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Drogen zu Weihnachten

Die sichergestellten Drogen (Fotos: Straßenpolizei)

Großer Drogenfund bei der Mautstelle Brixen. Im Kofferraum eines Pkw wurden 50 Kilogramm Marihuana gefunden. Ein Albaner wurde verhaftet. 

von Erna Egger 

Die Beamten der Straßenpolizei wissen: Zur Vorweihnachtszeit blüht nicht nur das Weihnachtsgeschäft, auch der Drogenhandel boomt. „Und dabei floriert nicht nur das Internetgeschäft, sondern auch die direkten Lieferungen. Das ist ein richtiges Business geworden. Der Absatz ist zu Weihnachten sehr viel höher als unterm Jahr, das merkt man vor allem auch an den Transporten“, schildert Peter Mock, Kommandant der Straßenpolizei Sterzing. 

Daher hat die Straßenpolizei die Überwachung bei den Mautstellen und den Raststätten auf der Autobahn verstärkt und zusätzliche Zivilstreifen eingesetzt. 

Mit Erfolg: Am Mittwoch konnten die Fahnder auch gleich einen außergewöhnlich großen Drogenfund tätigen. 

Es war gegen 13.30 Uhr, als die Polizisten bei der Raststätte Plose Ost auf der Höhe von Brixen eine Beobachtung machten, die ihnen äußerst verdächtig vorkam. Ein grauer Peugeot 308 Station Wagon mit italienischem Kennzeichen, der Richtung Norden unterwegs war, fuhr bei der Raststätte ein. Das Fahrzeug wurde von einem Albaner gelenkt, er wurde von einer Frau begleitet, die ebenfalls aus Albanien stammt.

Wenig später kam ein schwarzer Mercedes mit albanischem Kennzeichen nach, der von einem weiteren Albaner gelenkt wurde. Die Insassen des Peugeot stiegen schleunigst in den Mercedes um und fuhren mit hoher Geschwindigkeit Richtung Norden weiter. Der Peugeot blieb bei der Raststätte zurück. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um ein Leihauto, das in der italienischen Stadt Anzio angemietet worden war. 

Die Fahnder schöpften Verdacht: Sie verständigten die Kollegen, die den Mercedes unmittelbar danach bei der Mautstelle Brixen aus dem Verkehr fischten. 

Die drei Insassen des Fahrzeuges reagierten bei der Befragung nervös und verstrickten sich in Widersprüche: „Unter anderem stimmten die Beobachtungen der Fahnder bei der Raststätte Plose mit den Aussagen der Albaner nicht überein. Sie gaben beispielsweise an, dass sie sich bereits in Bologna getroffen hätten“, berichtet Mock. 

Alle drei konnten keine Aufenthaltsgenehmigung für Italien vorweisen. 

Während der Befragung bei der Mautstelle nahmen andere Straßenpolizisten den zurückgelassenen Peugeot unter die Lupe. Sie mussten nicht lange suchen: Im Kofferraum wurden sie fündig. Dort befanden sich drei große Pakete, die mit einer Plastikfolie eingewickelt waren. Gleich war klar, dass es sich um Drogen handeln musste. Das Fahrzeug mit dem Inhalt wurde zur Kaserne der Untersektion der Straßenpolizei nach Sterzing gebracht. Insgesamt befanden sich 50 Kilogramm Marihuana im Auto. 

Der Peugeot-Lenker nahm sofort jegliche Schuld auf sich und beteuerte, dass seine Freundin und sein Landsmann vom Transport nichts gewusst hätten und entlastete somit die anderen beiden. „Weitere Details hat er noch nicht ausgesagt“, so Mock. Der Mann wurde verhaftet und ins Bozner Gefängnis gebracht. Seine Identität wird noch nicht bekannt gegeben, weil die Erhebungen noch im Gange sind. Sein Handy wurde beschlagnahmt. 

Die anderen beiden konnten nicht länger festgehalten werden: Zwar gehen die Ordnungshüter davon aus, dass alle drei unter einer Decke stecken, ihnen kann aber zumindest vorläufig keine Mitwisserschaft nachgewiesen werden. 

Die Ermittlungen werden fortgesetzt, auch will man die albanische Polizei involvieren. 

Auch der Mercedes konnte nicht beschlagnahmt werden, er war ordnungsgemäß im Besitz seines Lenkers. Der Peugeot muss an die Leihfirma zurückgegeben werden. 

Unter den drei Albanern besteht keine familiäre Verbindung. 

Die Fahnder gehen davon aus, dass die Drogen für den österreichischen und deutschen Markt bestimmt waren. Das Suchtgift hätte einen Marktwert von 500.000 Euro. 

Für die Straßenpolizei Sterzing war dies der größte Fund der letzten Monate. „Vor einem Jahr zu Weihnachten haben wir 64 Kilogramm Heroin sichergestellt. Diese Menge wurde damals aber von Deutschland nach Italien transportiert“, so Mock. 

 

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