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Land gegen Pharma-Konzern

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Das Land lässt sich in ein Gerichtsverfahren in Florenz ein, weil es sich von einem Pharma-Konzern um vermutlich mehrere Millionen Euro betrogen sieht.

von Heinrich Schwarz

Der Fall Menarini sorgte in den letzten Jahren immer wieder für nationale Aufmerksamkeit. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Pharma-Konzern aus Florenz einen Mega-Betrug zum Schaden des öffentlichen Gesundheitssystems vor. Menarini soll zwischen 1984 und 2010 über gefälschte Rechnungen höhere Preise für pharmazeutische Grundwirkstoffe vorgetäuscht und somit den Endpreis für Medikamente künstlich in die Höhe getrieben haben.

Der Schaden zu Lasten des gesamten öffentlichen Gesundheitsdienstes in Italien wird von der Staatsanwaltschaft auf sage und schreibe 860 Millionen Euro beziffert. Betroffen ist auch das Land Südtirol.

Allerdings wurde der Pharma-Konzern vor zwei Jahren vom Vorwurf des Betrugs freigesprochen. Es gebe keine ausreichenden Beweise – und damit auch keinen Schadenersatz. Zwei Firmenverantwortliche wurden hingegen zu mehrjährigen Haftstrafen wegen Steuervergehen und in einem Fall auch wegen Korruption verurteilt.

Jetzt geht der Prozess gegen Menarini aber in die zweite Runde. Die Staatsanwaltschaft hat nämlich das Urteil angefochten – vor allem im Hinblick auf den Betrugsvorwurf.

„Somit ergibt sich für die geschädigten Zivilparteien nochmals die Gelegenheit, auf den Ersatz der erlittenen Schäden zu bestehen“, steht in einem Beschluss der Landesregierung vom Dienstag. Arno Kompatscher und Co. haben beschlossen, sich beim Prozess am Oberlandesgericht Florenz als Zivilpartei einzulassen. Dasselbe haben weitere Regionen bzw. Sanitätsbetriebe gemacht.

Das Land Südtirol kann den erlittenen Schaden durch die mutmaßlich künstlich erhöhten Medikamentenpreise noch nicht abschätzen. Das sei „Gegenstand von bereits angelaufenen Erhebungen“, so die Landesregierung. Nach einer vereinfachten Rechnung anhand der Bevölkerungsverhältnisse würden von den von der Staatsanwaltschaft geschätzten 860 Millionen Euro über sieben Millionen auf Südtirol entfallen.

Für die Verteidigung im Berufungsverfahren hat das Land um maximal 2.900 Euro erneut eine Rechtsanwältin aus Florenz engagiert, die auch andere Zivilparteien im selben Fall vertritt. Die Staatsadvokatur hatte die Verteidigung der involvierten Regionen, Provinzen und Sanitätsbetriebe aufgrund möglicher Interessenskonflikte mit staatlichen Interessen bereits vor Prozessbeginn vor über fünf Jahren abgelehnt.

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Kommentare (15)

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  • jonas80

    Solongsom werd in die Bürger die Augen aufgmocht wia des gonze System (gonz weit vorne die Pharma) funktioniert. Die Bürger miassn wieder selbstständig u logisch denken , weil genau sell soll verhindert werden um die Menschen besser zu kontrollieren…

    • yannis

      @jonas,

      So ist es bzw. so soll es sein, dass der Bürger selbst denkt, allem voran beim Thema Gesundheit.
      Die Pharma-Lobby will niemand heilen, sondern bestenfalls die Beschwerden lindern, denn bei Gesunden ist nichts zu holen.
      Die Gesundheitssysteme hätten nur die Hälfte der Ausgaben wenn nur das NOTWENDIGE und vor allem das für den Patienten Nutzbringende angewendet würde.
      Besonders die Psycho-Quaksalber bedienen die Pharma sehr fleißig mit zum Teil Pillen die irversible Schäden hinterlassen (Zyprexa/Prozac, Ritalin usw. usf. und für weitere gute Geschäfte der Pharma sorgen. z.B. Diabetes nach nur einigen Monaten Zyprexa Behandlung.
      Ein ehemaliger Pharma Referent, ich glaube es war der Österreichische Psychitater Hans Weiß, sagte einmal dass sich die Pharma-Lobby in nichts von der Waffen-Lobby unterscheidet.

  • jonas80

    Yannis genau so ist es. Für die Pharmaindustrie hat die neue Medizin keine Zukunft da man mit dieser kein Geld verdient. Bitte liebe Bürger informiert euch u hinterfragt alles was WHO u Pharma empfehlt

  • andreas

    @jonas80
    Informiere du dich mal, wie die Pharmaindustrie überhaupt funktioniert.
    Diese muss hohe Gewinne schreiben, um Forschung betreiben zu können.
    Diese kostet Milliarden und x Fehlschläge, bis mal ein wirksames Medikament auf den Markt kommt.
    Natürlich ist nicht alles in Ordnung, was die Pharmaindustrie macht, doch mysteriöses Verschwörungsgelabber ist auch Fehl am Platz.

    • yannis

      Ja ich bin für den Rest meines Lebens gründlich informiert und zwar durch Nebenwirkungen die in keinen Verhältnis zum Nutzen stehen.
      Jeder der sich mit den Praktiken der Pharma ein wenig befasst, ist darüber informiert, dass die Pharmaindustrie das ZEHNFACHE der Summe die sie in die angeblich teure Forschung investiert, für’s MARKETING ausgibt.
      Glaubt jemand ernsthaft dass die Pharma in den USA freiwillig und vor allem außergerichtlich, Zweistellige Milliarden-Beträge an durch ihre „DRUGS“ Geschädigten Patienten so aus reiner Menschenliebe zahlt ?

  • jonas80

    @andreas. Ich bin informiert. Aber egal. Lass dir nur nicht Sachen einreden vun irgendwelchen Leuten die nur das „Beste“ für dich wollen. Denk zuerst selber nach u wie gesagt hinterfrag alles was dir die Schulmediziner sagen u raten. Es kann ja auch richtig sein, aber hinterfrag es u entscheide dich selbst. Es ist dein Leben nicht das anderer..

    • andreas

      Nochmals, mysteriöses Verschwörungsgelabber ist Fehl am Platz und ich gehe jede Wette ein, dass auch du, wenn du sie benötigst, die Schulmedizin nutzt.

      Aber sag mal, nimmst du wirklich an, dass du der einzige Sehende unter allen Blinden bist, welcher auch etwas hinterfragt?
      Und nichts für ungut, deinen Kommentare klingen jetzt wirklich nicht so, als wärst du ein zweiter Einstein.

  • hekate

    @andreas. Bist du so blöd, oder tust du nur so?!

  • kartoffelbrot

    Bin dafür den Pharmakonzernen nicht immer alles durchgehen zu lassen. Naütrlich kostet die Erforschung von Medikamenten enorm viel Geld, aber die Gewinne, die derzeit geschrieben werden sind wirklich hoch

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