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„Keine Steuergerechtigkeit“

Moser

Heute sind neue EU-Regeln gegen Geoblocking beim Onlineshopping in Kraft getreten. Südtirols Händler begrüßen das, kritisieren aber die mangelnde Steuergerechtigkeit.

Die neue EU-Regelung gegen Geoblocking beim Onlineshopping ist am 3. Dezember in Kraft getreten. Zweck der Geoblocking-Verordnung (Eu-Vo 2018/302) ist die Verhinderung eines ungerechtfertigten Geoblockings und anderer Formen der Diskriminierung nach Staatsangehörigkeit, Wohnsitz oder Niederlassung – ausgenommen Steuerrecht.

„Betroffen ist der Zugang zu Online-Benutzeroberflächen aller Art, insbesondere also auch Webseiten und Webshops, wobei die neue Regelung im Verhältnis zu Verbrauchern gilt“, erklärt Philipp Moser, Präsident des Handels- und Dienstleistungsverbandes Südtirol (hds).

Der hds begrüßt grundsätzlich, dass sich die Europäische Union mit diesem Thema beschäftigt – mit dem Ziel, dass die Verbraucher europaweit gleich behandelt werden. „Viel wichtiger und prioritärer aber wäre es, wenn sich die EU mit der hinkenden Steuergerechtigkeit befassen würde“, betont Moser.

Er erklärt: „Derzeit entrichten die vielen kleinen Betriebe ihre Steuern im Land, in dem sie sich befinden bzw. in dem sie die Wertschöpfung versteuern. Die großen internationalen Kolosse mit den klingenden Namen hingegen, die im Einkauf und in der Logistik eh schon große Vorteile durch Skaleneffekte haben, holen sich einen noch weit größeren Vorteil durch Steueroptimierung und Steuerverschiebungen in andere Länder heraus. Hier können die kleinen Betriebe offensichtlich nicht mehr mithalten. Das System funktioniert nicht mehr richtig: Es führt zu einer Wettbewerbsverzerrung und zu einer Konzentration auf die Großen.“

Der Aufruf geht somit an die EU, hier den Weg zur Steuergerechtigkeit zu beschleunigen und eine Lösung herbeizuführen, „bevor die vielen kleinen Unternehmen aufgeben müssen. Die multinationalen Anbieter sollten auch dort zahlen, wo sie verkaufen“, so das Resümee von hds-Präsident Philipp Moser.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (25)

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  • susi

    Gscheiter der Herr M.! Träumt von einem einheitlichen Steuergesetz in den EU-Mitgliedsländern.
    Hat wohl noch nicht verstanden, wofür die EU gegründet wurde. Ganz bestimmt nicht für die kleinen und mittelständischen lokalen Unternehmen und auch nicht für den kleinen Bürger.

    Es gibt in der EU:
    – kein einheitliches Steuerrecht
    – kein einheitliches Strafrecht
    – keine einheitliche Sprache
    – keine einheitlichen Preise auf Konsumgüter
    – keine übergreifenden Telefontarife
    – Geoblocking bei der Nutzung von Internetservices (nicht nur Einkauf, auch streaming)
    .. usw..

    Diese Aussage ist so was von überflüssig. Aber immer nur plärren die Südtiroler. Auf hohem Niveau.

  • checker

    Steuergerechtigkeit ist sicherlich DAS Thema im internationalen Handel und generell auch der Globalisierung. Man muss hier ganz klar aufzeigen um was es geht. Die Wichtigkeit dieses Themas wird generell von den Leuten gar nicht begriffen. Nehmen wir Zahlen: Wenn Apple in Italien Steuern zahlen würde, hätte der Staat ca. 300-500 Millionen Euro Steuern pro Jahr mehr in der Kasse. Und das ist nur Apple. Es gibt da noch hunderte andere Kolosse wie Samsung, Amazon und Co.
    Die fehlenden Steuereinnahmen gleicht der Bürger (von bürgen) aus und wundert sich, wieso er kein Geld mehr in der Tasche hat.
    Aber da wir ja nur an der Steuergerechtigkeit gegenüber unserem Nachbarn (=Krieg der Armen) interessiert sind, wird es wohl noch eine Weile so weitergehen.

  • ostern

    Von wegen Steuergerechtigkeit müsste man bei den Bauern in Suedtirol
    anfangen. Höchste Zeit , dass diese Herrn und Damen Steuern zahlen
    wie jeder andere Bürger! Das hat mit Bauernhass nichts zu tun, aber mit
    Steuergerechtigkeit.

    • einereiner

      Lieber Ostern, wovon du keine Ahnung hast, solltst du auch nichts schreiben.
      Informier dich mal über alle Steuerarten, die der Bauer zahlen muss und danach sei einfach nur still!

      • ostern

        @einereiner
        due lebst wohl auf den Mond!
        Gib mir nur eine Antwort: was zahlt der Bauer an Einkommenssteuer?
        Bist wohl ein Bauer der nur imstande ist die Hände hinzuhalten und
        Beiträge jeglicher Art zu kassiern. Die restlichen Previlegien die ein Südtiroler Bauer hat willst du nicht kennen. Bitte informiere dich was unterhalb Trient mit den Bauern passiert und wie es den österreichischen Bauer bezüglich Steuern geht. Wer keine Ahnung hat bist wohl sicherlich du!!!

    • staatsfeind

      Das ist ja lustig hier. Also Steuern sind Raub. Die Steuerzahler können auch als Sklaven bezeichnet werden, denn ein Sklave ist einer der nicht zu 100% über sein Körper uns sein Eigentum verfügen kann.
      Hier regt sich also ein Slave darüber auf, dass ein anderer Sklave vom Herren zu wenig geschlagen wird. Er sagt nicht, schlage mich weniger, nein, er meint es sei gerecht den anderen mehr zu schlagen.
      Herzlichen Glückwunsch meine Herren. Genauso wünscht sich der Herr seine Sklaven.

  • goggile

    Steuer hin steuer her, werd zu streunern und kralts goggile.

  • goggile

    Eu ist uebetpresentiert. Bei olymoia fussball und so weiter zig manschaften und moeglichkeiten. Bei g20 gipfele alkjunker mit vielen europaeischen vertretern. Nein! So sind alle anderen laender benachteiligt. Amerika wird nir durch trump und die usa rapresentiert. Oder sollten amerika auch alle einzeknen staaten rapresentiwreb? Oder chona, rissland? Europa mutiert zur afrikanischen witzfigur.

  • issy

    Die Konzerne haben sich mit der EU ein für sie optimales Umfeld geschaffen, um gedeihen und wachsen zu können.
    Ähnlich wie Neophyten heimische Pflanzenarten verdrängen, verdrängen internationale Konzerne lokale Unternehmen, indem sie über Lobbyismus in Brüssel die EU dergestalt formen, dass sie optimale Wachstumsbedingungen für sich selbst vorfinden.

    Die Menschen wachen nun langsam auf (z.B. die Gelbwesten in Frankreich) und merken, dass die EU ein von den Konzernen gesteuerter Macht-Apparat ist.
    Die Leute, die sich abrackern aber nur wenig verdienen, vertrauen auch keinen Parteien und keinen Gewerkschaften mehr. Diese sind zum Teil entweder schon gekauft oder werden durch die Medienmacht der Neoliberalen, sagen wir mal, gelenkt.

    Die linken Parteien haben den „Arbeiter“ verraten, kümmern sich hauptsächlich nur mehr um liberale und „progressive“ Rand-Themen wie Gendergerechtigkeit, Minderheiten, Kampf gegen Rechts. Jaja auch das sind Probleme die angegangen werden sollten, aber die linken Parteien sollten Prioritäten setzen können und sich nicht auf relativ Unwichtiges konzentrieren.

    Es ist doch paradox, dass eine rechte Partei wie die Lega sich auch für ein Grundeinkommen einsetzt und linke Parteien wie der PD sich den „Märkten“ unterwerfen. (Wohl wissend, dass ich dies jetzt stark vereinfacht dargestellt habe, denn irgendwann kommt mal der Zahltag wenn man ständig Schulden gemacht hat…).

    Der Umverteilung von „fleissig“ nach „reich“ haben die linken Parteien jedoch nichts mehr entgegenzusetzen, obgenannte Randthemen sind ihnen wichtiger geworden.

    Die Konzentration der Macht in der Wirtschaft auf immer weniger Player schreitet immer schneller voran.

    Früher haben sich Kartellämter noch getraut Monopole zu zerschlagen, heute ist das nicht mehr vorstellbar, weil sie einfach zu mächtig geworden sind.

    Wenn die Arbeiter nur mehr hetzen müssen, ausgebrannt sind, trotz höherer Bildung weniger verdienen als ihre Eltern, dann werden sich immer mehr die Frage stellen: Für was, für welchen neuen Gott (nämlich die unsichtbare Hand des Marktes) lassen wir uns das gefallen? Arbeitet das System überhaupt noch für uns oder arbeiten wir für das System?

    So, genug philosofiert für heute 🙂

    • berni

      @issy
      Bravo super analisiert und komentiert .Dem ist nichts hinzu zu fügen als Leute bitte aufwachen! Jeder kann im kleinen dazu etwas beitragen indem er bei bestimmten Groskonzernen wie z.B. Amazon und co einen großen Bogen macht.

      • yannis

        Bei Amazon gibt es eine speziiellen Link über den man bestellen kann. Über diesen Link wird ein gewisser Teil der Umsatzsumme als Spende an die „Deutsche-Depressions-Hilfe“ abgegeben, ja richtig an die Depressions-Hilfe, passt doch wenn deren Sklaven nachdem sie ausgebrannt sind wenigstens Psychologische Hilfe erwartet.

    • roli

      Viel richtiges dabei.
      Moechte hinzufuegen dass die Regierungsparteien in Oesterreich die sich an der Seite der Arbeiter ausgaben flexiblere Arbeitszeiten sprich mehr Stunden pro Tag einfuehrten und nun laut Berufsmangellisten Leute aus Drittstaaten holen duerfen die fuer weniger Lohn arbeiten werden.

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