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Der zweite Streich

Der HCB Südtirol besiegte am Sonntag im zweiten Champions League-Match das finnische Top-Team IFK Helsinki.

Nach dem unerwarteten, aber verdienten Erfolg vom letzten Freitag gegen Skelleftea wartete am Sonntag im zweiten Match der Champions Hockey League der nächste „dicke Brocken“ auf den HCB Südtirol Alperia: IFK Helsinki.

Die Finnen kamen von einem hart erkämpften Sieg gegen die Polen von Tychy und wollten natürlich auch aus Bozen die drei Punkte entführen. Mit der gleichen kämpferischen Einstellung wie im Match gegen die Schweden wollten die Foxes eine weitere Sensation schaffen, zumal Coach Kai Suikkanenn den Gegner aus seinem Heimatland sehr gut kannte. Und dies gelang mit einer weiteren überzeugenden mannschaftlichen Leistung, wobei ein überragender Leland Irving im Tor Regie führte und die Gäste fast zum Verzweifeln brachte. Dieses Match war Eishockey vom Feinsten und das Publikum honorierte die Leistung ihrer Lieblinge mit Standing Ovations.

Bei Bozen waren außer Luca Frigo alle Mann an Bord, im Tor stand auch im heutigen Spiel wieder Leland Irving, welcher im Match gegen Skelleftea mit einer Top Leistung wesentlich zum Sieg der Foxes beigetragen hatte.

Der HCB Südtirol Alperia startete eher zaghaft ins Spiel, der erste nennenswerte Angriff erfolgte erst nach acht Minuten durch Catenacci. Bis dorthin setzten sich die Finnen im Drittel von Bozen fest, spielten aber keine zwingenden Torchancen heraus.

Trotzdem gelang ihnen nach vier Minuten der eher glücklicher Führungstreffer: O’Connor zog von der blauen Linie ab und die Scheibe fand durch ein Gewirr von Beinen irgendwie den Weg ins Bozner Tor.

In der neunten Minute dribbelte sich Carozza bis vor den gegnerischen Goalie vor, brachte den Puck aber nicht im Kasten unter, gleich darauf entwischte Schweitzer im Konter, verdribbelte sich aber im entscheidenden Moment. Genau zur Hälfte des Startdrittels landete Crescenzi für 2+2 Minuten auf der Strafbank und dies war für die Foxes wie ein Startschuss.

Das Heimteam legte ein exzellentes Penaltykilling hin, erlaubte den Gästen nur einen einzigen Schuss und schrammte mit Carozza haarscharf am Ausgleich vorbei. Beim ersten Powerplay für Bozen entwischte Ästen im Konter und wurde im letzten Augenblick von Campbell abgedrängt, auf der Gegenseite  verfehlte ein Schuss von Findlay ganz knapp das Tor, dann legte Irving im Spagat eine tolle Parade auf Slapshot von O`Connor hin.

Der mittlere Abschnitt war ganz von einer tollen Aufholjagd des HCB Südtirol Alperia geprägt, wobei das Heimteam mit drei Toren, wovon eines schöner als das andere war, mit 3:1 in Führung ging. Vorne nutzten die Foxes eiskalt ihre Chancen aus, hinten sicherte ein abermals überragender Irving seinen Kasten ab.

Nach vier Minuten ging alles sehr schnell: Campbell setzte Catenacci ein, dieser passte in die Mitte zu Insam, der mit einem knallharten Schuss die Scheibe haargenau in die linke Ecke setzte. Nachdem der Bozner Goalie auf Ulander rettete und ein Solo von Tallberg entschärfte, zog Geiger auf der Gegegnseite von der blauen Linie ab und Blunden lenkte die Scheibe gekonnt aus der Luft zum zweiten Bozner Treffer in die Maschen.

Das Publikum spendete begeistert Beifall, doch es kam noch besser: Blunden veredelte einen Konter aus dem Lehrbuch in die hohe Ecke, Vorbereiter waren Geiger und Catenacci. Zwei Minuten vor der Sirene überstanden die Foxes zwei bange Minuten, denn die Schiedsrichter schickten in kurzem Abstand Carozza und Frank in die Kühlbox.

Das Schlussdrittel begann mit einem Big Save von Irving auf Rusk, indem er sich seinen Schuss aus zwei Metern mit der Fanghand schnappte. Nach drei Minuten gab es noch einmal Alarmstufe Rot im Hause Foxes: Kuparinen erhielt nach einem brutalen Foul an der Bande fünf Minuten plus eine Matchstrafe aufgebrummt.

Das Penaltykilling des HCB war schlichtweg phänomenal  und gleich nach Ablauf der fünf Minuten-Strafe störte Findlay den Spielaufbau der Gäste, schnappte sich die Scheibe und schlenzte sie elegant in die Kreuzecke zum 4:1 für den HCB Südtirol Alperia. Das Match war gelaufen, Bozen machte hinten den Laden dicht und schaukelte das Ergebnis locker über die Runden.

In der kommenden Woche begeben sich die Foxes auf Reisen und kehren am 14. September in die Eiswelle zum EBEL Debüt gegen Graz zurück.

HCB Südtirol Alperia – IFK Helsinki 4:1 (0:1 – 3:0 – 1:0)

Die Tore: 04:14 Ryan O’Connor (0:1) – 23:37 PP1 Marco Insam (1:1) – 27:31 Mike Blunden (2:1) – 36:48 Mike Blunden (3:1) –  47:57 Brett Findlay (4:1)

Schiedsrichter: Snášel/Nikolic K. – Seewald/Pardatscher
Zuschauer: 3716

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (7)

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  • herrbergsteiger

    noch ein paar Kanadier und Skandinavier nach Bozen, und der HCB besiegt die ganze Welt …

    • wisoiundnetderfranz

      Wieviele Skandinavier haben bei den beiden Gegnern mitgespielt?

    • mannik

      Sie haben tatsächlich Schwierigkeiten zu akzeptieren, was nicht urtirolerisch ist, oder?

      • herrbergsteiger

        es ist eine Krankheit von fast allen EBEL-Manschaften, ihre Teams mit Kanadiern/Skandinaviern vollzustopfen, die dann spätestens nach einem Jahr wieder verschwinden (weil sie nur drittklassig sind) oder in die Schweiz/Deutschland (wo sie ein vielfaches verdienen) weiterreisen. Das ist halt sehr viel einfacher, als selber Nachwuchs heranzubilden. Nur Innsbruck und Klagenfurt sind da vielleicht noch eine (kleine) Ausnahme. Ganz arg ist es in Wien und Bozen. Bozen ganz besonders …

        • wisoiundnetderfranz

          Wenn es dir beim Eishockey nicht passt, kannst du ja Pilze suchen gehen…

          • herrbergsteiger

            Ich hoffe doch sehr, dass wenn Bozen in der EBEL zur Halbzeit wieder nur am letzten Platz zu finden sind, schnell über Weihnachten ein halbes Dutzend Kanadier etc. importiert werden, um an Ende der EBEL-Meisterschaft wieder als Sieger dazustehen …
            So kann sich Bozen über Jahre hindurch den Titel sichern, denn Kanadier und Skandinavier die für gutes Geld ein paar Monat in Alto Adige ihr Zelt aufschlagen wollen, gibt es genug …

          • wisoiundnetderfranz

            Wieviele „Bozen“ gibt es, wenn du verstehst, was ich meine…?

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