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„Abtreibung gleich Auftragsmord“

Papst Franziskus (Foto: 123rf)

Papst Franziskus hat Abtreibungen mit einem Auftragsmord gleichgestellt. Damit sorgt das Kirchenoberhaupt weltweit für Empörung.

„Ich frage Euch: Ist es gerecht, jemanden umzubringen, um ein Problem zu lösen? Das kann man nicht machen, es ist nicht gerecht, einen Menschen umzubringen, auch wenn er klein ist. Es ist, wie einen Auftragsmörder zu mieten, um ein Problem zu lösen.“

Bei seiner Generalaudienz in Rom vergleicht der Papst Abtreibungen mit einem Auftragsmord. Mit dieser Aussage zur Debatte über Schwangerschaftsabbrüche hat Papst Franziskus weltweit für Empörung gesorgt.

„Diese Aussage ist sicher nicht im Sinne der Frauen“, unterstreicht eine Mitarbeiterin der Familienberatungsstelle L’Arca in Bozen. Unterschiedlichste Situationen – auch Gewaltsituationen – würden Frauen zu einer derart schweren Entscheidung bewegen.

„Wir nehmen uns wirklich Zeit für jede einzelne Patientin, sprechen mit den Frauen und reden auch ganz offen über Alternativen zu einer Abtreibung“, erklärt die Mitarbeiterin der Familienberatungsstelle. Eine so allgemeine Aussage werfe alle Frauen in einen Topf und dies sei nicht richtig. Eine Abtreibung sei für eine Frau nie eine einfache Entscheidung. „Als Beratungsstelle sind wir auch im Bereich Prävention sehr stark aktiv, dass es oft gar nicht so weit kommen muss“, so die Mitarbeiterin.

Luisa Gnecchi

Tageszeitung: Frau Gnecchi, Papst Franziskus hat Abtreibungen mit einem Auftragsmord gleichgesetzt. Wird diese Aussage das Thema wieder tabuisieren?

Luisa Gnecchi: Ich denke, dass der Papst seine Arbeit machen muss. Ich teile seine Aussagen, wenn es um die Flüchtlinge und um die Einwanderungspolitik geht, aber diese Aussage teile ich natürlich absolut nicht. Wir haben zu unseren Zeiten des Feminismus für neue Werte gekämpft und schon damals gesagt: Wenn der Papst das Risiko eingehen müsste, schwanger zu werden, dann würde die Abtreibung ein Sakrament werden.

Es ist evident, dass die Kirche eine Meinung vertritt, aber da nicht alle Verhütungsmittel zu einhundert Prozent schützen und nicht jede Frau die Möglichkeit hat, eine eigene Entscheidung zu treffen, müssen alle Frauen die Möglichkeit haben eine eigene, verantwortungsbewusste Entscheidung zu treffen.

Wir sehen sehr viele Feminizide, wir sehen Väter, die die Mütter vor den Augen ihrer Kinder töten  und ich glaube, dass wir in diesem Zusammenhang klar unterscheiden müssen, dass ein Schwangerschaftsabbruch eine andere Sache ist.

Was bedeutet diese Aussage für die Frauen? Ein Schwangerschaftsabbruch ist für eine Frau selten eine einfache Entscheidung …

Als die katholischen Bürger 1974 Unterschriften gegen das Scheidungsgesetz gesammelt haben, haben 59 Prozent der Bevölkerung das Gesetz bestätigt. Als sie dann Unterschriften gegen das Abtreibungsgesetz gesammelt haben, hat die Bevölkerung wiederum im Referendum das Gesetz bestätigt. Ich bin überzeugt davon, dass die Frauen nicht zurückkehren werden.

Erst im November 2016 verkündete der Papst, dass katholische Priester Frauen von der „Sünde der Abtreibung“ lossprechen dürfen …

Der Papst muss in bestimmten Bereichen bestimmte Linien vertreten und das macht er dann mit bestimmten Aussagen. Mir persönlich gefällt sein hartes Vorgehen gegen Pädophile besser.

Interview: Lisi Lang

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (21)

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  • andreas

    Auftragsmord ist zwar etwas überzogen, grundsätzlich hat der Papst aber Recht, wohl deshalb ist die Empörung so groß.
    Der Zeitgeist sieht zwar vor, dass jeder die Freiheit hat, selbst zu entscheiden, ändern aber nichts an der Tatsache, dass „entfernt“ wird, was lästig ist.
    Schwangerschaft durch Vergewaltigung ist ein anderes Thema.

    • rowe

      Abtreibung ist sicher Tötung eines Ungeborenen. eine Vergewaltigung ändert dies auch nicht.
      es geht darum wann Straffreiheit greift und wann nicht.

      • herrbergsteiger

        Niemand hat etwas dagegen, wenn innerhalb eines bestimmten aber engen Zeitraumes die Folgen einer Vergewaltigung etc. in Form einer Abtreibung korrigiert werden.
        Was aber zu verurteilen ist, ist das Abtreiben auf Krankenschein, als wäre das Abreiben etwas ganz normales und alltägliches wie eine Krankheit.

    • latemarbz

      Mit dieser Aussage widerlegt sich der Papst – den ich sonst schätze – als Oberhaupt der kath. Kirche selbst. Überleg einmal, mein lieber Andreas:Wenn ein ungeborenes Leben mit einem geborenen Menschen gleich gesetzt wird, warum gibt es dann keine Begräbnisse und Trauergottesdienste für die bei Frühgeburten gestorbenen Fötuse? Warum haben diese keine Namen erhalten und keine Grabkreuze? Warum trauert vielleicht noch die Mutter, aber sonst niemand z. B. um dieses Geschwister? Es hieß doch immer: Das Leben beginnt mit der Geburt und mit dem ersten Atemzug wird dem Kind die Seele eingehaucht. Und als was gilt eine Lebewesen ohne Seele?

      • andreas

        Meine Meinung ist eigentlich unabhängig von der Meinung der katholischen Kirche oder dem Papst, welchen ich am Anfang für gut hielt, doch wenn man die Hintergrundgeschichten liest, er eher zweifelhaft ist.
        Die Aussage eines hohen Kardinals, der Name wurde nicht genannt, ist die, dass er ein eiskalter Machiavellist ist und lügt.

        Die Frage ist die, wann das Leben beginnt, ich bin der Meinung weit vor der Geburt, deshalb sehe ich es auch als Tötung. Meines Wissens gibt es aber keinen allgemein anerkannten Standpunkt für dieses Thema, höchstens einen rechtlichen, der ist mir aber egal.

  • meinemeinung

    der Papst sprach von einer Lösung Problem .
    Es gibt viele Probleme ,nur weil es meiner Lebensplanung nicht passt oder der Partner eigentlich ein andere sein sollte usw. dann sehen ich das auch als Auftragsmord.
    Wenn es von einer Vergewaltigung oder es ist eine Lebensbedrohliche Sache für die Schwangere dann sehe ich das als eine Hilfestellung , meine Meinung

  • watschi

    warum wollen immer menschen urteile oder gesetze in den raum stellen, die eigentlich nichts davon verstehen oder persònlich nie mit solchen problemen zu tun hatten. hat der papst kinder? wenn nein, warum hat er keine? ist der papst eine frau? wenn nein, wie will er dann wissen warum sie sich für oder gegen ihr kind entscheidet? sieht er eigentlich wieiviel leid es auf der welt gibt, wo die kinder gezeugt werden wie kaninchen? bekommt er mit, wie viele kinder jeden tag verhungern?
    wer ein kind bekommt, muss in der lage sein gut dafür zu sorgen, es lieben, ansonsten ist es besser man entscheidet sich dagegen.

    • kurt

      Es ist auch schlimm genug wenn Kinder gezeugt werden nur um Beiträge zu kassieren ,das ist nämlich in unseren Breitengraden sehr in Mode und da sollte man sich auch einmal hinterfragen.

    • meinemeinung

      @watschi
      wer ein kind bekommt, muss in der lage sein gut dafür zu sorgen, es lieben, ansonsten ist es besser man entscheidet sich dagegen
      der sollte sein Hirn einschalten und nicht bumsen , lieben kann man sich trotzdem

  • rota

    Heute schlucken (fast) alle die Pille, die in Konzernen mit vatikanischer Kapitalbeteiligung erzeugt wird, schießen mit Waffen aus katholischen Produktionsstätten, lesen Zeitungen mit Kirchlichem Grundkapital. Zu Weihnachten singen wir alle Ihr Kinderlein kommet…doch all, und der Papst macht wieder Frieden, urbi et orbi.
    Aber die katholische Kirche besitzt und hortet über 30% des physischen Goldes der gesamten Welt.

    Ich glaube die verstehen wirklich was von Auftragsmord.

  • franz

    Es ist auch schlimm genug wenn Kinder gezeugt werden nur um Beiträge zu kassieren, dieses Phänomen ist vor allem bei Muslimen – Immigranten verbreitet und wird unterstützt von linksgrünen Gutmenschen – Politik der letzten Regierungen des PD /SVP und Grüne.
    Während sich einheimische Familien aufgrund Mangelder Unterstützung keine Kinder leisten können ( was zu einen demografischen Wandel führt )
    Bereits bei der Vergabe von WOBI – Wohnungen haben Immigranten aufgrund von falschen Steuererklärungen Vorteile.
    Frau Stocker zu Beitragsgesuchen und Steuererklärung, in der “Dolomitenausgabe vom 10.05.2017 “
    Landesrätin -Stocker: “Es gebe für alle die gleichen Rechte. ?
    Die üblichen Lügen und Verarschung von Frau Landesrätin Stocker.
    Während Einheimische bei der Steuererklärung haargenaue Angaben machen müssen mit Dokumente, Einkommen Besitz usw. brauchen Immigranten kein Angaben machen ( Eine Erklärung des WOBI dass sie in einer WOBI Wohnung wohnen reicht aus, angaben ob die Miete bezahlt wurde oder nicht dürfen nicht aufscheinen.. Ebenso brauchen Immigranten keine ISEE Erklärung abzugeben. ( Obwohl vom Gesetz vorgesehen –
    Dpr 445/2000, )
    im Gegensatz zu Einheimischen Bürger
    http://www.ilpopulista.it/news/19-Settembre-2016/5083/il-sindaco-leghista-di-cascina-la-casa-prima-agli-italiani-e-la-promessa-elettorale-diventa-realta.html
    Truffa da 3 milioni di euro sui 730
    Denunciati mille immigrati — che incasavano ……tramite CAF- crediti d’imposta non spettanti. In detrazioni parenti disabili senza che lo fossero, spese sanitarie mai sostenute e tanti altri casi simili.
    http://corrieredelveneto.corriere.it/veneto/notizie/cronaca/2016/20-settembre-2016/truffa-3-milioni-euro-730-denunciati-mille-immigrati-240914062970.shtml
    So gesehen hat SVP Reinhard Zublasing recht er spricht von Parasiten ( natürlich interpretationssache) “ Abdul und Mohamed“ reißen sich Wohnungen unter den Nagel so der blaue SVP Kandidat Reinhard Zublasing.
    Quelle: Dolomiten 03.10.2018 Jetzt wurde Reinhard Zublasing von der Partei gerügt und zu einer Entschuldigung zu einer Entschuldigung gezwungen
    Anstatt sich über die Casapount Plakat aufzuregen sollte LH KOmpatscher in seinen Laden für Ordnung sorgen.
    Oder sollte LH Kompatscher SVP Kandidat Reinhard Zublasing im Sinne des Mancino-Gesetz bei der Staatsanwaltschaft anzeigen. 🙂

  • herrbergsteiger

    —-> http://www.csa-austria.com/abtreibung/apollonia/67059.htm

    Wäre es nicht besser und humaner, wenn Frauen die ungewollten Kinder nicht abtreiben (töten)- sondern nach der Geburt jenen Eltern übergeben würden, die sich sehnlichst Kinder wünschen, aber selber keine bekommen können?

  • drago

    Wie wäre es, wenn man einfach jede Frau ohne Zwang (gesellschaftlichen, persönlichen, religiösen oder sonstiger Art) selbst entscheiden lassen würde.

  • europabuerger

    Ein paar zellen entfernen soll auftragsmord sein….
    Da wunderts mich nicht wenn die kirche u sein oberhaupt es net schlimm finden wenn ihre mitglieder kinder misshandeln.
    Da wärs wohl besser gewesen alle diese misshandler abzutreiben und deren geistig krankes oberhaupt am besten mit

  • morgenstern

    Schon ein lustiger Typ unser Franz(iskus). Dabei hätte er vor seiner Haustür zu kehren genug.

  • kleinlaut

    Viele hatten gehofft, dass nach dem erzkonservativen bayrischen Pontifex mit dem Franziskus etwas ändern würde. Inzwischen ist klar geworden, dass dieser verbohrte Jesuit genauso wie alle anderen Päpste und Ordensbrüder im tiefsten Mittelalter stehen geblieben sind. Obwohl: mir ist es wurscht, da ich mit diesen katholischen Brüdern, von Pfaffen angefangen bis hin zum Bischof und Papst sowieso die Schnauze voll habe.

  • kleinlaut

    …“ von diesen….

  • pingoballino1955

    Diese Aussage des Papstes ist SKANDALÖS! Da sieht man,dass wir wieder ins 14 Jahrhundert zurückgefallen sind!

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