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„Hatten keinen Zutritt“

Foto: Hotel Gudrun/Gossensass

Nach dem Badeunfall in Gossensaß ist der 8-jährige Bub außer Lebensgefahr. Hotelbesitzer Martin Mair erklärt, wie es zum Unfall kam.

von Markus Rufin

Es waren dramatische Szenen, die sich am Sonntag im Wellnessbereich des Hotels Gudrun in Gossensaß abgespielt haben. Ein 8-jähriger Junge – in wenigen Wochen wird er neun – und seine um ein Jahr jüngere Schwester lagen im Schwimmbad des Hotels regungslos an der Wasseroberfläche.

Während die jüngere Schwester schnell das Bewusstsein erlangte und mit dem schock davon kam, musste der Bruder in die Universitätsklinik Innsbruck geflogen werden. Bis gestern hieß es, der Bub sei in Lebensgefahr. Nun aber die glückliche Nachricht: Der 9-jährige ist mittlerweile im künstlichen Koma und hat das gröbste überstanden.

Für die Gäste des Hotels waren die Szenen schockierend. Auch der Besitzer, Martin Mair konnte die Szene kaum fassen.

Der TAGESZEITUNG berichtet er, wie es zum tragischen Unfall kam: „Ganz genau, kann ich nicht sagen, was passiert ist, da ich den Unfall nicht gesehen habe, aber einige Gäste waren während des Unglücks im Hallenbad.“

Derzeit beschäftigen sich die Carabinieri mit den Ermittlungen. Ersten Angaben zufolge fiel zuerst der Junge ins Wasser. Seine Schwester wollte ihn dann hinausziehen und sprang ebenfalls hinein. Erst als beide Kinder regungslos im Wasser lagen, fiel es den Gästen auf und sie zogen die beiden Kinder aus dem Schwimmbad. Beide Kinder sollen Nicht-Schwimmer gewesen sein.

Während das Mädchen schnell das Bewusstsein erlangte, musste der Junge wiederbelebt werden und wurde anschließend ins Krankenhaus von Innsbruck geflogen.

Diesen Vorgang bestätigt teilweise auch Martin Mair: „Einer unserer Gäste ist am Jungen vorbei geschwommen und hat gesehen, dass er kreischt und krault. In der Annahme, dass der Junge nur spielt, ist er wieder zum Ausgang gegangen.“

Mair berichtet, dass der Gast lediglich den Jungen gesehen habe, die Schwester sei in diesem Moment nicht im Hallenbad gewesen. Sie sei erst später ins 1,30 Meter tiefe Schwimmbecken gesprungen. Laut Mair seien auch die Carabinieri zu dieser Annahme gelangt.

„Andere Gäste, die sich im Garten- und Schwimmbadbereich aufgehalten haben, haben die Kinder dann gesehen, hinausgezogen und wiederbelebt“, erzählt der Hotelbesitzer. Erst später sei auch der Notarzt dazugekommen.

„Der Bub hat sich dann erbrochen“, so Mair. „Die Ärzte haben uns gesagt, es sei ein gutes Zeichen, da das bedeutet, dass das Gehirn weitergearbeitet hat.“

Vonseiten der Universitätsklinik Innsbruck gibt es zwar keine Angaben, laut Informationen des Hotelbesitzer müsste sich der Junge aber vorerst außer Lebensgefahr befinden: „Sie haben den Jungen sofort ins künstliche Koma versetzt und werden in den nächsten Tagen einige Tests durchführen. Anschließend wollen sie in aufwecken.“

Ob der Junge bleibende Schäden davonträgt ist unklar, weil der 9-Jährige eine Zeit lang ohne Sauerstoff gewesen sei.

Bei den beiden Kindern handelt es sich um Gossensasser mit Migrationshintergrund, die in der Nähe des Hotels wohnen. Mair zufolge haben sich die beiden Kinder des Öfteren auf Hotel-Grund aufgehalten, dabei aber nie das Innere der Herberge betreten. Im Moment des Unfalls hielten sich die beiden Kinder unbeaufsichtigt und unautorisiert im Hallenbad auf.

 

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