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Die umstrittene Zufahrt

So könnte der neue Campingplatz aussehen (Rendering: Lukas Rungger/noa)

Die Zufahrt für den geplanten Campingplatz am Kronplatz hat für kontroverse Diskussionen gesorgt. Nach einem „partizipativen Prozess“ wurde festgestellt, dass die alte auch die neue Lösung sein wird.

von Silke Hinterwaldner

Gut Ding braucht Weile. Dieses Sprichwort trifft wohl auch auf die Realisierung des seit Jahren geplanten Campingplatzes am Kronplatz zu. Am ehemaligen Korerhof möchte die Seilbahngesellschaft einen Luxuscampingplatz errichten. Aber noch immer gilt es einige Fragen zu klären. So muss auch der Genehmigungsprozess verlängert werden, weil ein neues Grundstück dazugekauft wurde, das erst noch umgewidmet werden muss.

In einer anderen Frage aber ist der Kronplatz mittlerweile einen großen Schritt weitergekommen. Dass die Zufahrt zum geplanten Campingplatz durch das Dorf Reischach über die bestehende Hofzufahrt laufen soll, hat manchen in Reischach von Anfang an nicht gefallen. Deshalb haben Gemeinde Bruneck und Seilbahnen entschieden, einen partizipativen Prozess einzuleiten. Man hat mit Communalp eine Agentur aus Innsbruck beauftragt, eine bestmögliche Trasse für die Zufahrt zu finden. Zu diesem Zweck wurden 30 Personen aus Reischach nach ihren Meinungen gefragt. Jetzt liegt das Ergebnis vor.

„Für mich war immer klar“, sagt Walter Huber von der Bürgerliste, „wie dieser Prozess ausgehen wird. Die gesamte Aktion war fadenscheinig.“ Warum? „Weil man gar nicht ernsthaft andere Varianten überprüft hat, sondern vielmehr den Vorgaben der Liftgesellschaft gefolgt ist. Dabei wären die Seilbahnen den Reischachern etwas schuldig“, sagt Huber, „ich bin enttäuscht.“

Aber er hat auch gemerkt, dass der Widerstand gegen die geplante Zufahrt für den Campingplatz längst beschlossene Sache ist. Widerstand war zwecklos. Mit Walter Huber und Claudia Renzler gab es in Reischach nur zwei aktive Kritiker der geplanten Zufahrt. Da half es auch nichts, dass die beiden in einer selbst initiierten Bürgerbefragung herausfanden, dass sehr wohl viele Bürger Bedenken hatten.

Theoretisch standen am Beginn des Prozesses vier Varianten zur Auswahl. Um die Lösung mit den größten gemeinsamen Nenner zu finden, haben Walter Peer und sein Team von Communalp zunächst 30 Reischacher in Form von Einzelinterviews befragt, um dann in Workshops die Problemstellungen zu diskutieren. Jene Lösung, die den breitesten Zuspruch fand, ist auch jene, die von den Seilbahnen vorgeschlagen worden war.

Hierbei handelt es sich um die Variante, die vom Kreisverkehr Schönblick über die Talstation der Kronplatz Seilbahnen weiter über die Reinthalstraße und auf der bestehenden Korerhofstraße zum Korerhof geführt wird. Bei den anderen, vom Ingenieurbüro geplanten Varianten wären entweder die Eingriffe in die Natur massiv oder es wären große Umbaumaßnahmen bestehender Anlagen notwendig gewesen.

Nach Abschluss der Diskussion kommen die Experten von Communalp zum Schluss: „Für die nunmehr empfohlene Zufahrtsvariante werden ausschließlich bestehende Straßenzüge verwendet, weswegen weder massive Eingriffe in die Natur noch große Umbaumaßnahmen notwendig sind.“ Dabei ist man auch überzeugt, dass die Sorgen einiger Bürger aus der Welt geschafft werden konnten. Beschilderungen und Bodenmarkierungen sollen dafür sorgen, dass der befürchtete Verkehr nicht durch den Ort fließt. An Tagen mit starken Frequenzen werden zudem  Verkehrslotsen verhindern, dass der Weg zum Campingplatz durch Reischach führt.

Zwei Probleme, die ein stärkerer Verkehr auf der empfohlenen Trasse mit sich bringen kann, wurden ebenfalls ausführlich diskutiert. Zum einen geht es dabei um die Fußgänger  auf der Reinthalstraße, zum anderen um die Kneippanlage. Bei der Reinthalstraße schlägt Communalp einen eigenen Weg für Fußgänger  vor. Und durch entsprechende Schutzmaßnahmen sollte es relativ leicht gelingen, die Idylle der Kneippanlage wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens nicht zu stören.

Bei Communalp ist man sich durchaus bewusst, dass man nicht alle Bürger in Reischach mit dieser Lösung überzeugen kann. Aber, so lautet die Schlussfolgerung, „es wurde deutlich, wie zielführend eine konstruktive Diskussion sein kann, beziehungsweise immer ist“.

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