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Smartes Arbeiten

Die Landesverwaltung will ihre Attraktivität als Arbeitgeberin steigern und setzt dabei auf neue Arbeitsmodelle. Das Zauberwort heißt Smart Working. 

Die Führungskräfte des Landes haben sich bei ihrer Herbsttagung mit dem neuen, flexiblen Arbeiten beschäftigt. Unter anderem durch die Möglichkeit des „Smart Working“ will sich die Landesverwaltung als attraktiver, konkurrenzfähiger Arbeitgeber positionieren.

In diese Richtung motivierte auch Gastreferent Hermann Troger, Universitätsdozent und international tätiger Unternehmensberater aus Brixen. Das Land Südtirol solle sich trauen hier ein Vorbild zu sein und aktiv Arbeitgebermarketing betreiben, um damit die besten Köpfe ins eigene Boot zu holen.

„Die Mitarbeiter entscheiden dann schon selbst, zu welchem Arbeitgeber sie gehen“, sagte Troger. Personallandesrätin Waltraud Deeg ging ebenfalls auf diese Thematik ein: „Mitarbeiter brauchen gute Voraussetzungen, wir haben es selbst in der Hand diese zu gestalten.“ Die Führungskräfte rief die Landesrätin dazu auf, gemeinsam an einer neuen Führungskultur zu arbeiten. Die Flexibilisierung der Arbeit verlange ein Übertragen von Verantwortung und Vertrauen, aber auch das Einfordern von Ergebnissen. Über eine öffentlich-privaten Partnerschaft (Public-private-Partnership) arbeite das Land daran, das sogenannte Smart Working in der Landesverwaltung einzuführen.

In einer Online-Abstimmung bezeichneten auch die anwesenden 150 Führungskräfte die Einführung von flexiblen Arbeitsmodellen überwiegend als sehr wichtig, als Mehrwert des Smart Workings wurden vor allem die bessere Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben sowie die höhere Attraktivität des Arbeitsplatzes eingestuft.

Inputs aus Trient und Rom 

Die Direktorin der Trentino School of Management,  Paola Borz, bezeichnet Smart Working als ein Win-Win-Projekt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Unter Smart Working versteht man eine Arbeitsweise, die durch Nutzung moderner Technik die Flexibilität und die Unabhängigkeit vom fixen Arbeitsplatz stärkt. Derzeit ist die in der Landesverwaltung über Telearbeit möglich, bei der Landesangestellte einen Teil ihrer Arbeitszeit und ihres Arbeitsprogrammes zu Hause erledigen.

Auch im Trentino gibt es seit Beginn der 2000er Jahre ein ähnliches Modell, das in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und ausgedehnt wurde. Zwölf Prozent der über 4000 Trientner Landesangestellten nutzen eine der vier momentan angebotenen Formen des Smart Working, berichtete Borz, davon auch etliche Führungskräfte. „Smart Working ist eine Möglichkeit, die Wettbewerbsfähigkeit der öffentlichen Verwaltungen zu steigern“, zeigte sich die Direktorin überzeugt.

Über eine Videobotschaft beteiligte sich auch Monica Parella, die in leitender Funktion im Ministerratspräsidium sich mit dem Smart Working und flexiblen Arbeitsmodellen beschäftigt. Als wesentliche Vorteile von Smart Working nannte Parrella neben der Vereinbarkeit von Arbeits- und Lebensgestaltung auch die Erhöhung der Arbeitsproduktivität und die Motivation der Bediensteten. Zudem unterstrich sie, welch wichtigen Beitrag Smart Working für die Chancengleichheit leiste.

Smart Working für ausgeglichene Work-Life-Balance

Auch die Professorin für Organisation und Führung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Freien Universität Bozen, Marjaana Gunkel, zeigte den anwesenden Führungskräften des Landesverwaltung auf, dass Gespräche individuelle Lösungen bringen könnten, die sowohl für den Angestellten, als auch für den Vorgesetzten vorteilhaft seien.

Viele Arbeitnehmer äußerten den Wunsch nach einer ausgeglichenen Work-Life-Balance, also einem harmonischen Verhältnis zwischen Arbeits- und Freizeit. Führungskräfte sollten sich daher mit Smart Working als Antwort auf dieses Bedürfnis auseinandersetzen. Diese Erwartungshaltung sei in der jüngeren Generationen ebenso festzustellen wie bei älteren Mitarbeitern, bestätigte auch Unternehmensberater Hermann Troger. Führungskräfte müssten einen neuen Führungsstil entwickeln, der Vertrauen und neue Formen der Delegation in den Mittelpunkt stellt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (3)

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  • gr

    smart working live-balance widdomol a suppo idee. meg la schaugn dass di leit mit 8h orbatn ibolebn kemm, und et ibostund ,somsta, sunnta nocchn motto: magari wenn mo di mittogspause weglossn noa het do tog gor 25h. lott di leit awin lebn noa brauchts des olls et.

  • meinemeinung

    es gibt wieder Englische begriffe in unserem Landesapparat, deutsch ist schwere Sprache
    Ihr brächtet keine Sorgen zu haben ,wenn der Einstieg (Wettbewerb und Zweisprachigkeit) nicht so ein Ei wäre ,dann würden viele ,die nicht arbeiten wollen ,zu Land .
    Privilegien und Freizeit gibt´s nirgends mehr ,als bei allen Öffentlichen Verwaltungen und die wollen noch mehr. Dann ist bald keiner mehr im Büro wenn man was braucht ,alle flexibel arbeiten und noch ein Schlupfloch suchen dass man ja nicht arbeiten soll.
    ach wo hin führt das noch ?? olleweil tümmer

  • gestiefelterkater

    „Smart Working für ausgeglichene Work-Life-Balance“
    Höchstmögliche Entlohnung, Aufwandsentschädigungen, mit allen möglichen Begünstigungen, Extrabonus bei zB. Versicherungen und selbstverständlich, die Rente im Voraus für unsere Eliteschmarotzer!
    Dieses Modell vom smarten Arbeiten gilt natürlich nicht für die gewöhnlichen Bürger, jemand muss schließlich die niederen Arbeiten verrichten, diese müssen natürlich getan werden wenn sie getan werden müssen, selbstverständlich für fast umsonst. Aber schließlich hat der normale Bürger um ein Vielfaches geringere Lebenshaltungskosten und eine wesentlich niedrigere Lebenserwartung.
    Daher kann sich der normale Bürger glücklich schätzen, dass er mit einem geringen Lohn und einigen Überstunden über die Runden kommt.
    Zum Abschluss dieser Elitären Zusammenkunft gab es doch bestimmt auch eine ARBEITSMARENDE?

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