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„Mehr Mut zur Mehrsprachigkeit“

Eine neue Video-Kampagne soll die Mehrsprachigkeit in Südtirol fördern: Im Mittelpunkt stehen junge Südtiroler, die ihr Lieblingslied in einer anderen Landessprache singen.

„Die Mehrsprachigkeit ist ein Mehrwert, den jeder in seinem persönlichen Umfeld spürt.“ Es ist das gemeinsame Ziel der Südtiroler Wirtschaft und des Landes, dieses Bewusstsein zu schärfen. Die Kampagne trägt deshalb die Botschaft: Mehr Mut zur Mehrsprachigkeit.

Junge Südtirolerinnen und Südtiroler im Alter zwischen 16 und 28 Jahre treten im Rahmen der Video-Kampagne als Testimonials auf und machen den Wert der Mehrsprachigkeit im Alltag auf eine kreative Art und Weise sichtbar. Die Kampagne sucht einen humorvollen und persönlichen Zugang zum Thema: Die Testimonials singen ihr Lieblingslied in einer anderen Landessprache, in verschiedenen Berufs- und Alltagssituationen und nicht immer perfekt. Ganz nach dem Motto: Trau dich!

Unterstützt werden sie dabei von Profi-Musikern, die im Hintergrund für den guten Ton sorgen. Nicht nur ihre Videos, sondern vor allem die Jugendlichen selbst sind damit Mutmacher für andere.

Schwerpunkt der Kampagne bildet die digitale Kommunikation, um vor allem junge Menschen zu erreichen. Die Verbreitung erfolgt in erster Linie auf den Social Media Kanälen und den digitalen Plattformen der Initiatoren.

„Gute Sprachkenntnisse der Mitarbeiter/innen verbessern die Geschäftschancen für Unternehmen und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit. Den Mitarbeiter/innen selbst ermöglichen sie den Zugang zu besseren Jobs und stärken die persönlichen Kompetenzen. Außerdem sind sprachliche Fähigkeiten eine kulturelle Bereicherung und erleichtern die Kommunikation in einem mehrsprachigen Umfeld“, sind Handelskammerpräsident Michl Ebner und der Präsident des Südtiroler Wirtschaftsrings Leo Tiefenthaler überzeugt.

In die gleiche Kerbe schlägt Landesrat Philipp Achammer: „In Südtirol gibt es noch Sprachdefizite, sowohl bei den Landessprachen als auch bei den Fremdsprachen, die so weit wie möglich beseitigt werden sollen. Mehrsprachigkeit muss konsequent gefördert werden, damit sie zu einem wirklichen Wettbewerbsvorteil für Bürger und Gesellschaft wird.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (14)

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  • herrbergsteiger

    in Neu-Bozen wird ausschließlich nur italienisch gesprochen. Kaum jemand hat dort auch nur Interesse, Deutsch zu lernen. „Siamo in Italia!“
    Und kommt der Wanderer nach Alt-Bozen (oder Innichen z.B.) in ein Geschäft, Kaffeehaus oder Restaurant, wird er wie selbstverständlich mit „buon giorno“ begrüßt …
    …. es würde mich nicht wundern, wenn Philipp Achammer und Arno Kompatscher auch mit „buon giorno“ die Kneipe ihres Vertrauens aufsuchen …

    • mannik

      Abgesehen von der Tatsache, dass Sie offensichtlich keine Ahnung von „Neu-Bozen“ haben, frage ich mich was Ihr standardmäßiges Lamento mit dem Wert der Mehrsprachigkeit zu tun hat. Es wäre ja geradezu ein Beispiel für die These.

      • markp.

        Vielleicht hat der herrbergsteiger es zu überspitzt mit dem „buon giorno“ ausgedrückt und das Neu-Bozen mag die falsche Bezeichnung sein, aber der Inhalt seines Beitrages ist einfach eine Tatsache und entspricht der Wahrheit.
        Ich bin auch privat öfters mit Italienern in Kontakt und es ist Gesetz: sitzen 4 Italiener und 1 Deutscher am Tisch wird italienisch gesprochen. Sitzen 4 Deutsche und 1 Italiener wird ebenfalls italienisch gesprochen. Ein Gegenteil dieser These konnte mir noch keiner vorbringen.
        Natürlich ist es nicht allein die Schuld der Italiener, wenn sich 4 Deutsche nicht durchsetzen. Aber es wird ja von der SVP vorgelebt: „nicht zuviel auf dein Recht pochen deutsch zu sprechen, sonst bist du ein sturer Ewiggestriger“.
        Auch mag ich kein Urteil darüber abgeben, ob viele Italiener nicht deutsch lernen können oder einfach nicht wollen.

        • mannik

          So ein Monumentalquatsch. Das Problem ist, dass die deutschsprachige Bevölkerung Dialekt spricht und viele Italiener, zwar Deutsch sprechen, aber nicht Dialekt. Und bevor dann „Deutsche“ Hochdeutsch sprechen, sprechen sie lieber Italienisch.

          Es stimmt, dass es mit der Qualität des Deutschunterrichts an italienischen Schulen nicht zum Besten steht (wie übrigens auch mit den Deutschkenntnissen der deutschsprachigen Bevölkerung), aber diese Pauschalisierung ist absolut nicht angebracht.

          • kurt

            @mannik
            Was schreiben sie wieder für einen Schmarrn zusammen ,die Italiener tun sich mit unseren Dialekt viel leichter als mit der Schriftsprache aber wenn man die Welt notorisch spiegel verkehrt sieht wie sie dann ist es halt mal so ,jeden falls zeigt es sich wieder einmal das sie von der Realität schon überhaut keine Ahnung haben!!!.

        • kurt

          @markp.
          Richtig ,ich glaube auch das 4 Deutsche mehr Italienisch zusammenbekommen als 4 Italiener Deutsch und da machen wir den Fehler und lassen die Italiener nicht hängen und um zu einem Ende des Diskurses zu kommen reden wir Italienisch.
          Der Italiener aber wird zum Unterschied zu uns nie bei einem Sprachfehler spotten,wir eher schon.Ich gibt überall solche und andere wichtig ist das man sie einschätzen kann.
          Ich bin Überzeugt das zum Thema andere Sprachen die großen Probleme erst kommen wenn sich zu den Sprachen auch noch die Sitten und Bräuche ändern.

  • latemarbz

    Lieder in Englisch zu singen, ist auch kein Fortschritt. Das kennen wir schon seit Jahrzehnten!

    • ostern

      @latemarbz
      Lieder in englischer Sprache singen und dabei nicht verstehen
      was dahergeplappert wird. Bin überzeugt, dass 95% der Südtiroler
      die englischen Liedertexte nicht verstehen. Das hat mit Mehrsprachigkeit
      nichts zu tun.

  • wisoiundnetderfranz

    Solange der Zweitsprachenunterricht als Literturgeschichte-Unterricht und nicht als Sprach-Unterricht geführt wird, dürfen wir uns nicht wundern, wenn Maturanten die zweite Sprache nicht entsprechend der Anzahl der Lehrjahre beherrschen…
    Wie soll man anhand des Studiums der „Promessi Sposi“ (ein ganzes Schuljahr wird nur damit zugebracht) u.a. solch wichtiger Werke die italienische Sprache erlernen…?

  • checker

    In Südtirol gibt es grosse Sprachdefizite, nicht nur die zweite Sprache wird immer weniger beherrscht, sondern nicht einmal das Deutsche. Hauptgrund dafür ist, dass das Niveau im Sprachunterricht ständig sinkt. Es ist generell zu überlegen, ob man nicht grundsätzlich eine andere Form des Sprachenlernens einführt.
    Sprachen sind in einer globalen Welt eine der Schlüsselkompetenzen, dabei ist das Beherrschen des Englischen sowieso Standardvorraussetzung.
    Also, an die Arbeit und schauen dass wir auf ein anständiges Niveau kommen!
    Ob diese Aktion helfen wird, schauen wir…wahrscheinlich bedarf es einer umfangreichen und vor allem nachhaltigen Aktion um einen dementsprechenden Impact zu erzeugen.

    • markp.

      Aber das Problem, daß deutsch in Wort und Schrift happert, haben wir ja nicht allein für Südtirol gepachtet. Schau dir mal an, wie die Leute in Deutschland, Österreich in Foren schreiben. Da ist zu den unsrigen kein großer Unterschied mehr. Da ist nicht nur der fehlende Unterreicht, sondern auch diese ganzen SMS, Smartphones, social medias eccc… Schuld daran. Schau dir doch an, wie sie in Deutschland die gute schöne deutsche Sprache verdenglischen.

      • noando

        deutschland ist arm dran. nicht nur dass die sprache verdenglischt wird, nein, ein verslangtes türkendeutsch spricht jeder in der stadt. beispiel realitysoaps; ein horror von einem deutsch! und im privat-tv laufen die den ganzen tag!

  • meinland

    Ich habe in der Volksschule deutsch und italienisch gelernt, ich habe mit 50 Jahren noch ein notwendiges Englisch gelernt, und ich werde mich noch bemühen die spanische oder ungarische Sprache zu lernen, um dann weit weg von meinem Haimatland Südtirol zu ziehen. Grund: Teuer, Lärm, Staub, Abgase, Nichtbeachtung der Bürgerrechte, Verwarlosung von Volks- und Baukultur und vor allem die Überheblichkeit der regierenden Politiker in Gemeinde und Land.

  • dani

    Eine Frau aus Südtirol hat mir die Deutsche Sprache beigebracht. Seit ich ein bisschen Deutsch gelernt habe, habe ich euer wunderschönes Land besser kennen können. Ohne die Geduld dieser tollen Frau, hätte ich die Deutsche Sprache nie lernen können. Vielleicht mit Geduld würden die Italiener, die in Südtirol leben, diese tolle Sprache lernen.

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