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Die neue Matura

Die neue Maturaprüfung nimmt Gestalt an. Bis Ende Jänner will das Bildungsministerium erste Beispielaufgaben veröffentlichen, damit sich Lehrer und Schüler auf die neue Prüfung vorbereiten können.

von Lisi Lang

Ab kommenden Juni werden Südtirols Maturanten erstmals die neue Matura schreiben. Die Umsetzung des Dekrets „Buona scuola“ wäre eigentlich schon für das vergangene Schuljahr vorgesehen gewesen. Der Ministerrat hat diese Umsetzung dann allerdings noch einmal um ein Jahr aufgeschoben, um den Schülern und Lehrern genügend Zeit zu geben, sich auf die Neuerungen einzustellen.

Durch den Regierungswechsel in Rom wurden die Neuerungen dann aber noch einmal erneuert. Jetzt hat das Unterrichtsministerium aber mittels Ministerialdekret die letzten Eckpunkte definiert. „Man spürt auch in Südtirol eine gewisse Erleichterung, weil die Eckpunkte jetzt endlich klar sind – bisher war nicht klar, wie die neue Matura im Detail aussehen wird“, erklärt Werner Sporer, Schulinspektor für die Oberstufe.

Anstatt von drei Prüfungen müssen die Schüler italienweit künftig nur noch zwei schriftliche Prüfungen abgelegen. Die bisher als „Fächerbündel“ bekannte Prüfung fällt weg. In Südtirol werden die Schüler aber weiterhin drei Prüfungen schreiben, da auch die Zweitsprache schriftlich abgefragt wird. Auch die neue Punkteverteilung und die Aufwertung der Bildungslaufbahn sind bereits fix.

Neu ist hingegen, dass künftig erstmals Themenbereiche vorgegeben werden. „Die Themenbereiche wurden den Lehrpersonen bereits mitgeteilt. Für jedes Fach, welches bei der ersten oder zweiten schriftlichen Prüfung dran kommen könnte, gibt es grundlegende Themenbereiche, welche bei der Matura abgefragt werden könnten“, so Werner Sporer.

Bisher war es so, dass eigentlich der gesamte Stoff der Abschlussklasse bei der Prüfung abgefragt werden konnte, nun werden die Bereiche etwas eingeschränkt. „In Deutsch gibt es beispielsweise drei Typologien. Es werden praktisch Aufgaben zu einem literarischen Text gestellt, zu einem nicht-literarischen Text, wie beispielsweise einem Zeitungsartikel und die dritte Typologie geht in Richtung Erörterung“, erläutert Werner Sporer. Im Bereich Mathematik werden beispielsweise ganz klar Unterbereiche vorgegeben, die abgefragt werden.

Macht diese neue Vorgabe die Matura einfacher und berechenbarer? „Leichter vielleicht nicht, aber sicher berechenbarer. Bisher war es oft ein bisschen eine Lotterie, welche Bereiche abgefragt werden – nun kann man sich besser auf die Prüfung einstellen“, erläutert der Schulinspektor.

Neu ist aber auch, dass bei der zweiten schriftlichen Prüfung auch Fächerkombinationen abgefragt werden können. Im Realgymnasium könnten beispielsweise Mathematik und Physik abgefragt werden – bisher wurde immer nur eines der beiden Fächer abgefragt. „Diese Entscheidung wird aber schon vorab vom Ministerium festgelegt und dementsprechend kommuniziert – die Schüler wissen also, worauf sie sich einstellen müssen“, so Werner Sporer.

Die beiden Zugangsvoraussetzungen „Teilnahme am INVALSI-Test“ und „Erfahrungen aus der Arbeitswelt“ wurden vorerst aufgeschoben. „Die Erfahrungen in der Arbeitswelt werden im Rahmen des Prüfungsgesprächs abgefragt“, erläutert Sporer. Für die Schulen dürfte dies eigentlich kein Problem sein, da bereits im Vorjahr kommuniziert wurde, dass die Schulen diesbezüglich aktiv werden müssen.

Was mit dem INVALSI-Test für Maturanten in Zukunft passiert, muss in Rom erst  noch geklärt werden.

Noch bis Ende Jänner will das Ministerium erste Beispielaufgaben veröffentlichen, damit sich Schüler und Lehrpersonen ein Bild von der neuen Prüfung und den Themenstellungen machen können. „Diese Unterlagen sind sehr wichtig, damit man sich konkret auf die Prüfung vorbereiten kann“, so Sporer. Auch soll Ende Jänner die Entscheidung darüber Fallen, welche Fächer im Juni abgefragt werden.

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