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Tschenett vs. Tommasini

LR Christian Tommasini will in den Gemeinden mit hoher Wohnungsnot 100 Wobi-Wohnungen für  Personen reservieren, die im Gegenzug Freiwilligenarbeit leisten.

Der Vorsitzende des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB), Tony Tschenett, gibt hinsichtlich dieses Projektes zu bedenken, dass die mit Landesgesetz 13/98 vorgesehenen Kriterien zur Vergabe von Wobi-Wohnungen zweckentfremdet werden: „Wobi-Wohnungen sind den in den Rangordnungen wartenden Gesuchstellern mit ganz bestimmten Kriterien vorbehalten. Dies hat die Landesregierung nicht bedacht. Man ändert die Spielregeln nicht während des Spieles. Ich warne davor, die Zuweisungskriterien ad hoc abzuändern, nur, weil gerade Wahlen anstehen.“

Der amtierende, zuständige Landesrat Christian Tommasini muss sich, laut Tschenett, die Frage gefallen lassen, warum das Wohnbauinstitut auf den Ankauf günstiger Wohnungen und die Anmietung von Privatwohnungen gänzlich verzichtet und damit den Gesuchstellern in den Rangordnungen immer mehr Wohnraum entzogen hat?

„Da das Wohnbauinstitut seit 2014 konventionierte Wohnungen weder ankauft noch anmietet, außerdem viele Wohnungen an die Sprar-Programme abtritt, wird jetzt wohl eine Kurzschlusshandlung nötig – auf dem Rücken der Bedürftigen. Viel besser wäre es gewesen, den für die Gesuchsteller immer kleiner werdenden Bestand der Wohnungen des Wohnbauinstitutes durch Ankauf und Anmietung wieder aufzufüllen. Dies ist in der letzten Legislaturperiode sträflich versäumt worden“, so der ASGB-Chef.

Laut Tschenett müsste sich das Wohnbauinstitut wieder transparenter ausrichten und mehr Augenmaß walten lassen: der Wohnungsbestand müsste wieder auf Vordermann gebracht werden und dem Institut angebotene Wohnungen mit Sozialbindung angemietet werden – die Vergabe zum Landesmietzins hätte aber unter strikter Einhaltung der gesetzlich vorgesehenen Kriterien und des Proporzes zu geschehen. So entstünde auch keine Belastung für die öffentliche Hand, da sich die Eingangs- und Ausgangsmieten für das Wobi die Waage halten würden.

„Das Wohnbauinstitut hat in den letzten 5 Jahren eine rekordverdächtig niedrige Menge an Neubauwohnungen gebaut, und der Ankauf von einzelnen Wohnungen wurde vom Wobi- Generaldirektor Willhelm Palfrader in den letzten 5 Jahren aus unverständlichen Gründen total ausgesetzt. Dieser Wohnraum fehlt heute“, kritisiert Tschenett abschließend.

 

 

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Kommentare (5)

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  • wisoiundnetderfranz

    Ist das derselbe, der vor den letzten Landtagswahlen innerhalb eines Jahres 1000 Wohnungen für den Mittelstand errichten wollte?

  • ahaa

    Wie ist es mòglich das ein Sudtiroler Unterneher der gescheitert ist,nichts mehr besitzt,in einem Heim schlafen muss und eine Wobi Wohnung schon 5 Jahre verwehrt wird?Im Nachbarhaus stand eine 5 Jahre lang lehr!
    Warum mùssen die Behinderten in Bruneck auf kleinster Flàche auskommen.Martha sie waren ja da um es zu besichtigen und versprachen viel?Und? Auf den versprochenen Anruf vom Kompatscher warten sie auch schon ewig?Keine Verbindung mòglich oder was ist los?Wer das gesehen hat und besonders gehòrt wird mein Anliegen verstehen!

  • anton76

    Sagen wir einmal dass ich einen besonderen Einblick habe, und kann nur sagen dass Tschenett, den ich ansonsten sehr schätze, hier einen Käse fordert! Angekaufte einzelne Wohnungen aus Kondominien haben uns bürokratisch fast das Genick gebrochen!

  • ostern

    Tomasini darf als Politiker , sowie jeder andere Politiker NICHT von Freizeitarbeit
    (Volontariat) sprechen. Diese Herrn und Damen haben keine Ahnung davon,
    denn sie bewegen keinen Finger wenn es nicht ums liebe Geld geht.
    Ich habe bei meinen freiwilligen Dienst nicht nur nie etwas erhalten, sondern auch
    von meinem persönlichen Geld etwas draufgezahlt.

  • guyfawkes

    Ich gehe mal davon aus, dass jemand der keiner geregelten Arbeit nachgeht eher die Möglichkeit hat sogenannte „Freiwilligenarbeit“ zu leisten.
    Ein Vorschlag bei dem Gesuchsteller mit geregelter Arbeit offensichtlich benachteiligt werden, kann nur von einem besonders klugen Kopf kommen. Zum Beispiel von einem der unlängst ein paar Millionen für eine Bewerbung von Bozen als Kulturhauptstadt Europas (gemeinsam mit Venedig, weil sich das aufgrund der vielen Gemeinsamkeiten anscheinend angeboten hat) verschwendet hat.

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