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„Sehr wachsam sein“

Mit der zukünftigen EU-Agrarpolitik hat sich eine von der Landesabteilung Landwirtschaft getragene Tagung in Bozen befasst, bei der zahlreiche bäuerliche Funktionäre aus Südtirol und dem Trentino anwesend waren.

Die Tagung mit dem Hauptreferenten und Spitzenbeamten der Generaldirektion AGRI der Europäischen Kommission Guido Castellano ermöglichte einen Einblick in die zukünftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU. Die Generaldirektion AGRI der Europäischen Kommission ist für die EU-Politik im Bereich Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständig.

„Themen wie Klimawandel, Tier-, Umwelt- und Ressourcenschutz aber auch Preisschwankungen und der wachsende Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen stellen landwirtschaftliche Betriebe in ganz Europa vor Herausforderungen“, führte Castellano aus. Hinzu kommen Budgetkürzungen infolge des Brexit-Votums der Briten. Als drittes neues Element der GAP nach 2020 sind schließlich die GAP-Strategiepläne zu nennen, die die gemeinsame planerische Grundlage für die Direktzahlungen und Beiträge zur Entwicklung des ländlichen Raums bilden sollen. „Mit ihnen sind zahlreiche Chancen, Risiken, aber auch Anforderungen verbunden, sowohl strukturell-organisatorisch als auch inhaltlich“, so Castellano.

Weiters sehen die Vorschläge der EU vor, sich zukünftig auf allgemeine Rahmenbedingungen was die Gemeinsame Agrarpolitik anbelangt zu beschränken und die konkrete Ausgestaltung der Verwaltungs- und Kontrollsysteme den Mitgliedstaaten zu überlassen. Die EU will damit mehr Zuständigkeiten an die Staaten abgeben. Mit diesem Modell kommt der Zentralbehörde in Rom zwangsläufig auch für den Ländlichen Entwicklungsplan eine neue Rolle zu. Dieser Bedeutungszuwachs des Staates durch Zentralisierung der Arbeitsprozesse, der über eine Koordination hinausgeht, wird zu einer Verschiebung der inhaltlichen Zuständigkeiten führen.

„Wir werden als Land Südtirol die weiteren Schritte sehr wachsam und kritisch verfolgen und gegebenenfalls auch gegensteuern“, so der Landesrat Arnold Schuler. Uns geht es vor allem um die Stärkung unserer kleinen landwirtschaftlichen Familienbetriebe, betonte der Landesrat. Es ist wichtig, sowohl auf nationaler Ebene als auch mit den benachbarten Ländern Allianzen zu schmieden und gemeinsam die Interessen der ländlichen Gebiete gegenüber Rom als auch Brüssel zu vertreten“, unterstrich der Landesrat Arnold Schuler abschließend.

Es entwickelte sich eine angeregte Diskussion mit dem interessierten Publikum und viele Fragen konnten beantwortet werden. Abschließend wurde auch nochmals die Rolle des „aktiven Landwirt“ thematisiert und von den Funktionären die Wichtigkeit der Zu- und Nebenerwerbslandwirte für unser Land hervorgehoben. Castellano sprach sich dabei klar dafür aus, dass auch in Zukunft der Begriff des „aktiven Landwirt“ die Südtiroler Landwirtschaftsrealität widerspiegeln muss.

 

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