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„Niemand soll bevorzugt werden“

Leo Tiefenthaler (Foto: SBB)

Bauerbund-Präsident Leo Tiefenthaler über seine „Macht“ im neuen Landtag – und über die Rolle der Landwirtschaft.

Tageszeitung: Herr Tiefenthaler, schenkt man den Umfragen Glauben, dann setzt sich der neue Landtag zu einem großen Teil aus Bauern zusammen. Sie als Präsident des Bauernbundes werden so zum Schatten-Landeshauptmann?

Leo Tiefenthaler (schmunzelt): Lassen wir doch erst einmal die Wahlen am 21. Oktober vorübergehen! Im Moment ist es unmöglich, genaue Prognosen abzugeben. Wir haben derzeit im Landtag ein sehr ausgewogenes Verhältnis zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen. Ich glaube nicht, dass sich daran weiß Gott was ändern wird. Was sich sicher verändern wird, ist die Parteienlandschaft im Landtag.

Dennoch fällt auf, dass sich viele Kandidaten anschicken, im neuen Landtag die Landwirtschaft vertreten zu wollen. Wie erklären Sie sich das?

Man muss dazusagen, dass die Landwirtschaft schon jetzt im Landtag recht gut vertreten ist. Es ist wichtig, dass der Landtag alle Wirtschaftszweige gut repräsentiert. Er muss auf die ganze Bevölkerung schauen und darf nicht eine bestimmte Gruppe bevorzugen. Wir brauchen die Wirtschaft und die Arbeitnehmer. Das friedliche Zusammenleben ist ausschlaggebend dafür, dass sich unser Land wirtschaftlich, sozial und kulturell gut weiterentwickeln kann. Die Landwirtschaft spielt als Primärsektor in Südtirol eine große Rolle. Wenn wir uns das Belluno oder andere Regionen im Nordwesten Italiens anschauen, so fällt auf, dass dort eine gewaltige Entvölkerung eingetreten ist, nachdem die Landwirtschaft und die Almen nicht mehr ausreichend gepflegt worden waren. In Südtirol hängt die Landwirtschaft mit vielen anderen Sektoren eng zusammen: mit dem Tourismus, der den Gästen ein schönes Abendessen mit heimischen Produkten – Obst, Wein, Fleisch – anbieten kann, mit dem Handwerk und mit den Arbeitnehmern. Dieses gute Verhältnis soll aufrecht bleiben.

Interview: Matthias Kofler

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (21)

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  • kurt

    Dieser Mensch lügt schon bevor er den Mund aufmacht.

  • silverdarkline

    Gutes Verhältnis?? Die Leute haben die Schnauze voll von diesen ganzen Privilegien für einen Stand.

  • thefirestarter

    „Wenn wir uns das Belluno oder andere Regionen im Nordwesten Italiens anschauen, so fällt auf, dass dort eine gewaltige Entvölkerung eingetreten ist, nachdem die Landwirtschaft und die Almen nicht mehr ausreichend gepflegt worden waren.“

    Tja, die Bauern in BL waren eben nicht so gut im Beitrag-Hamstern wie hier in ST.
    Weniger Mensch = mehr Natur. Der Wolf dankt.

  • rota

    @kurt
    nein Tiefenthaler lügt niemals. Er ist sehr intelligent und weiß es zu vermeiden über unangenehme Wahrheiten zu sprechen.
    Übrigens, ich bin nun auch Bauer und werde nun, zum eigenem Vorteil, wohl einige Bauernvertreter wählen.
    Hab mir 4 ha Wald gekauft und werde darin auch einen Schrebergarten einrichten mit Waldbeeren und Wild -Kräutern. Dafür werde ich sicher auch einige Beiträge nutzen können. Wildzaun, Bienenhaus, Geräteschuppen, Koch- und Ruhegelegenheit mit WC und Dusche, Jungpflanzen, Beregnung, Zufahrt zwecks Grunderschließung, Hangsicherung usw
    Nach dem alten Grundsatz: Hilf dir selbst, dann hilft dir der Bauernbund.

    • rota

      ach ja , Elektroschubkarre, Elektromotorsäge und Gummischlappen hab ich vergessen anzuführen.
      Shit! Muß ich ein weiteres Ansuchen stellen.

      • rota

        Mein Enkel bedrängt mich nun das Gehölz auszulichten und Apfelbäume dazwischen zu pflanzen: in einigen Jahren wenn ich mich dann zurückziehe( Löffl abgebe) will er alles übernehmen, mit 4ha Apfel kann er den Hof schließen, auf dem Geschlossenem Hof im Grünem ein Wohnhaus mit Urlaub auf dem Bauernhof errichten usw usw….So wird die Landschaft gepflegt.
        Ja meine Nachkommen haben bäuerliches Blut in den Adern.

    • ostern

      @Rot
      Kannst dich wohl nicht mehr an seine Stellungnahme errinnern bezüglich
      Flughafen, worauf der Bezirksobmann Alessandrini H. sein Amt nieder-
      legte. Die Bauern in Südtirol werden unter dieser Regierung in Rom noch
      einiges erleben, das ist sicher! Vor allem eine Steuergerechtigkeit, welche für
      die Bauern in Südtirol nicht existiert.

    • leser

      Ja umd dem camping mit dem bauern hast du vergessen

  • realist

    Wo er recht hat, hat er recht.
    Ob das, was er sagt, den Menschen (nicht nur Menschen der Landwirtschaft)
    wichtig ist, werden die Wahlen zeigen.
    Eines ist Fakt, jedem Tourist, der in unser Land kommt, fällt sofort auf, welche Bedeutung die Landwirtschaft für die abwechslungsreiche u. einzigartige Schönheit unseres gepflegten Landes hat.
    z.B. Radweg Reschensee bis Meran, in 3 St die ganze Fassette unseres Landes.
    Auch mit einigen Wermutstropfen.
    Nur einigen von uns scheint das nicht mehr auf zu fallen, obwohl, wenn man sich umschaut, man ringsum fast nur Negativ-Beispiele zu sehen bekommt.

    • alsobi

      @realist,

      hör mir blos auf mit gepflegt! Warte noch ein zwei Wochen dass ist unser schönes Südtirol von oben bis untern mit Kuhmit / Gülle überzogen! Aber dass alles im schönen Bogen um so manch komfortables Ferienhäuschen …..sorry Almhütte nennt man dies, mit dem Alibistall im Erdgeschoss und oben die perfekt hergerichtet Behausung mit Satschüssel auf dem Dach, Kupferdachrinne und Grillstelle. Mir wird gleich schlecht!!!!!

  • tiroler

    Die Bauern fordern und die Politiker liefern. Letztes Beispiel, das Raumordnungsgesetz.
    Der #Normalo schaut durch die Röhre. Auch deshalb wird es wohl kaum einen Bauern geben, der nocht die SVP wählt.

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