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Bischof im Knast

Bischof Ivo Muser hat am Montag im Gefängnis in Bozen einen Wortgottesdienst mit den Inhaftierten gefeiert.

Einen vorweihnachtlichen Besuch hat Bischof Ivo Muser am Montag dem Bozner Gefängnis abgestattet. „Was wir brauchen, ist nicht eine perfekte Gesellschaft“, betonte der Bischof bei einem Wortgottesdienst mit Inhaftierten, Bediensteten, Förderern und ehrenamtlichen Helfern, „was wir brauchen, ist eine menschliche Gesellschaft“.

In der Wortgottesfeier erinnerte der Bischof daran, dass Jesus die Menschen eingeladen habe, in jeder Lebenslage Menschlichkeit zu leben, „gerade dann, wenn wir uns Schmerz, Einsamkeit und Leiden gegenüber sehen“, so Muser. Er lud heute alle ein, gerade vor Weihnachten die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit zu entdecken, zu denen nicht nur die Speisung Hungriger, die Beratung Zweifelnder und die Aufnahme Fremder gehöre, sondern auch der Besuch von Gefangenen.Man ehre Gott, so der Bischof heute, indem man sich gegenseitig mit Respekt behandle, was für Inhaftierte ebenso gelte wie für die Mitarbeiter im Strafvollzug.

„Sie leisten eine wichtige, eine heikle Aufgabe, die von der Gesellschaft oft nicht genug geschätzt wird“, betonte Muser, der den Inhaftierten wünschte, stets Menschen um sich zu haben, die ihnen nahe seien – auch und besonders während ihrer Haftstrafe. „Mein Dank gilt allen, die sich für Euch einsetzen“, so der Bischof.

Muser erinnerte die Inhaftierten daran, dass Vergangenes nicht geändert werden könne. „Die Zukunft aber wird noch geschrieben – mit Eurer ganz persönlichen Verantwortung und der Gnade Gottes“, so der Bischof. Wer aus Fehlern lerne, könne ein neues Kapitel im Leben aufschlagen: „Niemand von Euch muss seine Würde verlieren, niemand ist weniger wert, denn Gott verzeiht und hilft Euch, Euer Leben zu ändern“, so Muser.

Weihnachten sei das Fest, in dem die Menschwerdung Gottes gefeiert werde: „Dass sich Jesus mit den Menschen identifiziert, auch mit denen, die falsche Entscheidungen getroffen haben, macht die wirkliche Neuheit und die Schönheit des christlichen Glaubens aus“, erklärte der Bischof. „Jesus ist geboren und auch in diesem Gefängnis zuhause“, so Muser, „daher wünsche ich Euch allen viel Hoffnung, Menschlichkeit und Solidarität“.

Der Bischof bedankte sich bei Direktorin Anna Rita Nuzzaci und allen, die in den verschiedensten Funktionen im Gefängnis arbeiten. Die Direktorin wird die Bozner Strafanstalt nach 16 Jahren Richtung Trient verlassen. Das Bozner Gefängnis kann 105 Häftlinge aufnehmen, derzeit sitzen 115 Männer ein. Von diesen sind 86 ausländische und 29 italienische Staatsbürger.

 

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Kommentare (3)

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  • gestiefelterkater

    „Was wir brauchen, ist nicht eine perfekte Gesellschaft“, betonte der Bischof bei einem Wortgottesdienst mit Inhaftierten, Bediensteten, Förderern und ehrenamtlichen Helfern, „was wir brauchen, ist eine menschliche Gesellschaft“.

    Aber ja Herr Bischof, was Sie da fordern haben wir doch längst. Es ist doch menschlich, wenn Menschen ausgeraubt, an oder ab gestochen werden und die Täter von so genannten Richtern besonders menschlich behandelt werden. Es ist ja so ähnlich wie damals, da wurde doch auch die Freilassung von Barabas gefordert und Jesus wurde ans Kreuz geschlagen.

    „Wer aus Fehlern lerne, könne ein neues Kapitel im Leben aufschlagen:“

    Die heilige, scheinheilige Katholische Kirche hatte nun schon mehr als zweitausend Jahre Zeit aus Fehlern zu lernen und hat dies nicht getan.
    Trotzdem wünsche ich Ihnen Herr Bischof ein besinnliches Weihnachtsfest.

  • franzbach

    Die Headline ist Musik in meinen Ohren

  • gestiefelterkater

    Aber, aber Herr franzbach, gefährden Sie doch nicht so leichtsinnig ihr Seelenheil.

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