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Erhöhte Abschusspläne

Foto: Lpa

Der Abschussplan für Rehe und Gämsen wurde im laufenden Jahr nicht erhöht, wohl aber jener für Rotwild.

Trotz eines strengen Winters war im Frühjahr dieses Jahres noch nie so viel Rotwild wie seit 2001 gezählt worden:

Dies erklären der Direktor des Landesamtes für Jagd und Fischerei Luigi Spagnolli und sein Stellvertreter Andreas Agreiter. Die Zahlen würden auf gestiegene und nicht sinkende Bestände hinweisen und vor allem darauf, dass der Abschuss der vergangenen Jahren beim Rotwild unzureichend war, um den Bestand zumindest nicht noch weiter anwachsen zu lassen.

Nach Angaben des Amtes für Jagd und Fischerei mehren sich die Klagen aus der Land- und Forstwirtschaft darüber, dass die Waldverjüngung laut Erhebungen der Forstbehörde in manchen Gebieten ernsthaft gefährdet ist: „Zuviel Rotwild bedroht die Wälder, deren Verjüngung total gefressen wird, und beschädigt die Landwirtschaft“, betont Spagnolli, „deshalb wurden die Abschusspläne erhöht.“

Da rund 1,5 Prozent der Waldfläche von Windwurf betroffen ist, darf die Nichterfüllbarkeit der Abschusspläne nicht landesweit, sondern höchstens lokal als mögliche Folge in Betracht gezogen werden.

Wildtiere passen sich an

Wildtiere reagieren instinktiv auf Naturphänomene und sind deshalb nicht hilflos oder orientierungslos, sondern ganz im Gegenteil sehr anpassungsfähig. Sie verstehen es, die neuen Gegebenheiten für sich zu nutzen, die am Boden liegenden Äste mit ihrer grünen Nadelmasse dienen den Hirschen, Rehen und Gämsen derzeit als Nahrung.

Die aufgelichteten und offenen Waldflächen schaffen in den kommenden Jahren gute Äsungsflächen, dies unterstützt die Vermehrung des Schalenwildbestandes. Allerdings sind im Winter auf Kahlflächen die vom Schnee bedeckten Gräser nicht erreichbar, deshalb werden bevorzugt die herausragenden Triebe der aufwachsenden Jungbäume verbissen.

Zugleich ist aber die rasche Bewaldung der Kahlflächen absolut notwendig. Der Verbiss beeinflusst die aufrechtzuerhaltenden Waldwirkungen – darunter auch die Schutzfunktionen – ungünstig. Die Bejagbarkeit des Wildes wird nach den ersten Jahren erschwert, weil Dickungen die Einsehbarkeit stark reduzieren.

Aus diesen Gründen ist in den betroffenen Windwurfgebieten schon jetzt an eine verstärkte Bejagung zu denken, da es in den Folgejahren immer schwieriger sein wird, den Wildbestand für die notwendige natürliche Verjüngung des Waldes ausreichend zu regulieren, erläutern Spagnolli und Agreiter und berufen sich auf Erfahrungen mit Windwürfen in Wäldern Österreichs und Deutschlands. Der Abschussplan für Rehe und Gämsen wurde 2018 nicht erhöht, jener für Rotwild hingegen schon.

Die Grafik im Anhang zeigt den Trend bei Rotwild; die Zählung erfolgte im Frühjahr, die Dunkelziffer iegt stets mindestens 25 Prozent und gebietsweise bei bis über 60 Prozent.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (3)

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  • silberfuxx

    was es braucht sind Pläne zur Einschränkung der menschlichen Zerstörungswut – und nicht erhöhte Abschußpläne.

  • heinz

    Es braucht mehr Bären und Wölfe!

  • rota

    Die Wahlen sind gelaufen, niemand postet mehr Wolfsichtungen in den sozialen Medien.
    Überall Wild Kameras in den Wäldern versteckt, ohne Kennzeichnung.
    Sind schon die drei S zur Regel geartet? Im Sarntal scheint der Wolf ein „Ausreiseverbot“ zu genießen.
    Oder werden auf der Seiseralm nun keine Berichte über Rudelsichtungen veröffentlicht um die Skisaison nicht zu beeinträchtigen?
    Warum lamentiert die Jägerschaft einen massiven Rückgang des Rehwildes?

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