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„Frauen sind mutiger“

Meinhard Durnwalder, Dieter Steger und Julia Unterberger (Foto: Samantha Zucchi Insidefoto)

Der Senat hat am Donnerstag einen Beschlussantrag der Autonomiegruppe zu wirksamen Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen beschlossen.

„Auch unser Beschlussantrag ist genehmigt worden“, freut sich die Vorsitzende der Autonomiegruppe Julia Unterberger, die diesen Antrag am Donnerstag im Senat vorgestellt hat. „Die Regierung verpflichtet sich dadurch zu einer entschiedenen Politik, die wirksame Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen setzt.“

„Seit mittlerweile 20 Jahren beschäftige ich mit dem Thema Gewalt an Frauen“, berichtet Julia Unterberger. „Mir scheint, dass sich die Situation in dieser Zeit in keiner Weise verbessert hat – im Gegenteil: Oft habe ich den Eindruck, dass die Zahl der entsprechenden Delikte sogar zugenommen hat.“ Zurückzuführen sei dies wahrscheinlich auch auf den positiv zu bewertenden Umstand, „dass die Frauen mutiger geworden sind und sich heute nicht mehr schämen, Anzeige zu erstatten“.

Als positiv bewertet Senatorin Julia Unterberger, dass dem Thema in der öffentlichen Diskussion vermehrt Beachtung geschenkt werde. „Vor zwei Jahrzehnten waren es nur einige wenige Frauen, welche die Gewalt gegen Frauen thematisierten und für die Rechte der Frauen kämpften – heute diskutiert immerhin der ganze Senat über diese Problematik.“

Zudem seien diesbezüglich in den vergangenen Jahren unzählige internationale Konventionen abgeschlossen worden, etwa jene von Istanbul: „Diese verpflichtet die Staaten, die verschiedenen Formen von Gewalt an Frauen in ihrer Rechtsordnung als strafbare Handlungen vorzusehen“, erklärt Julia Unterberger. Das Istanbul-Übereinkommen des Europarates sei auch die italienische Rechtsordnung übernommen worden.

Trotz der rechtlichen Bemühungen sind die Daten über die Gewalt an Frauen alarmierend.

„Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel“, meint Julia Unterberger: „Jede Form von Gewalt, ob in Worten oder Taten, ist entschieden zu verurteilen.“ Dabei müssten gerade politische Entscheidungsträger mit gutem Beispiel vorangehen. „Leider geschieht dies nicht immer – gerade jüngst haben sich Posts von Politikern als regelrechte Einladungen zu hasserfüllten sexistischen Kommentaren erwiesen, das andere Geschlecht in seiner Würde herabzusetzen.“

„Solange das Verhältnis zwischen den Geschlechtern von Ungleichheit und Abhängigkeit geprägt ist“, betont Julia Unterberger, „wird es Gewalt an Frauen immer geben“. Deshalb brauche es einen überzeugten Einsatz der Politik, der das Problem an der Wurzel angeht.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (6)

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  • kurt

    Aha jede Gewalt in Worten ist entschieden zu verurteilen gut dann ist die Frau Unterberger die erste die sich das zu Herzen nehmen sollte!!.

  • franz

    “Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel“, meint Julia Unterberger: „Jede Form von Gewalt, ob in Worten oder Taten, ist entschieden zu verurteilen.“ [..]
    Die Forderungen sind durchaus begrüßenswert.
    Wie passt das aber zusammen,wenn dann Frauen ( die Abgeordnete Gebhard ) für die Abschaffung des Ar. 612 stimmt ( das sogenannte Stalking Gesetz um Schutz für Frauen )
    Oder wenn die SVP Vertreter gemeinsam mit den PD gegen das Sicherheitsdekret stimmt. https://www.tageszeitung.it/2018/11/29/nein-der-svp-2/#comment-393001
    Ein Gesetze das den demografischen Wandel mit Zuwanderern von Muslimen verhindern soll für die Frauenrechte bekanntlich eine untergeordnete Rolle spielen .
    Immer wider werden Frauen von afghanischen afrikanischen Asylanten vergewaltigt und umgebracht.
    Köln Silvester 2016 – Macerata Pamela 18 Jahre von afrikanischen Clandestini mit Drogen fügig gemacht , vergewaltigt , zerstückelt und in 2 Koffer verpackt im Straßengraben entsorgt.
    Desirée 16 Jahre in Rom – San Lorenzo vergewaltigt und anschließend umgebracht von einer Gruppe afrikanischen Clandestini .
    Kinder- Mädchen – Zwangsehe Ehrenmorde. sind im Islam ein normaler Vorgang.
    Sure 2, Vers 223: Eure Frauen sind euch ein Acker; so naht eurem Acker, wann und wie ihr wollt …
    “ Vers 4:34 der Lesung (Koran) ist vielen Menschen bekannt als der Vers, der dem Mann gestattet, seine von den Traditionalisten als „widerspenstig“ beschriebene Frau zu schlagen. Es wird diskutiert, wie der Mann sie schlagen darf.[..]

  • richard

    Aha Frau Unterberger! Wie viel Tiere haben Sie bis heute gegessen? Sind es einige Hundert pro Jahr? Tausende im Lebenslauf? Na! Erkennen Sie, dass kein Tier freiwillig in den Mund geraten ist und sich zerkauen lassen wollte. Denken Sie einfach nach, welche Akte der Gewaltanwendung dahinterstehen? Rein philosophisch sind Denkweisen zur Erniedrigung oder der Minderschätzung anderer Lebewesen, für mich bereits ein Aufruf zu Gewalt. Jede Politik, die die Jagd verherrlicht und Schlachthäuser für gut empfindet, oder Hausschlachtungen gar unterstützt, verstößt gegen die Moral von andersdenkenden, welche dies als Verbrechen gegen die Tierwelt erachten. Auch hier handelt es sich um pure Gewalt! oder nicht? Reicht der Intellekt beim Menschen nur bis zum eigenen Interesse? Gewalt gehört an der Wurzel angezapft und bekämpft, Gewalt ist im Keim zu ersticken, also dort, wo das Leben anderer Lebewesen freizügig und des Profits wegen, geopfert wird. „Die Wurzel an der Gewalt liegt im Sein des nimmersatten Menschen!“

  • alexbozen

    Julia, i bin von meiner Frau obhängig, und sie isch von mir obhängig…und jo es isch a ungleiches Verhältniss… und rot amol… mir lieben ins! 😉 …es luschtige isch jo, dass du selber an den Scheiß glabsch…und es net lei des Geldes wegen tuasch, zumindest wirksch auf mi glaubwürdig…ober net das dir iaz wos einbildesch…deine Mentalität find i trotzdem Sch…

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