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„Schlecht fürs Geschäft“

Der Christkindlmarkt in Bozen sollte für Kaufleute eigentlich von Vorteil sein. Nicht so für die Anrainer der Bahnhofsallee, vor deren Haustür nun 20 Mülltonnen stehen.

von Markus Rufin

Der Christkindlmarkt in Bozen ist für viele ein richtiger Kundenmagnet: Hoteliers, Kaufleute und Taxi-Fahrer – viele profitieren vom großen Ansturm auf die kleinen Ständchen am Waltherplatz.

Doch wo es viele Profiteure gibt, da gibt es meist auch Beschwerden. Besonders die Taxi-Fahrer haben vor dem Bahnhof ihre liebe Not. Durch die Umbauarbeiten am Busbahnhof wurde vor dem Bahnhof ein Taxistand samt Bushaltestelle errichtet. Nur: Dieser Taxistand ist zu schmal.

Der Parkplatz dient nämlich hauptsächlich dazu, Gäste vom Bahnhof abzuholen. Dazu brauchen die Taxi-Fahrer Zeit und Platz, um das Gepäck der Gäste zu verstauen. Allerdings scheint es das am neuen Taxistand nicht zu geben.

Zwei nebeneinanderstehende Taxis haben zwar gerade so noch Platz, aber die Türen bekommen die Fahrer nicht mehr auf. Deshalb müssen sie bis auf die Straße vorfahren. Dort können sie aber nicht lange warten.

Letztes Wochenende gab es deshalb viele Beschwerden, aber auch davor war das Problem laut den Fahrern schon abzusehen. Aber wenigstens können sich die Taxi-Fahrer dieser Tage nicht über zu wenig Kundschaft beschweren.

Anders sieht es da bei den Bewohnern und Ladenbesitzer der Bahnhofsallee aus. Der Grund: Direkt vor den Geschäften der Bahnhofsallee wurden 20 Mülltonnen aufgestellt. Diese wurden extra für den Christkindlmarkt aufgestellt, damit die Inhaber der Ständchen ihren Müll entsorgen können.

Damit aber nicht genug: Vor allem am Nachmittag, sobald die Tonnen voll sind, häuft sich der Müll an. Zudem wird der Gehsteig als Abstellplatz für Fahrräder und Motorroller benutzt. nicht nur dass der Gehsteig dadurch deutlich unordentlicher ist, die Geschäfte werden sogar verdeckt.

„Für unsere Geschäfte ist das eine Verschlechterung. Sie werden dadurch viel unattraktiver“, beschwert sich eine der Ladeninhaberinnen. Tatsächlich gehen nur noch wenige Fußgänger den Weg an den Geschäften vorbei. Stattdessen gehen sie einfach auf der anderen Straßenseite.

Dabei wurden die Ladenbesitzer und Anrainer nicht mal darüber informiert, dass sich die Tonnen während des Christkindlmarktes vor ihrer Haustür befinden werden. Die Tonnen wurden über Nacht aufgestellt. Auch auf ein Protestschreiben, in dem die Anrainer fordern, die Tonnen zu verstellen, gab es keine zufriedenstellende Antwort.

Laut SEAB gab es nämlich keinen anderen Platz, an dem die Tonnen hätten gebracht werden können. Denn diese müssten sowohl für die Ständchen am Waltherplatz als auch für die Ständchen im bahnhofspark leicht erreichbar sein.

So müssen sich die Anrainer der Bahnhofsallee aller Voraussicht nach weiterhin damit abfinden, dass die Mülltonnen vor ihren Haustüren stehen bleiben. „Vom Christkindlmarkt profitieren wir so auf keinen Fall“, sagt die Ladenbesitzerin.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (2)

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  • andreas

    Da die Parkplätze gegenüber dem Bahnhof verschwunden sind, ist es richtig, dass jetzt ein paar auf der anderen Seite eingezeichnet wurden. 1-2 Stellplätze, welche jetzt für alle sind, könnten sie für die Taxis opfern, ich hatte auch den Eindruck, dass für die Taxis nicht viel übrig geblieben ist. Doch auch die Plätze für normale PKW sind gerechtfertigt, da auch Privatpersonen Leute abholen, man darf ja sowieso nur 15 Minuten parken.

    Die Seite, wo jetzt die Mülltonnen stehen, war schon vorher nicht sonderlich einladend, verständlich, dass sich die Geschäfte aufregen.

  • wisoiundnetderfranz

    Der Bahnhofsvorplatz ist ein großes Problem, ein Nadelöhr.
    Für alle ist dort einfach nicht Platz genug – Taxis, Privatverkehr, Busse, Fahrräder, Fußgänger…
    Wenn aber zumindest der Durchzugsverkehr entfernt werden würde… dann bliebe nur mehr der verhältnismäßig geringe Anteil des Zielverkehrs zum Bahnhof.

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