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Zufriedene Bauern

Das Geschäftsklima bei den landwirtschaftlichen Genossenschaften bleibt allgemein positiv. Heuer sind die Weinbauern nicht ganz zufrieden, für 2019 sind die Obstbauern skeptisch.

Die landwirtschaftlichen Genossenschaften in Südtirol betrachten 2018 als ein positives Jahr: Fast alle konnten den Bauern zufriedenstellende Erzeugerpreise auszahlen, knapp die Hälfte meldet sogar gute Preise. Auch die Erwartungen für 2019 deuten auf ein positives Gesamtbild hin, allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen den verschiedenen Landwirtschaftszweigen.

Dies geht aus der Herbstausgabe des Wirtschaftsbarometers des Wirtschaftsforschungsinstitutes der Handelskammer Bozen (WIFO) hervor.

Im Obstsektor herrscht die größte Zufriedenheit in Bezug auf das laufende Jahr. Die Preise, die den Landwirten gezahlt wurden, waren für alle Genossenschaften zumindest befriedigend, in zwei Drittel der Fälle sogar gut. Die Vermarktungssaison stellte 2017/2018 eine Besonderheit dar, da sie durch ein knappes Angebot gekennzeichnet war.

Die heurige Ernte profitierte von günstigeren Klimabedingungen und war ertragreicher. Dies gilt für Südtirol, aber auch fürs übrige Europa und insbesondere für Polen.

Diese erhöhte Produktion wirkt sich zwar negativ auf die Preise aus, 85 Prozent der Genossenschaften sind aber zuversichtlich, dass sie auch 2019 zufriedenstellende Erzeugerpreise bieten können.

Auch im Milchsektor ist das Geschäftsklima positiv. Die im Jahr 2018 an die Bauern gezahlten Preise werden von allen Sennereien zumindest als befriedigend und in fast einem Viertel der Fälle sogar als gut eingestuft. Der Umsatz stieg in diesem Jahr auf allen Absatzmärkten (insbesondere außerhalb Südtirols) weiter an und über 90 Prozent der Milchgenossenschaften verzeichneten ein Wachstum des Geschäftsvolumens.

Auch die Investitionen sind gestiegen, insbesondere in Maschinen und Gebäuden. Allerdings gab es eine deutliche Zunahme der Produktionskosten, die durch den Anstieg der Verkaufspreise nicht vollständig kompensiert werden konnte.

Die höheren Energiepreise und die Dürre, die in diesem Sommer europaweit eine Futterknappheit verursachte, wirkten sich negativ auf die betriebliche Wettbewerbsfähigkeit aus. Für 2019 äußern sich die Sennereien zuversichtlich.

In der Weinwirtschaft ist das Bild unterschiedlicher. Heuer bewerten fast 60 Prozent der Kellereien die den Winzern ausgezahlten Preise als sehr positiv und weitere 25 Prozent halten sie immerhin für befriedigend. Sowohl auf dem lokalen Südtiroler Markt als auch bei den Exporten wurden deutliche Umsatzsteigerungen erzielt und der Anstieg der Verkaufspreise konnte die zunehmenden Produktionskosten ausgleichen.

Dennoch melden 16 Prozent der Genossenschaften schlechte Auszahlungen, zum Teil auch aufgrund der Ernteausfälle des Jahres 2017. Die Ernte 2018 war hingegen sehr gut, so dass alle Kellereien zuversichtlich auf das kommende Jahr blicken.

Der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, erinnert an die wichtige Rolle der Genossenschaften bei der Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte aus Südtirol: „Qualitativ hochwertige Produkte alleine reichen nicht aus. Die Genossenschaften verfügen über die notwendigen Fähigkeiten, um die besten Verkaufsbedingungen zum Wohle der Bauern auf dem Markt zu erzielen.“

Leo Tiefenthaler, Obmann des Südtiroler Bauernbundes und der Kellerei Tramin, sagt: „Wir hoffen, dass sich die positiven Prognosen erfüllen. Qualitativ hochwertige Produkte und die professionelle Arbeit der Genossenschaften sind das Erfolgsmodell der heimischen Landwirtschaft. Dieses Zusammenspiel müssen wir weiter stärken.“

Joachim Reinalter, Obmann des Sennereiverbandes Südtirol, meint: „Das Jahr 2018 war am Markt zufriedenstellend. Bei den Landwirten sorgten Regen bei der Heuernte und darauffolgende Trockenheit für weniger Futter mit einer schlechteren Qualität, was sich vor allem auf die Milchleistung auswirkt. Die Märkte werden volatiler. Der traditionelle Handel schreibt Verluste, der Anteil an Discountern steigt. Dies erschwert den Verkauf und belastet die Wertschöpfung.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (10)

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  • checker

    Eines muss man den Bauern lassen: Sie verstehen was von Propaganda. Anstatt die real ausgezahlten Preise zu veröffentlichen, werden „Genossenschaften mit positiver Einschätzung“ in den Statistiken angeführt. Heisst im Klartext: Ich kann angeben was ich will und kann immer der „Jammerstrategie“ Nachschub leisten.
    Schauen wir, wie lange die Südtiroler Bevölkerung sich noch für blöd verkaufen lässt.
    Wir brauchen mehr Technologiebetriebe und weniger Obstunternehmer, die ungerecht niedrige Steuern zahlen, keine oder nur schlechte Arbeitsplätze schaffen und am Ende auch noch unsere Umwelt mit der Spritzmittelausbringung belasten.

    • einereiner

      ja, da ist das typische Südtiroler Schöngerede, hier besonders in der Milchwirtschaft. Der Auszahlungspreis steigt nicht, die Kosten aber deutlich. Folglich geben pro Woche zwei Milchbetriebe das Melken auf….aber WIR sind ALLE zufrieden. Demjenigen, der Aufhören muss, wird damit suggeriert, dass es seine persönliche Unfähigkeit ist, gescheitert zu sein, dann allen anderen geht es ja gut.

      • andreas

        Die Auszahlungspreise für Milch sind jedenfalls höher als im von dir immer wieder gelobtem benachbarten Ausland und die Südtiroler sind auch bereit, den Mehrpreis für einheimische Milch zu zahlen.

        Die Regeln der freien Marktwirtschaft gelten für die Südtiroler Bauern nicht wirklich, es wird versucht sie so gut wie möglich zu unterstützen.

        Was hättest jetzt noch gerne, mehr Zimmer für Urlaub auf dem Bauernhof, Steuervergünstigungen, mehr Subventionen, eine 24h Betreuung um dein Gejammere zu mildern, erzähl doch mal.

        • einereiner

          @andreas
          wieder nur Halbwissen aus deiner Feder.
          1. In D sind die Molkereien meist Aktiengesellschaften…da kriegt der Lieferant einen Teil und einen Teil der Aktionär. Zieh mal bei den Südtiroler Bauern den „Aktionärsanteil“ ab.
          2. Im EU-Ausland kriegen die Molkereien keine Subventionen, dafür die Bauern mehr. Rechne das auch noch mit ein, dann relativiert sich der „hohe“ Südtiroler Milchpreis
          Die Regeln des freien Marktes gelten nicht? Welche dann? Des Kommunismus? Aber wenigstens die Hühner haben Spass bei deinen Äusserungen.
          Was gut wäre: Vermietung von Almhütten erlauben (so wie im Trentino und Nordtirol möglich); UaB braucht nicht mehr Zimmer, man kann ja eine Garni oder Gasthaus anmelden, da zahlt man dann eh weniger Steuern;
          24h Betreuung für Neidhammel, die keine Ahnung von ausserhalb des geschützten Beamtenapparates haben? Nein! die sollte man lieber entlassen und die Steuern für den Rest der Bevölkerung senken. Aber deine EsseVuPi will ja bei Italien bleiben, da kennen die Steuern nur eine Richtung: nach oben.
          Hast du schon die Superökosteuer für verbrauchsstarke Autos gesehen, die Italien plant? Bald werden die Südtiroler nur noch mit Kleinwagen oder Teslas fahren.

  • wisoiundnetderfranz

    „Zufriedene Bauern“…
    I glab es kimp zun Schneibm

  • drago

    Wenn man über Bauern spricht, dann macht sich ein Bild eines arbeitenden Bergbauern immer gut. Das nennt man in die Irre führen.

  • ahaa

    Welchem Bauern in welchem Land geht es besser als z.B. unseren Obstbauern oder Verpachter?

  • ostern

    Wann sind die Bauern schon zufrieden?
    Es gibt nichts unzufriedeneres und geldgierigere
    Leute als Bauern.

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