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„Das ist die Krönung“

Thomas Schuster, Bürgermeister in Rasen Antholz, über die Herausforderung Olympia 2026, über die Strahlkraft und die Nähe zu Cortina sowie über den Gigantismus der Vergangenheit.

TAGESZEITUNG Online: Was kommt auf Sie zu, wenn Italien tatsächlich den Zuschlag für Olympia 2026 bekommt, Herr Bürgermeister?

Thomas Schuster: Ein solches Großereignis bleibt immer eine Herausforderung. Wenn aber der Grundgedanke der Olympischen Agenda 2020 zum  Tragen kommt, dann kann man sich auf eine solche Veranstaltung durchaus freuen. Die Spiele sollen demnach nachhaltiger und kostengünstiger werden. In diesem Fall wären für uns Weltmeisterschaften und Olympische Spiele in der Handhabe durchaus vergleichbar. Aber  der Sicherheitsaufwand ist bei Olympia bestimmt größer. Trotzdem: Die Südtirol Arena ist für Großveranstaltungen ausgerichtet. In diesem Sinne ist Olympia sicherlich die Krönung.

Das Antholzertal ist schmal und überschaubar: Wie kann man es schaffen, hier Olympia zu beheimaten?

Es gibt eine Limitierung für Besucherzahlen bei Olympischen Spielen. Aber momentan kennen wir noch keine Details. Grundsätzlich jedoch sehe ich keine Probleme in der Abwicklung der Veranstaltung. Dazu kommt: Cortina liegt sehr nahe, die alpinen Bewerbe werden sicherlich auch nach Südtirol ausstrahlen. Wir sollten keine Insel darstellen, daraus sollte keine Überbelastung für einzelne Veranstaltungsorte erwachsen.

In anderen Austragungsorten hatte man Volksbefragungen durchgeführt. Oft entschied die Bevölkerung gegen Olympia. Wie ist die Stimmung in Rasen Antholz?

Es ist grundsätzlich richtig Meinungen abzufragen. Aber bei uns gibt es bereits eine Struktur, die genutzt werden kann. Aus der Gegenwart betrachtet ist der Gigantismus der Vergangenheit tatsächlich erschreckend. Hier ist eine Kehrtwende dringend notwendig.

Antholz läuft mit Mailand und Cortina mit: Bedeutet dies, dass der Verkehr über das Höhlensteintal kommt?

Das ist ein kleines Nadelöhr. Ich kann aber noch nicht einschätzen, wie die Frequenz zwischen den Austragungsorten tatsächlich sein wird. Bereits bei den Olympischen Spielen 1956 in Cortina hat man gesehen, dass auch Südtirol mitmachen muss, wenn auch die Bedingungen heute ganz anders sind.

Braucht es da nicht einen Flughafen?

Ich würde eher auf den Zug setzen, der auf der Hauptachse sehr großes Potential hat. Außerdem sollten bis dahin die Umfahrungen für Percha und Kiens oder die Einfahrt in das Gadertal Realität sein. Dass man zwischen Cortina und Toblach einen relevanten Flugbetrieb schafft, kann ich mir nicht vorstellen.

Interview: Silke Hinterwaldner

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