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Enrico Pompili

Enrico Pompili (Foto: Gegor Khuen Belasi)

Der nächste Abschnitt des 44. Festivals Zeitgenössischer Musik steht ganz im Zeichen des Pianisten „in residence“ Enrico Pompili.

Als einer der erfolgreichsten Schüler des Bozner Konservatoriums, hat Enrico Pompilieine Reihe von wichtigen internationalen Wettbewerben gewonnen: Er war Finalist im Klavierwettbewerb von Dublin und Zweiter im Wettbewerb von Hamamatsu. 1995 hat er im XII “Concurso Internazional von Santander mit dem “Premio de Honor” und dem Sonderpreis für zeitgenössische Musik triumphiert. Er hat mit zahlreichen Orchestern gespielt, u. a. mit dem Royal Philharmonic Orchestra London, dem Orpheus Chamber Orchestra von New York, der Philharmonie Warschau und Orchestra National de Spagna, u. a. m.

In den drei Tagen von Mittwoch 7. November bis Freitag 9. November geht das Festival  drei verschiedenen Aspekten des postmodernen Komponierens nach: zunächst im Museion einer neuen ästhetischen Richtung, die sozusagen aus einer Rippe der orthodoxen europäischen Avantgarde entstanden ist und ein freies, völlig ungebundenes Komponieren propagiert . Die Vertreter gehen teilweise zivilen Berufen nach und praktizieren die Komposition auf einem gewissen Niveau als Liebhaber. Zu ihnen gehören Valerio Loraschiaus Savona, der seinen Stil „Fibonalità“ nennt und die mathematischen Proportionen der „Fibonacci-Reihe“ zur Grundlage seiner Formen nimmt, und Alberto Bonera, der die Ansicht vertritt, dass „Die wahre Musik aus der Unterbrechung der Stille und des Schweigens“ besteht. Zu ihnen gehört auch Valdambrini-SchülerDaniel Oberegger,der sich als Komponist neben anderen Tätigkeiten, versucht und 12-Fibonacci-Tänze beisteuert. Als Gelegenheits-Komponist versucht sich auch Pompiliselbst, der eine unvollendete Schubert-Sonate zu Ende komponiert hat. Außer diesen Vier werden auch zwei neue virtuose Klavierstücke des Mailänders Donatoni-Schüler Paolo Ugolettizu hören sein.

Am darauffolgenden Donnerstag findet, wiederum im Museion, ein weiteres Konzert statt, dieses Mal als „Kollateralkonzert“ zur Ausstellung „Perspektiven italienischer Kunst“. Das Duo Tina Auer, Flöte, und Enrico Pompili,Klavier werden mit einem Programm der drei italienischen Avantgardisten, Giacinto Scelsi, Niccolò Castiglioniund Salvatore Sciarrino der Frage nach dem „Licht“ in der italienischen Nachkriegs-Avantgarde nachgehen. Während für Niccolò Castiglioni, der mit „Inverno Inver“ einen internationalen Hit landete und von Messiaen als der „einzig interessante italienische Komponist der Nachkriegs-Avantgarde“ bezeichnet wurde, eher das Licht der Gletscher komponierte, malten die beiden Sizilianer Autodidakten Scelsi und Sciarrino mit dem gleißenden Licht der heißen Sonne Siziliens. Beide erforschen in ihren Werken das Maerial „Licht“, so wie Thales von Milet, Parmenides, Anaximander, Demokrit oder Empedokles nach dem Urstoff forschten. Ihnen beiden ist das Staunen der Vorsokratikern der «Magna Graecia» gemein, eine synästhetische Methode des Einfachen und Primitiven.

Der dritte Abend am Freitag im Centro Trevi, mit Duo Emilio Galante, Flöte und Elektronik, und Walter Zanetti, Elektrische Guitarre bringt neben „Miscellanea“ und Musik-Kreuzungen zwischen Rock und Popo und Avantgarde, eine Uraufführung des Bozner Komponisten Marco Mantovaniund einen weiteren Beitrag zum Thema „Musik und Mathematik“, den der amerikanische Avantgardist Zack Brownunter dem Titel „Rock Furious“ eigens für das Duo komponiert hat.

Für alle Konzerte, am 7. und 8. November, jeweils um 20 Uhr im Museion, und am 9. November im Centro Trevi, Karten an der Abendkassa

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