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Die Großübung

Am Samstag waren die Freiwilligen der Wasserrettungen von Meran, Bozen, Bruneck und Brixen am Stausee von Franzensfeste bei einer Großübung gefordert, die nach einem Raftunfall vermeintlich Vermissten zu finden und zu bergen.

An der Wasseroberfläche des Stausees von Franzensfesteschwimmt eine rote Boje. Das Zeichen für die Taucher der Wasserrettung, dass die vermisste Person gefunden wurde.

Einsatzleiter Jürgen Kapella und Matthias Ruaz erteilen die weiteren Anweisungen, um das Opfer zu bergen, sodass es vom Weißen Kreuz notversorgt werden kann.

Dieses Mal war das dramatisch anmutende Szenario nur Simulation. Eine Puppe im Stausee von Franzensfeste und Freiwillige der Wasserrettung Kufstein und St. Ulrich in Tirol, dienten bei der landesweiten Großübung der Wasserrettungen, die in diesem Jahr von der Wasserrettung Eisacktal organisiert wurde, als Opfer.

Insgesamt nahmen daran 40 Mitglieder der Wasserrettungen von Meran, Bozen, Bruneck und Brixen teil.

Unterstützt wurden sie vom Weißen Kreuz, von der Feuerwehr, der Hundestaffel der Finanzwache und der Wasserrettung Kufstein. Anwesend war zudem Patrick König, der Präsident des Landesverbandes der Wasserrettungen.

Ziel der Übung war es, vermeintlich Vermisste nach einem Raftunfall aus dem Bach und dem See zu retten und weiter zu versorgen. Die WasserretterInnen und Taucher erhielten zu Beginn nur die Meldung eines Fischers, der den Unfall mitbekommen hatte. Genaueres wussten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Das Ufer wurde abgesucht, der anliegende Wald durchkämmt und die Hunde stießen auf Gegenstände der Opfer. An vier Stellen befanden sich die angeblich Verunglückten, imitiert von den Mitgliedern der Wasserrettung Kufstein.

Die Puppe war im südlichen Teil des Stausees versenktworden. Auch sie wurde im Rahmen der Übung von den Tauchern geborgen. Schwierigkeiten hätte die Strömung im See bereiten können, wodurch Personen abgetrieben wären, oder die unerwartete  Ausdehnung des Einsatzes bis in die Nacht hinein.

„In solchen Fällen müsste man spontan reagieren und das Material anpassen“, betont der Einsatzleiter und Präsident der Wasserrettung Eisacktal Matthias Ruaz.

Die Großübung endete jedoch nach gut zwei Stunden ohne Zwischenfälle. Die Akteure kehrten zurück zum Ausgangspunkt ihres Einsatzes, dem Zivilzentrum in Brixen. Dort wurden sie vom Zivilschutz, der im Notfall auch vor Ort anzutreffen ist, mit Speisen und Getränken versorgt.

Die Südtiroler Rettungstaucher zeigen sichtlich Freude an ihrer Tätigkeit. 15 Mitglieder zählt derzeit die Wasserrettung Eisacktal, die seit Anfang der 1990er Jahre existiert. „Vier- bis fünfmal rückt sie jährlich aus“, berichtet Ruaz.

In diesem Jahr habe es bisher nur Suchaktionen gegeben, aber auch für technische Einsätze, z.B. in Speicherbecken, werde man gerufen. Ruaz selbst bietet sein Engagement die Möglichkeit, Hilfsbereitschaft mit seinem Hobby, dem Tauchen, zu kombinieren.

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