Du befindest dich hier: Home » News » „Frage der Gerechtigkeit“

„Frage der Gerechtigkeit“

Die SVP-Frauen stellen ihrer Partei die Rute ins Fenster: Eine Landesregierung mit nur einer SVP-Landesrätin komme für sie nicht in Frage.

von Matthias Kofler

Frauenchefin Renate Gebhard

Renate Gebhard lässt keinen Zweifel offen: „Wir fordern – unabhängig vom künftigen Koalitionspartner –, dass in der neuen Landesregierung mindestens zwei SVP-Frauen vertreten sein müssen. Eine Landesregierung mit nur einer SVP-Landesrätin ist für uns nicht akzeptabel“, sagt die SVP-Frauenchefin.

Diese Forderung hat Renate Gebhard bereits unmittelbar nach den Landtagswahlen bei Landeshauptmann Arno Kompatscher und Parteiobmann Philipp Achammer deponiert. Bei der gestrigen Sitzung des Landesfrauenausschusses erhielt sie dafür auch die volle Rückendeckung der SVP-Frauen.

Gebhard nennt mehrere Gründe, warum es in der neuen Landesregierung einen starken (SVP-)Frauenanteil braucht. Zum einen gehe es um den „Gerechtigkeitsaspekt“: Rund ein Drittel der ins Hohe Haus gewählten SVP-Mandatare sei weiblich; dieses Verhältnis müsse auch in der Exekutive berücksichtigt werden. Zum anderen sei es laut der Kammerabgeordneten an der Zeit, die Sichtbarkeit von Frauen in der Politik zu erhöhen. Die CSU in Bayern habe den Fehler gemacht, bei der Erstellung der Kandidatenlisten zu wenig darauf zu achten, dass auch die Frauen ausreichend vertreten sind. Deshalb sei der Frauenanteil im neuen Landtag gesunken. „Aus diesem Fehler hat die CSU aber gelernt und nun mehr Frauen in die Staatsregierung entsandt, als ihr Anteil im Landtag ausmacht“, erklärt Renate Gebhard.

Im Falle einer Koalition der SVP mit PD und Grünen ist die SVP von der gesetzlichen Frauenquote her verpflichtet, mindestens zwei Landesrätinnen zu stellen, da die Koalitionspartner nur zwei italienische Männer anzubieten haben. Die Lega hingegen könnte mit Rita Mattei (theoretisch) auch eine Frau stellen. Auf diese Gedankenspiele will die Frauenchefin aber nicht eingehen. Für sie komme nur eine Regierung mit mindestens zwei SVP-Frauen in Frage, alles andere sei „nicht akzeptabel“.

Aus der Parteiführung ist zu vernehmen, dass man zu keinem Zeitpunkt daran gedacht habe, nur eine SVP-Frau in die Exekutive zu entsenden. Vielmehr sind Philipp Achammer, Thomas Widmann und Co. vor den Wahlen davon ausgegangen, dass der Frauenanteil im Landtag gleich bleiben bzw. leicht steigen würde. Damit wäre die Volkspartei gezwungen gewesen, die neue Landesregierung mit drei Frauen auszustatten.

Bei den Vorgesprächen mit den Lega-Vertretern im Sommer wurde von der SVP daher der Wunsch geäußert, dass auch der Carroccio eine Frau für die Landesregierung zur Verfügung stellt. Die SVP brachte dafür Ex-Lega-Chefin Elena Artioli ins Spiel, was vom neuen Lega-Kommissär aber kategorisch ausgeschlossen wurde. Immerhin war es Elena Artioli, die ihn – Massimo Bessone – seinerzeit aus der Lega geschmissen hat.

Bei den Landtagswahlen kam es dann anders, als erwartet: Es zogen nur mehr neun weibliche Abgeordnete ins Hohe Haus ein. Die SVP verpasste um 160 Stimmen das 16. Mandat, das Paula Bacher zugesprochen worden wäre. „Es wäre doppelt tragisch, wenn wir wegen 160 Stimmen eine Frau in der Landesregierung verlieren würden“, sagt Renate Gebhard. An ein solches Szenario will die Frauenchefin aber nicht denken. Sie geht davon aus, dass die Parteiführung ihre Forderung erfüllen werde. Immerhin vertritt sie die „Lobby“ mit den meisten Mitgliedern: Die Hälfte der Gesellschaft ist weiblich.

Neben der für die Landesregierung gesetzten Waltraud Deeg steigen damit auch die Chancen von Maria Hochgruber Kuenzer auf einen Posten im Kompatscher-Kabinett. Die JG-Kandidatin Jasmin Ladurner dürfte hingegen in die Regionalregierung aufrücken. Die letzte verbliebene SVP-Frau Magdalena Amhof gilt als Topfavoritin auf das Amt der SVP-Fraktionssprecherin im Landtag.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
Clip to Evernote

Kommentare (19)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • ambedue

    Isch jo guat, wos regs enk schun wieder auf. Wia wars mit a bissl mer Diplomatie ? Dass mon sig, dass a schlaus Denken derhinter steckt? Fakten sein lei a billiger Grund. Losts Enk wos einfollen.

  • einereiner

    Merkel hat versagt, Martha Stocker hat versagt, Uli Mair hat versagt……wer sind die nächsten?

    • andreas

      Stocker hat das gemacht, was sich die männlichen Vorgänger nicht getraut haben, Merkel war die moderate Lichtgestalt, welche Machos wie Orban, Putin oder Trump noch einigermaßen in Zaum halten konnte und was Mair gemacht hat ist recht egal.

      Margrethe Vestager ist momentan die mutigste und eine der fähigsten Politikerinnen Europas, Kramp Karrenbauer wird wohl zu Recht gegen den Black Rock Mann Merz gewinnen und Sahra Wagenknecht ist intellektuell eigentlich jedem Politiker in Deutschland weit überlegen.

      Ich bin zwar auch dagegen, dass Frau sein schon ein Kriterium sein soll, doch deren Leistung generell abzuwerten ist Unsinn.

      • yannis

        Dem Orban, dem Putin,, dem Trump und noch ein paar anderen geht die Merkel am Allerwertesten vorbei.
        Der Putin braucht nur den Gashahn zuzudrehen und schon gehen bei der Merkel und in anderen Teilen Westeuropas die Heizungen und die Industrieöfen aus.
        Und die Karrenbauer wäre dann Merkel 2.0 und damit der Garant dass die Union die 30% Marke bei der nächsten Wahl ordentlich unterschreitet.
        Ja ich weis steht so nicht bei Deiner Bibel „SPON“

    • goggile

      wurden die ersten 2 bestraft für ihr versagen? wieso nicht?

  • erich

    Typisch Frauen, sie reden nur über der Anzahl, über Qualität redet keine, oder soll ein frisch gebackenes Huhn plötzlich Landesrätin spielen.

    • gestiefelterkater

      Kaum „gewählt“ und schon am Posieren. Natürlich muss zuerst die Hackordnung geklärt werden.
      Es ist doch wie bei den Hühnern, allerdings mit einem Unterschied, Hühner legen Eier und wenn sie das nicht mehr tun gibt’s eine Hühnersuppe.
      Ich schlage ich vor Politikerinnen über Werbeeinnahmen zu finanzieren. Werbung für Kleider, diverse Frisörsalons, Botoxbehandlungen, Schönheitssalons, und alle möglichen Mittel und Wässerchen, zB. auch Abführmittel. Es wäre für alle etwas dabei und keine könnte sagen sie würde benachteiligt!

  • kurt

    Das ist pure Wichtigtuerei was glauben die eigentlich wer sie sind diese Emanzen ,das sogenannte Schwache Geschlecht das glaubt alle, kraft dieser Annahme, terrorisieren zu können .
    Jetzt haben wir es bald soweit das die Männer um die Gleichberechtigung kämpfen müssen .
    Devise dieser Damen ist ja, jeden das seine und mir immer ein bisschen mehr !!!!.
    Schuster ,so heißt es, bleib bei deinen Leisten und Frauen bei dem für was sie da sind.

  • gr

    frauen in do politik sein grundsätzlich et letz obo noa miassn sie no hausfrau ,mutter,orbatnehmer usw. sein. multitasking funkt net. is gleiche sollte obo a für männer gelten odo politiker mit einsatz und et hauptsächlich orbatn und als nebenjob a bissl politika mochn

  • goggile

    egal ob weib oder mandl, die meistgewählten gehören an die spitze. eine sauerei wie bei der lega eine nichtgewählte quotenmäsig nachrückt.

  • tomtomgo

    Das ganze Wahlsystem ist scheiße! Der Bürger sollte Partei unabhängig 3 Stimmen abgegeben können, eine davon ist für den Landeshauptmann (also direkte Wahl)! Am Ende werden die Stimmen ausgezählt und genau danach unabhängig ob Mann oder Frau die Regierung gebildet! Der Parteiunabhängig gewählte Landeshauptmann verteilt anschließend die Verschiedenen Zuständigkeiten ( Mobilität, Sanität und so weiter) anhand der gewählten Personen.Das wäre fair und Richtige Demokratie! Und nicht dieses Postengeschachere!

  • ahaa

    Die Bauarbeiter ect.sollten die Arbeit nieder legen,solange nicht genug weibliches Personal aufscheint.
    Solche Probleme haben die.
    Einen Posten fùr das Patenkind, wàre nicht schlecht. 😉

  • yannis

    @ahaa,
    Sehr, sehr guter Vorschlag ! Dann würde das Weibsgezänke wohl sehr schnell zu Ende sein.

  • meinemeinung

    ich bin der Meinung ,dass jetzt schon zu viele Frauen drinnen sind ,man merkt es ,an Ihrem Aufstand.

    Wie wird es wenn noch mehr Frauen im Landtag sind ??? Neid, Heulen, Geschwätz, Tränen, Pessimistisch, Eifersüchtig, Trotzig usw. und so fort ,die Frauen

  • drago

    Über Kompetenzen wird gar nicht geredet, so nach dem Motto: wer gewählt wird, ist auch für alles kompetent. Haben die Damen wahrscheinlich von den Herren gelernt.

  • morgenstern

    Entschuldigung,…..bin beim lesen des Artikels eingeschlafen.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen