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Stare über Rom

Valeria Golino ist eine der bekanntesten italienischen Schauspielerinnen, sie kann aber auch Regie. Das beweist „Euforia“.

von Renate Mumelter

Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder, Matteo ist reich und Ettore so krank, dass es keinen Ausweg geben wird. Matteo ist mit „innovativen“ Geschäftsideen zu seinem Geld gekommen. Die Barmherzigkeit sei, sagt er, das Geschäftsmodell der Zukunft, mit dem Bau von Flüchtlingslagern in Afrika ließe sich viel verdienen. Mit Lichtinstallationen für die Kurie ebenso. Ansonsten raucht und kokst Matteo hektisch, hat Freunde wie alle Reichen und steht vorwiegend auf Männer.

Euphorische Täuschung ist eine seiner Spezialitäten. So verschweigt er dem kranken Bruder den Ernst der Lage, bringt ihn unter seine Kontrolle und glaubt, damit Gutes zu tun.

Golino zeichnet ein spannendes Gesellschaftsbild, das auch vor Tabus nicht zurückschreckt, hektisch durch Rom hetzt, den Tod nicht wahrhaben will in der ewigen Stadt, wo die Stare seit Jahrhunderten Bilder in den Himmel zeichnen, ganz unabhängig von dem, was die Menschen da unten verbindet oder trennt.

Riccardo Scamarcio ist der perfekte Emporkömmling, Valerio Mastrandrea sein ebenso perfektes Gegenbild. Irgendwie. Und dazwischen steht Marzia Ubaldi, die als perfekte Mutter zwar nicht oft zu Wort kommt aber viel zu sagen hat.

Euforia (IT 2018), 115 Min., Regie: Valeria Golino. Mit: Riccardo Scamarcio, Valerio Mastrandrea, Marzia Ubaldi. Bewertung: Erstaunlich leicht und sehenswert

Was es sonst noch gibt: „Papst Franziskus“ (bis SO, Kaltern SA, SO),  „Unser Saatgut“, „Frantz“ (MI), „Monika Hauser“ (FR Franzensfeste)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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