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Die halbierte Mannschaft

Das Sportgericht hat sechs Spieler der U19-Mannschaft von Pianibolzano gesperrt – und dem Verein eine Rekordstrafe aufgebrummt.

von Artur Oberhofer

Es passierte am 13. Oktober im U19-Match zwischen Klausen und Bolzanopiani: Ab der 15. Spielminute wurde der Schiri von Spielern der Gastmannschaft aus Bozen auf vulgärste Art und Weise beleidigt.

Zwischen der 21. und 24. Spielminute bedrohten sechs Spieler von Bolzanopiani, darunter auch der Kapitän, den Schiedsrichter („ … stai attento a quello che fai, pe te finisce male, ti aspettiamo fuori …“).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit flog plötzlich eine Glasflasche Richtung Spielfeld und zerschellte am Abgrenzungszaun. Und nach Spielende suchten die „Fans“ von Bolzanopiani – immer laut Schiedsrichterbericht – den körperlichen Kontakt zu den Fußballern der Heimmannschaft. Eine Eskalation konnte nur durch das beherzte Eingreifen der Klausner Betreuer verhindert werden.

Nun bekam der Verein Bolzanopiani eine exemplarische Strafe aufgebrummt. Der Verein (der früher Polisportiva Piani hieß), dessen Jugendspieler, Funktionäre und Fans bereits in der Vergangenheit durch ihr rüdes Auftreten aufgefallen waren, muss nämlich die Rekordsumme von 2.500 Euro Strafe bezahlen.

Die Begründung des Sportgerichtes:

„Der Verein offenbart (…) schwerste Versäumnisse in der Führung der jungen Fußballspieler. Leider muss man feststellen, dass es nicht das erste Mal ist, dass Spieler von Bolzanopiani ein Verhalten von unglaublicher Gewalt und Unsportlichkeit annehmen und somit den tiefsten Punkt der Ungezogenheit, Flegelhaftigkeit und Arroganz dem Gegner und dem Schiedsrichter gegenüber erreichen.“

Der Präsident des Clubs, Mauro Bertoldi, wurde vom Sportrichter bis Jahresende gesperrt. Er solle sich in dieser Zeit Gedanken darüber machen, wie er künftig pädagogisch auf seine Spieler einwirken will, so die Sportrichter. In den vergangenen anderthalb Jahren habe sich die Situation verschlechtert, gibt das Sportgericht zu bedenken.

Und dann der Hammer: Sechs Spieler von Bolzanopiani – also mehr als die halbe Mannschaft – wurden für sieben bzw. fünf Spieltage gesperrt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (4)

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  • goggile

    Lebenslange sperren und die staatsanwalschafr sol sich einschalten. Es ist von allgemeinen interesse. Oder wollen wir immer dass die kuenftigen gegener dieser straftaeter in angst und sxhrecken auf den campo gehen muessen? Bei rassismus wird haertestens geahndet und hier? Aufwachen! Die taeter sind immer so stark wie die gesetze schwach sind. In dkiesem sinne: frissts goggilen.

  • prof

    Der Verein Piani und jetzt Bolzanopiani ,hatte schon immer Probleme mit der Sportlichkeit ( im Fussball) auch weil der Verein immer versucht hat ,Spieler mit Problemen zu integrieren was ja zu respektieren ist. Unverständlich ist,daß der Präsident Bertoldi (dessen Vater war vorher Jahrzehntelang Präsident und ist ein Ehrenmann mit Auszeichnungen für seine soziale Tätigkeit) nicht härter durchgreift.

    • keinpolitiker

      @prof…
      was heißt für dich „Spieler mit Problemen“ ????
      Wer hat keine Probleme?
      Integration ist schon in Ordnung, aber ein Sportverein soll ein Rückhalt für diese Jugendlichen sein und kein Therapiezentrum. Ich war auch Frußballtrainer und habe mit meiner A-Jugend damals in Bozen ein Meisterschaftsspiel gespielt, ich muss sagen, das war für mich und für meine Jungs ein Alptraum. Ich hätte mir niemals vorher vorstellen können, dass sowas bei einem Fußballspiel passieren kann.

  • vogel

    Das sind doch keine Strafen für diese Verrückten!
    So ein Trainer gehört in die Psychiatrie!

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