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Die Führerschein-Sperre

Anton R. wurde vor sechs Jahren mit 500 Gramm Marihuana erwischt. Nun erfährt er am eigenen Leib, wie weitreichend die Folgen sind.

von Markus Rufin

Vor den Wahlen befragte die TAGESZEITUNG einige Landtagskandidaten zu privaten Themen. Eine Frage davon war: Wann haben Sie das letzte Mal einen Joint geraucht. Einige Politiker unterstrichen, dass sie nie Marihuana geraucht hätten, aber die meisten gaben zu, dass sie in ihrer Jugendzeit auch einmal Drogen konsumiert haben.

Dass es sich beim rauchen oder gar mitführen von Marihuana nicht um eine Jugendsünde handelt, sondern um eine handfeste Straftat, wird dabei meist außer Acht gelassen. Vor allem bei Studenten ist Marihuana eine beliebte Droge, die des Öfteren konsumiert wird. Wenn man allerdings damit erwischt wird, drohen saftige Strafen.

Anton R.(Name von der Redaktion geändert) musste das am eigenen Leib erfahren. Er wurde vor sechs Jahren mit einer größeren Menge Haschisch erwischt. Über 500 Gramm waren es. Anton R. wurde daraufhin wegen Drogenhandel und -besitz angezeigt. Seine Bestrafung: Er wurde unter Hausarrest gestellt, durfte nur mehr zum Arbeiten außer Has gehen.

„Heute“, so betont Anton R. „habe ich nichts mehr mit Drogen am Hut. Ich weiß, dass es ein Fehler war.“Auch er bezeichnet sein Drogengeschäft als „Jugendsünde“, verstehe aber trotzdem, wieso sein Delikt bestraft wurde. Anton R. war zum Zeitpunkt der Strafe 21 Jahre alt.

Allerdings spürt er erst jetzt, wie fatal seine „Jugendsünde“war. Denn vor einigen Monaten entschied sich Anton R. dazu, seinen Führerschein zu machen – wohlgemerkt aus beruflichen Gründen. Sein Arbeitgeber verlangte es von ihm.

Allerdings wurde ihm ein Strich durch die Rechnung gemacht. Denn nach einigen Besuchen in der Fahrschule wurde im mitgeteilt, dass er den Führerschein nicht machen dürfe.

Denn mit der Geldstrafe war noch lange nicht alles verbüßt. Die Strafe beinhaltet auch. Zwar ist sein Hausarrest schon seit rund zweieinhalb Jahren vorbei, aber die verantwortliche Behörde will Anton den Führerschein noch nicht machen lassen. Eine sechsjährige Sperre gelte für Anton R. – dabei wurde ihm das gar nicht mitgetielt.

Für Anton R. total unverständlich: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass ich für eine Straftat, die sechs Jahre her ist, keinen Führerschein machen darf. Dass eine Jugendsünde so hart bestraft wird, ist nicht richtig.“

Außerdem betont Anton, dass es bei ihm ums überleben gehe: „Wenn ich den Führerschein nicht machen kann, dann muss ich kündigen. Das heißt, ich lande auf der Straße.“

Anton hat sich im Betrieb, in dem er als Angestellter fungiert, „von null auf hundert“hochgearbeitet.

Eine weitere „Verarschung“sieht Anton R. darin, dass ihm die Führerschein-Sperre nicht mitgeteilt wurde. Er sei auch nicht negativ aufgefallen. Daher fühle er sich hängen gelassen.

Mittlerweile versucht Anton R. die Führerschein-Sperre aufzuheben. Dazu hat er sich rechtlichen Beistand geholt. Laut Anton R. liege die Wahrscheinlichkeit, dass er den Führerschein trotzdem noch rechtzeitig machen dürfe, bei 30 Prozent.

 

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (11)

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  • goggile

    Spitzenanwalt und gezielt verantwortliche Beamte verklagen. Nur so hat eine solche Diktatur ausgedient.

    • tiroler

      Er hatte wohl nicht nur einen halben Kilo Drogen. Er wurde mit den 500g erwischt. Es ist wohl offensichtlich dass dieser Anton ein Dealer im großen Stil war. Er soll froh sein, dass er nicht in den USA oder in Thailand, Indonesien, Singapur, China oder Malaysia erwischt wurde. Da würde er den Rest seines Lebens in einer Zelle verbringen oder gar hingerichtet werden. Also Klappe hslten

    • tff

      Verklagen? Die Beamten führen ja nur die Gesetze aus. Nachdenken vor Blödsinn schreiben.

  • andreas

    500 gr sind wohl weniger für den Eigenkonsum vorgesehen, sondern sind gewerblicher Handel und mit 21 Jahren von „Jugendsünde“ zu sprechen ist auch nicht angebracht.
    Wenn es 6 Jahre her ist und er eine 6 jährige Sperre hat, sollte es ja bald vorbei sein und wenn es ihm niemand gesagt hat, sollte er seinen ehemaligen Anwalt mal danach fragen.

    Sofern er selbst von „Jugendsünde“ spricht und sich als „Justizopfer“ sieht, hat er es wohl immer noch nicht verstanden.

  • huwe

    @tiroler
    Ganau so ist es, das sollte ein Exempel für viele Jugentliche sein, wer Mist baut soll dafür bestraft werden.

  • hanf-petergruenfelder

    Das schlimmste was einem mit Cannabis passieren kann ist, wenn man damit erwischt wird.

  • goggile

    das verbot des Führerscheins ist ein eingriff ein schwerwiegender in das Persönlichkeitsrecht. wollen wir allen kriminellen, Dieben Einbrechern Steuerhinterziehern gewaltanwender den Führerschein entziehen?

    Aufwachen. schafft eine Justiz die alle gleich behandelt und nicht eine gesonderte so wie das mititärgericht.

    schafft eine europäische Justiz. schafft eine europäische Polizei. klar, dass unter opi juncker mehr auf guten alten wein geschaut wird als auf Erneuerung.

  • ollaweilleiselber

    Wer Handel (500 gr.) mit illegalen Drogen betreibt muss sich des Risikos für sich (und die Kunden/Konsumenten) bewusst sein. Der Dealer wird strafrechtlich belangt, der Konsument als solcher erfasst.
    Beiden wird für eine bestimmte Zeit der Erwerb des Führerscheins untersagt.
    So ist es nun mal und so ist es auch richtig und gilt im Übrigen auch für notorische Konsumenten von legalen Drogen wie Alkohol. Dies zum Schutz aller übrigen Verkehrsteilnehmer.
    Wem das nicht passt, der kann ja in eines der von „tiroler“ angeführten Länder auswandern, oder sich für die Legalisierung von Cannabis aktivieren; aber als Konsumet von Rauschmitteln würde ihm auch dann noch der erwerb des Führerscheins versagt wie eben dem notorischen Dorfpsuff.

  • franz

    @hanf-petergruenfelder
    Das schlimmste was einem mit Cannabis passieren kann ist, wenn man damit erwischt wird.
    Abgesehen davon, dass man sich beim Lenken eines Fahrzeug unter Einfluss von Alkohol oder Drogen strafbar macht, was unter anderem den Entzug des Führerscheins zur Folge hat. Art.. 187. C.d.s. bzw. bei einen Unfall mit Verletzen oder Tote unter Einfluss von Drogen / Alkohol mit den neuen Gesetz- “omicidio stradale“ Haftstrafen bis 18 Jahre vorsieht.
    La legge sull’omicidio stradale è finalmente realtà. Pubblicata alle 20,30 del 24 marzo sulla Gazzetta Ufficiale, è entrata in vigore dopo la mezzanotte. Si tratta della legge n°41 del 23 marzo 2016,
    http://www.ilfattoquotidiano.it/2016/03/25/omicidio-stradale-a-mezzanotte-e-entrata-in-vigore-la-nuova-legge/2581501/
    Schlimm auch wer nicht erwischt wird, dass aber ein Zusammenhang zwischen bereits leichten Drogen wie Cannabis zu psychischen – physischen Schäden wie Unfruchtbarkeit bei Männern und Schizophrenie-Risiko besteht.
    Auch die Tatsache, dass bereits die Einstiegsdroge zu Abhängigkeit in Folge zu Beschaffungskriminalität führt , was schlimme Folgen haben kann. https://www.ilfattoquotidiano.it/2018/06/21/cannabis-light-parere-del-consiglio-superiore-di-sanita-pericolosita-non-puo-essere-esclusa-fermare-le-vendite/4441877/

  • gr

    500gramm wow des wor woll do escobar von südtirol. und aso wia do franz do schreib kennta sich woll gor aus . a olto kiffa odo wos?

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