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Kindereuthanasie in Südtirol

Die Kultur-Zeitschrift „Der Schlern“ thematisiert die bewegenden Schicksale kranker und behinderter Menschen in der NS-Zeit.

Sie heißen Rosa, Walter, Agnes, Max, Elisabeth und Josef, Fidelis, Ida, Konrad, Josef und wurden Opfer des NS-Euthanasieprogrammes.

Die bewegenden Schicksale dieser zehn Südtiroler Kinder stehen im Mittelpunkt eines Themenschwerpunktes in der Oktoberausgabe der Monatszeitschrift für Südtiroler Landeskunde „Der Schlern“.

Dieser Themenschwerpunkt setzt sich aus sechs verschiedenen Beiträgen zusammen:

Am Beginn steht der Aufsatz von Martin M. Lintner, Professor für Moraltheologie in Brixen, der mit dem Titel „Die Ethik des Erinnerns“ überschrieben ist.

Für ihn ist die Erinnerung an die Opfer der Psychiatrie während der NS-Zeit zuallererst ein Akt der Menschlichkeit und der posthumen Gerechtigkeit gegenüber den Opfern: „Diese Menschen wurden (…) zu Nummern oder zu besonders interessanten Fällen bestimmter Erkrankungen degradiert.

Das Verbrechen der Vernichtung, dem sie anheimgefallen sind, soll nicht für immer ihr letztes Schicksal bleiben (…). Von den Objekten, zu denen sie gemacht worden sind, sollen sie wieder werden, was sie waren und immer geblieben sind: Subjekte, Menschen mit einer einzigartigen Persönlichkeit und Lebensgeschichte (…).

Andreas Conca, Primar des Psychiatrischen Dienstes im Gesundheitsbezirk Bozen,hat sich demnach in seinem Aufsatz „Kindereuthanasie in Südtirol“ auf die Spurensuche begeben.

Er geht auf die zehn Kinder ein und schildert die vorsichtige Kontaktaufnahme mit Angehörigen und Familien, mit dem Ziel, ein symbolisches Heimkehren der Kinder und der Trauerarbeit für die Angehörigen zu ermöglichen.

Ein wesentlicher Teil der Annäherung an das Thema ist die Reflexion, wie Aufarbeitung in Würde und Wertschätzung allen Beteiligten gegenüber möglich ist und jenseits rationaler Aufklärung Wahrnehmen und Begreifen – „Herzensbildung“ – fördern kann.

Der Historiker Stefan Lechner ist ein Fachmann auf dem Gebiet „NS-Euthanasieprogramme und Deportationen“.

Er hat in seinem Buch „Die Absiedlung der Schwachen in das „Dritte Reich“ knapp 300 Fälle aufgearbeitet. Im Beitrag für das vorliegende Heft gibt er einen Überblick über die Rolle (einzelner) Südtiroler Ärzte in diesen schwierigen Zeiten.

Den Blick über Südtirol hinaus öffnet Frank Schneider, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Uniklinikum RWTH Aachen.

Frank Schneider hat die bekannte Wander-Ausstellung „Erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“ konzipiert und stellt sich in seinem Beitrag der Frage nach der Verantwortung der Psychiatrie im Nationalsozialismus.

Die Vorstellung eines europäischen Schulprojektes zum Thema Entmenschlichung und Unmenschlichkeit der Ärztin Annelore Homberg und die Rezension des Buches von Stefan Lechner „Die Absiedlung der Schwachen in das „Dritte Reich“ durch den Historiker Gerhard Hölzle aus München runden das Oktoberheft des „Schlerns“ ab.

 

 

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Kommentare (2)

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  • gestiefelterkater

    Scheinheilige Bande, scheinheilige. Heute greift man zum Glück früh genug ein, oder was ist eine Abtreibung? Ach ja, Fortschritt, das Recht das es zu schützen gilt, so nennt man das heute und wer etwas gegen diesen Fortschritt hat ist bestimmt ein böser Nazi. Auch wer solche Vergleiche anstellt ist ein böser Nazi.
    Aber auch Sinnlosberufler brauchen Lohn und Brot, und wer in der Vergangenheit herumstochert hat keine Zeit sich mit den Schweinereien im Hier und Jetzt zu beschäftigen, das erledigen dann wohl die sogenannten Historiker in 100 Jahren.

  • cicero

    Fast ALLE Kinder mit Down-Syndrom (Trisomie 21) werden abgetrieben. Sie sind es nicht wert zu leben. Vernichtung von unwertem Leben? Oder wie nennt man das sonst?

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