Rathäusern wurde genauso gesammelt wie in Schulklassen, Kindergärten, Kitas, auf Recyclinghöfen und in Unternehmen.

Die Laschensammlung geht indes weiter. Angesichts der großen Teilnahmebereitschaft hat der Landesbeirat beschlossen, die Aktion bis zum 31. Dezember fortzusetzen. Gesammelt werden weiterhin ausschließlich Laschen von Getränkedosen. Die gesammelten Laschen werden nach Weihnachten nach Uganda gebracht und Schwester Rosemary übergeben. Die Sammelaktion ist damit abgeschlossen. Wer aber weiterhin Laschen von Getränkedosen sammeln möchte, kann dies gerne tun und die Laschen im Frauenbüro abgeben.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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