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„Sicherheit & Klarheit“

LH Arno Kompatscher ist am Donnerstag mit anderen Provinzchefs mit Innenminister Matteo Salvini zusammengetroffen.

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher ist  in Rom gemeinsam mit dem Präsidenten der Konferenz der Regionen und Autonomen Provinzen und den Präsidenten mehrerer Regionen mit dem italienischen Innenminister zusammengetroffen.

Südtirols Initiative zur Bewältigung der Herausforderungen durch Migration, dem die Regionenkonferenz Ende Juni zugestimmt hatte, stand im Mittelpunkt des Treffens. „Die Zuwanderung birgt entscheidende Herausforderungen für unsere Gesellschaft, deshalb sind die richtigen Hebel auf den verschiedenen Ebenen anzusetzen“, sagte Arno Kompatscher.

Gerechtes Verteilungssystem, einheitliche Verfahren

Ein zentrales Anliegen, das Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher in Rom vorbrachte, betrifft das staatliche Verteilungssystem. Derzeit werden nur die Asylbewerber in dieses System aufgenommen, die über den Seeweg im Süden ankommen, nicht aber die Menschen, die selbstständig auf dem Landweg aus einer anderen Region oder einem anderen europäischen Land Italien erreichen.

Südtirols Landeshauptmann forderte, dass alle Flüchtlinge berücksichtigt werden und der Staat für die entsprechenden Kosten aufkomme. „Ein gerechtes Verteilungssystem ist die Grundlage für die Abwicklung der Asylverfahren sowie aller damit zusammenhängender Maßnahmen. Nur so kann man vermeiden, dass bestimmte Regionen unter Druck geraten“, so der Landeshauptmann.

Er gab auch zu bedenken, dass es sich in vielen Fällen um Menschen handle, die nach Italien kämmen, nachdem ihnen andere europäische Ländern das Asyl verweigert hätten. In diesem Zusammenhang wurde über die laufenden Verhandlungen der europäischen Staaten gesprochen, die auf eine gegenseitige Anerkennung der Prüfungsverfahren von Anträgen auf internationalen Schutz abzielen. „Ein gemeinsames europäisches Prüfungsverfahren für Asylanträge brächte mehrere Vorteile. Es würde die innereuropäische Migration verringern, mehr Sicherheit und Klarheit schaffen und den Verwaltungsaufwand wesentlich reduzieren“, zeigt sich Südtirols Landeshauptmann überzeugt.

Klare Regeln und entschiedene Durchsetzung

Weitere Forderungen betreffen die Beschleunigung der Asylverfahren, einheitliche und klare Richtlinien für die Rückführung von Personen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, sowie den Umgang mit Flüchtlingen, die zwar einen positiven Asylbescheid und damit Bleiberecht erhalten haben, die Aufnahmeeinrichtung aber verlassen müssen und über keine Unterkunft verfügen.

„Nur ein Teil der Flüchtlinge, deren Asylantrag angenommen wird, sind in der Lage, sich selbst zu erhalten und zu versorgen. Daher sprechen wir uns auch diesbezüglich für klare Regeln aus. Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sollten klar definiert werden“, so der Landeshauptmann. Mehr Klarheit wollen die Länder und Regionen auch was Personen angeht, die kein Bleiberecht haben:

„Es gilt ihren Rechtsstatus bis zur Rückführung klar zu definieren und auch hier die Verantwortlichkeiten festzuschreiben und wahrzunehmen“, so der Landeshauptmann, der sich im Namen der Regionen auch für die Beschleunigung der Rückführungsverfahren aussprach.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (5)

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  • tiroler

    Bleibt zu hoffen, dass Kompatscher auch den Doppelpass eingefordert hat

  • franz

    Sinnlose Wahlpropaganda von LH Kompatscher.
    „Nur ein Teil der Flüchtlinge, deren Asylantrag angenommen wird, sind in der Lage, sich selbst zu erhalten und zu versorgen. Daher sprechen wir uns auch diesbezüglich für klare Regeln aus. Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sollten klar definiert werden“, so der Landeshauptmann. Mehr Klarheit wollen die Länder und Regionen auch was Personen angeht, die kein Bleiberecht haben:
    „„Ein gerechtes Verteilungssystem ist die Grundlage für die Abwicklung der Asylverfahren sowie aller damit zusammenhängender Maßnahmen. Ein gemeinsames europäisches Prüfungsverfahren für Asylanträge brächte mehrere Vorteile. Es würde die innereuropäische Migration verringern.[…]
    Derzeit werden nur die Asylbewerber in dieses System aufgenommen, die über den Seeweg im Süden ankommen […]
    Ein gemeinsames europäisches Prüfungsverfahren eine europäisch Lösung ist längst gescheitert.
    Mittlerweile kommen keine Flüchtlinge mehr über den Seeweg an, seit Salvini die Häfen für die Schlepper gesperrt hat.
    Wie LH Kompatscher auf rai Südtirol / Tageschau selbst zugegeben hat er von Innenminister Salvini keine konkreten Zusagen bekommen.
    Die Antwort hat Innenminister Salvini mit den “Decreto Sicurezza, Salvini:“ gegeben.
    “Finalmente c’è un decreto, a firma di Salvini, che comincia dalla settimana prossima il suo viaggio in Parlamento – ha detto Salvini – Potrà essere migliorato ma non mollo di un millimetro: su espulsioni, cittadinanza, “permessi umanitari“ non torno indietro.
    Sono stanco, ma contento“. “Con questo decreto – ha detto ancora il ministro dell’Interno – si dà asilo politico a chi lo merita, per tutti gli altri è finita la pacchia e chi fa il furbetto vince un biglietto di sola andata”. Sempre nella sua diretta Facebook, Salvini ha anche aggiunto che “diamo una sforbiciata ai furbetti italiani e a quegli avvocati che facevano ricorsi spesso infondati”, ha aggiunto. “Non è in questo decreto, ma stiamo lavorando al taglio dei 35 euro famosi”, ha poi annunciato il titolare del Viminale.“ [..]
    https://www.ilfattoquotidiano.it/2018/10/04/dl-sicurezza-mattarella-firma-il-decreto-salvini-e-invia-una-lettera-al-premier-conte-rispettare-obblighi-carta/4669527

  • franz

    LH A. Kompatscher ist in Rom um Forderungen zustellen. bei der Regierung der die SVP Genossen im Senat und in der Folge auch in der Abgeordnetenkammer sich der Stimme enthalten haben. 🙂

  • drago

    Der LH sieht auf dem Foto so richtig entschlossen drein. Hat aber seine Gesprächspartner möglicherweise doch nicht wirklich beeindruckt. Unsensibles Gesindel. 🙂

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