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„Doppelpass kommt eh nicht“

Maria Elena Boschi

Die PD-Kammerabgeordnete Maria Elena Boschi greift SVP-Freund Sebastian Kurz frontal an: Der österreichische Bundeskanzler solle aufhören, falsche Hoffnungen zu wecken, die er nicht erfüllen könne. Die vollständige Rede.

Wir diskutieren hier heute über den Vorschlag der österreichischen Regierung, den österreichischen Pass an unsere Mitbürger deutscher Muttersprache zu vergeben. Die österreichische Regierung hat in der Zwischenzeit zwar erklärt, dass dieses Thema keine Priorität habe. Bundeskanzler Sebastian Kurz bekräftigte gleichzeitig aber auch, dass es der Wille seiner Regierung sei, an dem Vorhaben weiterzuarbeiten.

Es stimmt, dass noch keine offiziellen Dokumente vorliegen und es im österreichischen Parlament keine Gesetzesentwürfe aufliegen. Der österreichische Vorschlag hat dennoch bereits besorgniserregende und schwerwiegende Auswirkungen gehabt, weil er nicht nur hier in dieser Aula, sondern vor allem auch innerhalb der Bevölkerung Südtirols eine aufgeheizte Debatte in Gang gesetzt hat. Diese Debatte ist insofern gefährlich, als sie Wunden hinterlässt und die Gesellschaft spaltet in einen Teil von deutsch- und ladinischsprachigen Südtirolern, der im österreichischen Vorschlag eine Möglichkeit sieht, und einem anderen Teil, der sich bedroht und in Angst versetzt fühlt.

Im laufenden Landtags-Wahlkampf werden die Töne immer schärfer. Es ist erschreckend, dass politische Vertreter hier im Parlament Aussagen getätigt haben wie: „Die Minderheiten sollen zu Hause bleiben!” Die Sonderautonomie ist ein erfolgreiches Modell des friedlichen Zusammenlebens innerhalb eines vereinten und unteilbaren Staates, das wir unseren Vorgängern verdanken, die auf hitzige Töne verzichtet und sich stattdessen zugehört haben. Spaltungen innerhalb der Familien konnten überwunden werden, indem das Gleichgewicht an oberste Stelle gesetzt wurde. Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass ein Teil der Bevölkerung Südtirols aus geschichtlichen oder, noch mehr, aus emotionalen Gründen sehr sensibel auf den Vorschlag Österreichs reagiert. Deshalb will der PD den bisherigen Weg fortschreiten, der auf Integration und Dialog setzt und vereint statt zu spalten.

Klar ist: Die Hauptverantwortung dafür, dass in einem Teil der Bevölkerung Erwartungen geweckt werden, die nie erfüllt werden können, trägt die österreichische Regierung. Bundeskanzler Sebastian Kurz ist sich sehr wohl dessen bewusst, dass die Doppelpass-Wahlpropaganda mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie in konkrete Handlungen münden wird. Im österreichischen Parlament gibt es keine qualifizierte Zweidrittelmehrheit für eine Doppelstaatsbürgerschaft, die eine Verfassungsänderung benötigen würde. Der Doppelpass widerspricht dem internationalen Recht, weil er gegen das Prinzip des friedlichen Zusammenlebens verstößt, wonach in Grenzregionen auf Grundlage von ethnischen und sprachlichen Kriterien keine Doppelstaatsbürgerschaften vergeben werden dürfen. Wir wissen, dass der Vorschlag auch gegen das Pariser Abkommen zwischen Österreich und Italien verstößt, das in den vergangenen Jahrzehnten den Aufbau und die stätige Erweiterung der Autonomie ermöglicht hat.

Deshalb schaut der PD mit Sorge auf den Vorschlag Österreichs und fordert die italienische Regierung auf, präventiv einzuschreiten und gegen jedweden unilateralen Vorstoß Österreichs Widerstand zu leisten, so wie es auch die Vorgängerregierung Gentiloni stets gemacht hat.

Wir glauben, dass die Autonomie, die Modellcharakter hat, gestärkt werden muss. Einem Teil der Bevölkerung mehr Rechte zu gewähren als den anderen wäre ein Rückschritt. Österreicher und Italiener finden sich heute in einem gemeinsamen europäischen Reisepass wieder. Eine Rückkehr zu Partikularismen, zur Schließung der Staatsgrenzen und zum Nationalismus würde das europäische Projekt in Frage stellen. Heute sind wir es gewohnt, ohne Pass durch Europa zu reisen. Wir müssen die Spaltung überwinden und geschlossen auftreten, wenn es darum geht, die verfassungsrechtlich geschützte Autonomie, unsere Minderheiten und natürlich auch die Einheit unseres Staates zu verteidigen.

Dokumentation: Matthias Kofler

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (69)

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  • leser

    Ja soviel zu den parteifreumden der SVP umd zu den südtiroler volksvertretern in rom

  • rambo

    …aahso, die zweite Biancofiore, danke SVPD.

  • kurt

    Ja dann steht wieder eine Pilgerreise der SVP nach Wien an weil die „Amici“ in Rom wieder nicht folgen.
    Man sagt ja das die Goas solong krahlt bis se letz ligg das hat eine Politikerin in Bozen schon einmal zu hören bekommen.
    Auch die Sonderautonomie lässt grüßen.

  • andreas

    Schon eine Debatte, wer den Pass überhaupt bekommen soll, würde zu keiner Lösung führen.

    Wenn die Befürworter meinen, dass wenn sie den Pass bekommen, ja niemanden etwas weggenommen wird, wäre es im Umkehrschluss auch logisch, dass Italiener, welcher hier geboren sind, auch den Pass beantragen können, es wird ja keinem etwas weggenommen und Südtiroler sind sie auf jedem Fall.

    Die Katalanen, die Vorbilder mancher Heimatbewusster, praktizieren es jedenfalls so, dass jeder der sich im Land aufhält, ein Katalane ist.

    Die Befürworter des Passes kommen wir wie kleine störrische Kinder vor, welche schmollend aus der Ecke schreien „aber ich will das“.
    Sie scheinen nicht zu akzeptieren, dass bei diesem Thema mit „Gewalt“ gar nichts geht, da Italien auf stur stellt. Die rechten Heinis in Rom würden das als Niederlage empfinden, ist das so schwer zu verstehen?

    Für Italiener in Südtirol oder Italien sind wir schon überprivilegiert, warum nimmt also jemand an, dass uns Zugeständnisse gemacht werden, nur weil wir wieder mal etwas fordern? Wir haben momentan leider keine Gegenleistung, welche wir der Regierung anbieten könnten.

    • markp.

      @andreas

      Frage zu deinem letzten Absatz:
      „Für Italiener in Südtirol oder Italien sind wir schon überprivilegiert, warum nimmt also jemand an, dass uns Zugeständnisse gemacht werden, nur weil wir wieder mal etwas fordern? Wir haben momentan leider keine Gegenleistung, welche wir der Regierung anbieten könnten.“

      Welche Italiener empfinden es, daß wir deutschsprachigen Südtiroler übervorteilt sind? Gibt es dazu eine Studie/Berechnung oder entnimmst du diese Meinung der Aussage von manchen Politikeren bzw. irgendeinem Stammtischpalaver oder irgendwelchen gesteuerten Zeitungsartikeln?

      Und ist es dann – wenn wirklich eine Studie dazu besteht – nur ein Gefühl/Annahme oder gibt es eine konkrete Berechnung/Studie, daß es z.B. durch die Autonomie wir wirklich übervorteilt hier sind?

      Und warum muß man eigentlich einer Regierung eigentlich immer eine Gegenleistung anbieten? Warum hat man nicht die Eier auch mal etwas zu fordern ohne dem anderen mit irgendwelchen Gegenleistungen vor die Füße zu werfen?

    • guyfawkes

      @andreas

      1) „Wenn die Befürworter meinen, dass wenn sie den Pass bekommen, ja niemanden etwas weggenommen wird, wäre es im Umkehrschluss auch logisch, dass Italiener, welcher hier geboren sind, auch den Pass beantragen können, es wird ja keinem etwas weggenommen und Südtiroler sind sie auf jedem Fall.“
      Falsch. Deine Logik greift hier nicht weil Österreich EINSEITIG ein Gesetz machen kann an in welchem bestimmt wird unter welchen Voraussetzungen die Staatsbürgerschaft verliehen wird.

      2 „Für Italiener in Südtirol oder Italien sind wir schon überprivilegiert, warum nimmt also jemand an, dass uns Zugeständnisse gemacht werden, nur weil wir wieder mal etwas fordern? Wir haben momentan leider keine Gegenleistung, welche wir der Regierung anbieten könnten.“
      Ebenfalls Falsch aus dem selben Grund wie oben: Österreich könnte hier einseitig vorgehen – es bräuchte eigentlich kein Zugeständnis von Italien. Italien hat damals Kroatien ja auch nicht gefragt. Und schon gar nicht sollte man es so darstellen als ob von Italien etwas „gefordert“ wird.

      Dass Österreich wegen dem (zugegeben zweitrangigen) Thema die guten Beziehungen zu einem wichtigen Nachbarland und EU-Partner nicht aufs Spiel setzen wird, ist allerdings schon klar.

      Was ich schade finde:
      Ich habe jetzt einiges über das Thema gelesen und bin zum Schluss gekommen, dass es – bis auf das Abkommen das doppelte Staatsbürgerschaften verhindern soll – eigentlich kein stichhaltiges Argument gegen die zweite Staatsbürgerschaft gibt. Die Gegenargumente sind allesamt vorauseilende Unterwürfigkeit gegenüber den rechten Stimmungsmachern in Italien. Denn es wird ja wirklich niemandem etwas weggenommen bzw niemand zu etwas gezwungen.
      Offensichtlich gehen viele davon aus, dass „die Italiener“ missgünstig sind und uns diese zweite Staatsbürgerschaft – aus welchem Grund auch immer – nicht gönnen würden. Für mich reicht dieser Umstand nicht aus um auf eine solche Möglichkeit zu verzichten.

      • andreas

        Spagnolli hat in gutem Deutsch erklärt, dass er alles dafür tun wird um zu verhindern, dass Italienischsprachige ev. ausgeschlossen werden. Aus Gründen der Fairniss und des Gleichheitsprinzips hat er Recht.

        Dass Österreich von sich aus ohne Einwilligung Italiens handeln könnte ist klar, da es den rechtlichen Spielraum hat.
        Politik funktioniert aber nicht so, gerade bei so heiklen Themen.
        Du verwechselst Unterwürfigkeit und eine diplomatische Lösung suchen, in welcher jeder sein Gesicht wahren kann. Unabhängig davon, dass ich die Forderung nicht teile, da ich den Sinn nicht verstehe.

        Die Büchse der Pandorra ist geöffnet, nun ist guter Rat teuer. Was schlägst du vor?
        Mit Fackeln und Mistgabeln aufrüsten? 🙂 🙂 🙂

        • einereiner

          An Spagnolli sieht man die wahren Beweggründe der Italiener: sie sind alle neidisch um eine österreichische Staatsbürgerschaft. 150000 junge Italiener wandern pro Jahr aus Italien aus, das ist mehr als ein Viertel der Jugend. Und es gehen die Intelligenten (Schlussfolgerung: unsere EsseVuPi-ler werden nie gehen wollen).
          Ich waage zu wetten, dass die Hälfte der Italiener in Südtirol mittlerweile einer Rückkehr Südtirols zu Österreich zustimmen würden. Sie sehen nämlich viel besser als die deutschen Südtiroler, dass Italien den Bach runter geht.
          Die Intelligenz wandert aus, zurück bleiben die Faulen. So war der Abstieg Mesopotaniens, Kretas, Griechenlands usw. Die Globale Erwärmung macht aus Italien einen afrikanischen Staat.

        • guyfawkes

          Eine diplomatische Lösung wäre zB gewesen wenn Italien anstatt in Aufregung zu geraten ganz gelassen reagiert hätte. Wenn man eine gewisse Souverinität bzw gesundes Selbstbewusstsein hätte, könnte Italien das Thema mehr oder weniger egal sein. Hat man aber anscheinend nicht.

          Eine ganz traurige Rolle spielen diesbezüglich die Südtiroler Grünen: das Risiko der Spaltung der Bevölkerung wird meines Erachtens grundlos herbeigeredet; der Vergleich mit der Optionszeit zeugt von Unkenntnis der Geschichte und ist eine bodenlose Frechheit.

          Und überhaupt (auch zu Caramaschi):
          Wenn die italienischensprachigen Staatsbürger (INSBESONDERE jene welche in Bozen wohnen) schon alle so stolz auf ihre „Italianità“ sind – wehalb sollten Sie dann überhaupt zusätzlich eine andere Staatsbürgerschaft wollen?? Das ist ja völlig widersinnig.
          Also den deutschsprachigen etwas verwehren, wenn man es nicht auch bekommt obwohl man es ja sowieso nicht will??!!?? Was soll das sein wenn nicht Missgunst?

          • andreas

            Wenn es mich nicht täuscht, war es Spagnolli, welcher die Aussage gemacht hat, habe es im Radio gehört. Die Meinung von Spagnolli schätze ich, dem Caramaschi höre ich gar nicht mehr zu, seid er die Drususstraße so bescheuert bemalen hat lassen und die Löwe restauriert..

            Jede Reaktion erzeugt eine Gegenreaktion.
            Wichtg ist nicht wie man etwas meint, sondern wie es beim Gegenüber ankommt und es scheint, als wäre es bei den Iitalienern nicht wirklich gut angekommen.

            Lass es Missgunst, Neid oder weiß ich was sein, ändert das aber etwas, dass Italien auf stur stellt?

          • einereiner

            Italien mag auf stur stellen…..nach außen hin um die Nationalisten und italienischen Sensibelchen zu beruhigen.
            Aber der österreichische Pass wird kommen, auch weil A das I nicht darum fragen muss und wird. Italien hat es mit Kroation und Slowenien gleich gemacht. Am Anfang diplomatisch versöhnlich und gemeinsam, wenns ernst wird zieht man es durch. Vor Italien hat keiner mehr Angst.

          • guyfawkes

            @ andreas
            Habe mich schon darauf bezogen was du zur Aussage von Spagnolli geschrieben hattest. Weiss auch nicht weshalb ich dann Caramaschi geschrieben habe.

          • george

            Die Grünen spielen durchaus nicht eine traurige Rolle, sondern zeigen nur die Realität auf. Du versuchst wohl die Rollen zu tauschen. Ihr spielt die traurige Rolle der Nationalisten und derTrennung, anstatt auf realer Basis zwischenstaatlich zu verhandeln und ein europäisches Verständnis herbei zu führen. Radikalismus hat nie zu einer Einigung geführt.
            Habt ihr etwa ein anderes Blut in den Adern als der Ötzi?

    • leser

      Andreas du als selbsternannter aristokrat und intellektueller alleswisser solltest schon verstanden haben dass das mit dem doppelpass nur eine politische floskel ist, warum versuchst du dich zu diesem thema so schlau zu interpretieren, nach den wahkem ist dieses thema sowieso vorbei
      Kurz benutzt die freiheitlichen sowieso nur damit er regueren kann und braucht dafür den rechtspopulistischen flügel so einfach ist das
      Die PD spielt in italien keine politische rolle mehr , aber wenn man den PD und ihre vorgängerpartei DC ( stell dir mal den namen vor christlich sozual) als den haufen bezeichnet, die den staat defacto ruiniert hat, dann kann salvini und di maijo nur gewinnen oder zumindest nichts verlieren

    • cicero

      „Schon eine Debatte, wer den Pass überhaupt bekommen soll, würde zu keiner Lösung führen.“

      Da braucht sich Österreich nur Italien zum Vorbild nehmen: Den Pass bekommt der, dessen Vorfahren ihn unfreiwillig verloren haben bzw. denen er genommen wurde. Also ganz einfach, wer im Jahre 1918- 1920 Bürger der REPUBLIK Österreich war, dessen Nachkommen haben ein Anrecht auf den österr. Pass. Italien macht es jedenfalls so.
      Was Spagnolli da von seinen Vorfahren, die für den Kaiser gekämpft haben, und weswegen er die österr. Staatsbürgerschaft haben will, faselt , ist unverständlich. Mit der Monarchie hat das Ganze NULL zu tun. Außerdem hat das Trentino (wo Spagnollis Vorfahren herstammen) auch gar keinen Antrag um die Staatsbürgerschaft gestellt.

      Die Karte, die in Sachen Staatsbürgerschaft aber 100 prozentig sticht ist jene, dass Österreich auch israelischen und britischen Staatsbürgern deren Vorfahren der österr. Pass genommen wurde, den Pass deren Nachkommen zurückgeben wollen. So steht es im Koalitionsprogramm. Da diese sicher nichts dagegen haben werden, wird Südtirol vor die Wahl gestellt: Entweder bekommen den Pass nur jene oder Südtiroler auch. Wenn Südtirol daran denken würde da aus falsch verstandener „Solidarität“ denjenigen gegenüber, die nicht berechtigt sind, zu verzichten, da will ich sehen was da in Südtirol los wäre.
      Fazit: Der Pass wird kommen, wenn ihn auch andere (Berechtigte in Israel und Großbritannien) erhalten.

      • cicero

        Noch ein Detail ist von Interesse: Auch die slowenische Minderheit in Friaul (ebenfalls eine Region mit Sonderautonomie) besitzt den Doppelpass. Habe nie gehört dass dieser Umstand zu Problemen führen würde.
        Also nicht nur dass Italien selbst italienische Pässe für Auslandsitaliener vergibt, nein es duldet auch Doppelpassbesitzer im eigenen Staatsgebiet.
        Da kann man nur mehr sagen: Boschi dai dai…

        • andreas

          Es wird sich zeigen, ob Italien einlenkt oder nicht und ob Kurz wegen Südtirol das Verhältnis zu Italien aufs Spiel setzt.
          Ist die Definition dafür, wer den Pass erhält, die ofizielle von Österreich oder deine persönliche Meinung?

          • cicero

            Italien hat da ganz schlechte Karten. Erstens macht Italien genau das was es an Österreich kritisiert, es vergibt den italienischen Pass an Auslandsitaliener bzw. deren Nachfahren und es gibt schon Minderheiten in autonomen Gebieten die den Doppelpass besitzen (Slowenen in Friaul). Da ist schwer dagegen zu argumentieren.
            Zweitens war der Schachzug Österreichs schlau, den Doppelpass nicht nur den Südtirolern sondern auch anderen Gruppen zu geben, die ihn ebenfalls aus versch. Gründen verloren haben. Dies wurde explizit im Koalitionsvertrag festgelegt. Da viele Menschen dieser Gruppen ( Juden und Briten) sicherlich den österr. Pass gerne annehmen werden, und Österreich ihn denen auch geben wird, ist es unmöglich dass ihn dann Südtirol nicht bekommt, nur weil Italien dagegen ist. Nur wegen Italien wird Österreich nicht darauf verzichten israelischen und britischen Bürgern den österr. Pass zu geben. Und dass ihn nur diese bekommen und Südtiroler nicht, das kann es nicht geben. Da werden sich die Südtiroler Politiker ordentlich in die Bresche werfen müssen.
            Wie die Kriterien zur Vergabe des Doppelpasses sind, weiß bis jetzt niemand. Ich weiß nur dass Italien das Prinzip anwendet, dass diejenigen deren Vorfahren der Pass genommen wurde, ihn zurückerhalten. Dieses Prinzip, denke ich mal wird auch bei den jetzt in Israel und Großbritannien Lebenden, die den österr. Pass erhalten sollen, verwendet, ich wüsste nicht welches sonst. ALLE werden ihn wohl nicht bekommen. Dieses Kriterium ist auch logisch nachvollziehbar. Wenn man davon ausgeht, dass Österreich bei der Vergabe die Kriterien bei allen Gruppen (Südtiroler, Briten, Israelis) gleich definiert, dann kann es nur dieses Kriterium sein. Aber das werden wir zu gegebener Zeit sehen.

  • criticus

    Doppelpass ist mir einerlei. Endlich zeigen die sogenannten Verbündeten ihr wahres Gesicht. Falsche Hoffnungen Frau Boschi haben Sie bei den Wahlen in Südtirol geweckt!

    • leser

      Nein das entspricht der wahrheit, boschi hat in der vergangenheit öfter eine klare ansage gegen due autonomie gemacht, was dann jeweils relativiert wurde, warum man boschi in die politik bei den letzten wahlen gehieft hat das muss man mit zeller die SVP fragen, die wiederum jetzt doch wieder mehrheitluch gewählt wird

  • kira2000

    Wieso wird Frau Boschi von allen hier kritisiert? Wenn jemand meint, Österreich würde für Südtirol seine Verfassung ändern, ja, der soll schön weiterträumen! Momentan ist dies alles Wahlpropoganda und weiter nix….

  • tiroler

    Der Oberhammer ist, dass die (manipulierten)Südtiroler diese Dame ins Parlament gewählt haben.
    Wenn sie zu diesem Thema wenigstens die Gosche halten würde

  • george

    Verschiedene „Scharfmacher“ haben die Geister gerufen und andere stimmen in den chor mit ein. Jetzt werdet ihr diese Geister nicht mehr los, außer ihr kehrt wiederum zu gemäßigten Gesprächen zurück.

  • imago

    Eine qualifizierte Zweidrittelmehrheiten im Parlament in Österreich und eine Verfassungsänderung wie es Boschi erklärt ist nicht vonnöten!

  • imago

    Und gegen internationalem Recht verstößt die Sache auch nicht siehe die Vergabe italienischer Doppelpässe im Ausland und speziell in Istrien und als Wahlzuckerl ist die Angelegenheit von Österreich auch nicht gedacht.

    • yannis

      @imago,
      so ist es, die verteilen selbst fast jeden anderen Zugereisten ihre Italo Pässe nur wenn es die Ösi’s tun wollten gibt’s eine Staatsaffäre.
      Hat es vielleicht damit zu tun, das EU Gelder an den Maßstab / Anzahl der Staatsbürger gekoppelt sind ?

  • susi

    Italien geht das überhaupt nichts an, ob Österreich uns die Staatsbürgerschaft gibt oder nicht. Sie können auch gar nichts dagegen tun, das ist allein eine Angelegenheit Österreichs.

  • imago

    Ob der Doppelpass nun kommt oder nicht kann mir einerlei sein aber für blöd verkaufen lassen wir uns nicht.

  • ahaa

    Ob wir gleich sind wie die Italiener zeigt der Ausweis.Dort gibt es 2 Farben.Braun fùr Italiener grùn fùr Deutsche.Warum? 😉
    Boschi wird Recht haben,hàtten wir November wàre das Thema vom Tisch,wie viele andere Themen auch.

  • herrbergsteiger

    Jetzt kommt auch noch die völlig bedeutungslose PD-Kammerabgeordnete Maria Elena Boschi zum Thema Doppelpass zu Wort.
    Sollten auch noch alle anderen Kammerabegordenten ebenfalls zu Wort kommen, dann könnte es mit der Zeit ziemlich knapp werden!

    Kurz und Strache werden über diese Wortmeldung von Boschi nur ein leidiges Schmunzeln übrig haben.
    Aber irgendwann sollte man Boschi und Co schon fragen, warum die Römer den Italienern im heutigen Slowenien und Kroatien den Doppelpass geradezu nachwerfen, diesen aber den Südtiroler verwehren wollen …

    Boschi: „ … Der Doppelpass widerspricht dem internationalen Recht, weil er gegen das Prinzip des friedlichen Zusammenlebens verstößt, wonach in Grenzregionen auf Grundlage von ethnischen und sprachlichen Kriterien keine Doppelstaatsbürgerschaften vergeben werden dürfen….“

    Ach ja, das betrifft natürlich NICHT die Italiener in Slowenien und Kroatien. Wahrscheinlich ist das etwas ganz ganz ganz was anderes …
    Und die hunderttausenden Ungarn die heute in Serbien, Kroatien, Rumänien und Slowakei leben auch nicht, die seit einigen Jahren das Recht haben ganz unkompliziert um die Doppelstaatsbürgerschaft anzusuchen …

    • imago

      Bei der Verleihung des Doppelpasses in Istrien hat es großen Widerstand von Seiten der Slowenen und Kroaten gegeben aber darauf hat Italien damals gepfiffen aber das Interessante dabei ist dass genau die italienischen Parteien die damals für den Doppelpass zu Recht der italienischen Minderheit in Slowenien und Kroatien gestimmt haben heute genau die sind die am meisten gegen den Doppelpass für Süd-Tiroler schreien. Das ist pure Doppelmoral, purer Unrechtssinn.

      • ligawo

        @Imago: Ganz genau! Das ist pure Doppelmoral und deshalb hat Italien in seiner Argumentation einfach ganz schlechte Karten. Ich hoffe, dass sich Sebastian Kurz nicht davon einschüchtern lassen wird und sein Durchsetzungwillen (wie beim sogenannten „10-Stunden Tag“) auch hier wieder unter Beweis stellt.

    • roadrunner

      Sie kommen auch ganz bedeutlungslos zu Wort- nur nicht in den Medien. Neidisch?

  • kurt

    @mannik
    Manchmal findet ein blindes Huhn halt auch ein Korn !!!!.
    Jedenfalls Dank für die Berichtigung.

    • mannik

      Bei den ganzen Böcken, die Sie schießen ist das echt keine Schwierigkeit. Man sieht daran halt wieder, dass ein blindes Huhn einem Esel durchaus überlegen sein kann.

      • kurt

        @mannik
        Ja schöner Tag wieder heute ,speziell bei der Frust -Entledigung die dir heute so früh gelungen ist ,mir ist fast wie einem Pfarrer der einem die Absolution erteilen konnte !!!!!.
        Die Devise ist los la gian die Goas do Bock kimmp schun noch .
        Jetzt kannst du bis Morgen deine Gehirnzellen wieder auffrischen denn da staut sich sicher wieder etwas auf !!!!.

    • yannis

      @kurt,
      Habe jetzt ein paar mal rauf und runter gescrollt, aber finde nichts von den „mannik worauf Du Dich beziehst,
      hat er wieder so DICK aufgetragen dass die Redaktion sich genötigt sah, die Delite Taste zu drücken ?

      • roadrunner

        „Delite“? Meinste du delete vielleicht?

      • mannik

        Yannis, offensichtlich können Sie nicht einmal „scrollen“, wenn Sie nichts finden. Oder es hapert erneut beim Lesen und Verstehen…
        In der Kinderkrippe nebenan zeigen Ihnen die Kinder, wie man mit einer PC-Maus umgeht.

        • kurt

          @mannik
          Diesmal lieber mannik ziehst du den Kopf nicht mehr aus der Schlinge ,denn deine Möchtegern -Intelligenz hat auch seine Grenzen nur so zum Thema verstehen oder nicht lesen können …….immer die anderen wohlgemerkt!!!!.

          • mannik

            Kurt, da Sie offensichtlich nicht einmal einfachstes Deutsch verstehen, sollten Sie einfach jeden Kommentar unterlassen. Sie erscheinen mit jedem Versuch noch dümmer als vorher.
            Noch einmal ganz langsam: Sie wollten den Intellektuellen spielen und ich habe Ihre Aussage verbessert. Daraufhin dachten Sie Sie müssten den Fehler verharmlosen und haben dabei erneut Ihren Hintern vor den Fußtritt gesetzt.
            Der gute Yannis hat dann überhaupt nicht verstanden von was Sie und ich schreiben.
            Ihr seid also ein Kondensat von Dummheit, seht das einfach ein und gut ist. Ist euch ja niemand böse, es braucht auch in einem Forum geistig Minderbemittelte, sonst hätte man ja niemand über den man sich lustig machen kann.

      • kurt

        @yannik
        Das ist ja das tolle das sich die Leute betroffen fühlen und es dann noch preisgeben obwohl sie es gar nicht müssten ,dass sind genau diejenigen die von der Blöd und Dummheit anderer reden ,das kennen wir ja ,der Unterhaltungsfaktor mit andreas,mannik und tff spricht für uns oder ,es könnte ja sein das unsere Zeit erst kommt???.

  • andreas

    @cicero
    Nichts für ungut, aber wenn man den weiter oben verlinkten Artikel aus der TT liest, sind die Schwierigkeiten weit größer, als du vermitteln möchtest.
    Schon dass Österreich den Türken, welche in Österreich leben, keinen Doppelpass erlaubt oder dass Italien den Südtirolern den italienischen Pass entziehen könnte, wenn sie den österreichischen erhalten, sind Punkte, welche nicht so einfach aus der Welt zu schaffen sind.

    Auch wer den Pass erhalten soll, ist ganz und gar nicht klar, im Gegenteil.

    • ahaa

      Kurt
      andreas ,mannik,ttf sind eins.andreas im Urlaub,alle im Urlaub.Schon mal aufgefallen?Jetzt vor den Wahlen bekommt er keinen mehr 😉

      • mannik

        Sie täuschen sich. Aber wenn Sie sich in die Reihe der Minderbemittelten zu Kurt und Yannis gesellen wollen, mir soll es recht sein. Ihr Problem.

      • kurt

        @ahaa
        Wie er sich letztendlich nennt ist eigentlich egal , wichtig ist das man sich mit so einem Esel so unterhalten kann wenn er Gebetsmühlenartig immer die gleiche Leier herunterlässt er kommt ja nicht einmal drauf ob man ihm verarscht oder nicht .
        Ja vor den Wahlen wäre ja noch schöner das der SVP Kostengänger noch Urlaub kriegt ,der hat anzupacken sonst haben wir nichts wo wir uns amüsieren können,schauen wir mal was er nach den Wahlen zu bieten hat

    • cicero

      Habe ja geschrieben dass die Kriterien zur Vergabe des österr. Passes noch nicht bekannt sind. Man weiß nur wie es andere (z.B. Italien) mit den Doppelpässen machen, die vergeben ihn eben an jene deren Vorfahren er genommen wurde. Ob es Österreich auch so machen würde, weiß ich nicht, ich denke halt dass es bei den britischen und israelischen Staatsbürgern, die ebenfalls den österr. Pass erhalten sollen, auch jene Kriterien sein werden, nämlich jene deren Vorfahren ihn verloren haben, sind berechtigt. Aber vielleicht gibt es für Südtiroler andere Kriterien wer weiß. Ich fände oben genanntes Kriterium aber am nachvollziehbarsten. Dass Österreich den dort lebenden Türken keinen Pass geben will ist richtig, die Vergabe an Südtiroler Briten und Juden hat aber einen anderen Hintergrund. Es geht um eine Wiedergutmachung für erlittenes Unrecht. Dass die Umsetzung leicht sein wird oder schnell geht, glaube ich auch nicht. Aber der Wille ist da sonst hätte diese Anliegen nicht Eingang ins Koalitionsprogramm gefunden.
      Dass Italien Menschen die auf italienischem Staatsgebiet leben, den italienischen Pass entziehen könnte ist Unsinn, denn sonst wäre er auch der slowenischen Minderheit in Friaul entzogen worden.

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